VANLIFE Pannenshow – Was beim Leben on the Road alles schief gehen kann

Castellón, Spanien

Ein perfekter Tag startet mit dem wunderschönen Sonnenaufgang, während ich ganz alleine direkt an einer Klippe am Meer stehe und nur der Wind und das Rauschen der Wellen die Geräuschkulisse bilden. Dass dies nicht immer möglich ist, und dass auch sonst eine Menge schief gehen kann unterwegs im Van, davon kann ich inzwischen ein Lied singen. Aber da ich überhaupt nicht musikalisch bin, belasse ich es beim geschriebenen Wort.

In den inzwischen über 5 Monaten on the Road in meinem geliebten Van sind mir – neben den vielen vielen tollen Momenten – auch ein paar ziemlich blöde Sachen passiert. Oftmals selbst verschuldet, aber manchmal auch einfach nur dumm gelaufen… viel Spaß beim Lesen! Ja, ihr dürft ruhig herzhaft lachen, habe ich in den meisten Fällen auch gemacht.

Das ist MEINE Straße!

Wo: Insel Åland, irgendwo zwischen Schweden und Finnland
Dort war ich nur knapp 2 Tage unterwegs und wollte mir für die Übernachtung einen netten Platz am Meer suchen. Das sollte auf einer Insel ja kein Problem sein – denkste! Zumindest habe ich auf Åland auf die Schnelle keinen Platz gefunden. Bei einem Versuch, ans Meer zu gelangen, habe ich gewagt eine Privatstraße zu befahren. Das Hinweisschild hatte ich wahrgenommen, dachte mir aber „Ach komm, hier ist doch keiner. Wen interessiert das schon…“ Ha, falsch gedacht!

Gefühlte 5 Sekunden nach Einfahrt in diese Straße kommt von rechts ein Pickup angebraust, wirbelt ordentlich Staub auf als er sich quer vor mich auf die Straße stellt. Der ältere Herr gestikuliert wie wild mit der Hand, schaut böse und sagt irgendwas (vermutlich auf schwedisch, oder finnisch…). Ich hab’s jedenfalls nicht verstanden, aber die Geste durchaus kapiert – und schwups den Rückwärtsgang eingelegt und mich mit einem Lächeln und Peace-Zeichen freundlich verabschiedet. Letztendlich bin ich dann auf einem mittelmäßig schönen Campingplatz gelandet, ohne Meerblick.

Schusseligkeit am Parkautomaten

Wo: Tromsø, Norwegen
Im schönen Tromsø gibt es keine kostenlosen Parkplätze, nirgendwo in der Stadt. Aber ich hatte einen Platz gefunden, wo man zumindest nur tagsüber etwas zahlt, nachts (zw. 17 – 9 Uhr) ist das Parken kostenlos. Am Parkautomat versuche ich, mein Geld loszuwerden. Die Bedienung ist nur auf norwegisch verfügbar. Meine Kreditkarte steckt drin, ich drücke ein paar mal auf den Knopf, der den Betrag bzw. die Zeit erhöht… und stelle fest, dass zu oft gedrückt hatte und ich ja gar nicht so viel zahlen brauche (ich hatte bis 9 Uhr am nächsten Morgen ausgewählt, obwohl ich nur bis 17 Uhr zahlen muss).

Verzweifelt suche ich den Cancel-Knopf, drücke auf den einzigen roten Knopf am Automaten – und was passiert? Die Rechnung wird gedruckt und ich bin knapp 30€ losgeworden, obwohl ich nur ca. 12€ hätte bezahlen müssen. Der vermeintliche Cancel-Knopf war also der „fertig, nimm mein Geld“ Button. Na ja, Norwegen ist ein teures Pflaster, manchmal eben selbst verschuldet.

In Tromsø, Norwegen
Teures Parken in Tromsø

Wenn um 3 Uhr nachts was ans Auto pinkelt

Wo: Castellón, Spanien – idyllischer Parkplatz direkt am Meer
Zuerst bin ich auf den Stellplatz gefahren, den ich bei der Recherche ausfindig gemacht hatte. Dort gibt’s Wasser, Ver- und Entsorgung… aber es ist halt ein hässlicher Parkplatz, wo alle WoMos eng nebeneinander stehen. Das ist mir nix… deshalb bin ich da schnell wieder weg und habe mich stattdessen auf einen Seitenstreifen eines Parkplatzes gestellt, grün und ruhig – und mit direktem Blick auf’s Meer. Hach, was will man mehr?!

Doch dann das: gegen 3 Uhr morgens höre ich plötzlich ein seltsames Geräusch von draußen. Ein Rauschen, Rattern… ich kann’s nicht genau definieren. Erst denke ich, jemand fährt mit dem Skateboard auf der Pflasterstraße entlang, aber das passt auch nicht so recht. Vor allem kommt dieses Geräusch ziemlich genau alle 30 Sekunden wieder, und dann war’s wieder weg. Ich bin verwirrt! Bis ich dann einen Wasserstrahl in der Ferne sehe. Die Sprinkleranlage für den Rasen ist losgegangen! Ach soooo! Und mein Van steht zufällig in der Sprinkler-Zone und wird halbseitig bewässert. Uff! Zum Glück hört das Bewässern nach einer kurzen Weile wieder auf und ich schlafe beruhigt (und belustigt) wieder ein…

Castellón, Spanien
Trügerische Idylle am Strand von Castellón ;-)

Einparken für Fortgeschrittene – durchgefallen!

Wo: Campingplatz Los Pinos – Peñíscola, Spanien
Ich behaupte ja immer, dass ich das mit dem Einparken ganz gut im Griff habe. Bisher hat das auch super geklappt – bis ich nach Peñíscola kam. Dort bin ich (vermutlich zum allerletzten Mal ever – aber das ist ein anderes Thema) auf einen Campingplatz gefahren, um Wäsche zu waschen. In den Bewertungen des Platzes hatte ich schon gelesen, dass die Stellplätze sehr eng sein sollen. Ich denke nur „Ach, ich habe ja nicht so ein großes Schiff wie die meisten Camper, das wird schon passen.“. Pustekuchen! Der Stellplatz selbst war zwar schön breit, aber der Weg davor ist so eng, dass ich beim rückwärts Einparken mehrere Anläufe brauche. Einer der Nachbarn hilft mir und beruhigt mich, dass es hier noch keiner ohne fremde Hilfe reingeschafft hat.

Na ja, dennoch habe ich’s irgendwie geschafft, gleich 2 Kratzer ins Auto zu fahren. Einer stammt von der Hecke links, in der wohl noch ein Stacheldraht verbaut war – oder irgendwas spitzes, was einen langen Kratzer in den Lack gemacht hat. Auf der rechten Seite war die hässliche Laterne im Weg. Das passierte vermutlich am nächsten Tag beim Rausfahren, auch hier musste ich mehrfach vor und zurück, bis ich endlich um die Ecke komme, dabei habe ich wohl die doofe Straßenlampe etwas angeschrammelt (bzw. die Lampe meinen Van). Buuh!

Die erste Schramme im Van
Autsch! Die erste Schramme…

Verfahrene Situation: Leichte Mädels auf der Orangenplantage

Wo: irgendwo bei Nules, nördlich von Valencia, Spanien
Nachdem der Einkauf im Supermarkt in Nules erledigt ist, mache ich mich auf den Weg ans Meer – dort soll es einen kostenlosen Stellplatz mit WLAN geben. Na ja, das war so ein seltsamer Hinterhof Parkplatz eines Restaurants – niemand da und auch kein Internet. Deshalb fahre ich kurz entschlossen wieder zurück zum vorherigen Stellplatz in Castellón, das sind ja zum Glück nur 15 km. Meine Navi denkt sich gerne die „besten“ Strecken für mich aus. Diesmal will sie mich unter einer 2,40 m hohen Brücke hindurch fahren lassen – mein lieber Van ist allerdings 2,58 m hoch. Also fahre ich wieder zurück in die Richtung, aus der ich ursprünglich hergefahren bin.

Irgendwann versteht die Navi, eine Alternativroute wird erstellt und ich folge ihr… die Fahrt geht mitten durch die riesige Orangenplantage. Die Straße ist eng, aber immerhin asphaltiert. Links und rechts Orangenbäume, dazwischen mal ein Auto, da mal ein paar Männer mit Kisten zwischen den Bäumen. Und dann sitzt da plötzlich eine sehr sexy gekleidete Dame auf einem Plastikstuhl am Straßenrand. Ich denke noch „Hm, auf wen die wohl wartet?“ und fahre weiter… ein paar Meter später steht eine noch aufreizender gekleidete Dame in sehr mini Minirock und sehr highen Highheels an der Straße und schaut mich irritiert an – so wie ich vermutlich auch sie irritiert ansehe. Dann wird’s mir langsam klar: das hier ist wohl die rote Meile für die Orangenplantagen-Arbeiter, die sich mal eine besondere Auszeit gönnen möchten. Oh ha, na ich fahre mal schnell weiter und bin dann doch froh, wieder auf eine richtige Straße zu kommen…

Es gibt auch hässliche Orte, an denen man mal anhalten muss

Wo: Ascó, Spanien
Nicht jeder Stellplatz ist das Paradies auf Erden. In Ascó hatte ich auf dem Weg von San Sebastián an die Ostküste einen Zwischenstop eingelegt, zum Schlafen sowie zur Ver- und Entsorgung von Wasser. Dafür war der Ort okay. Ansonsten komme ich mir in Ascó vor wie auf einer riesigen Baustelle. Hübsch ist anders. Da Sonntag ist, sind sowieso alle Geschäfte geschlossen. Es gibt quasi nix zu sehen.

Und dann finde ich auch noch heraus, dass direkt nebenan ein etwas berüchtigtes Atomkraftwerk steht, das schon so einige kleine „Unfälle“ hatte. Am nächsten Tag fahre ich direkt ohne Frühstück los und komme dann hungrig auf einem schönen Stellplatz im Ebru-Delta an. Asco (ohne Akzent am Ende) heißt übersetzt übrigens Ekel – soo schlimm war’s nicht. Aber definitiv kein Ort, den ich noch mal besuchen muss.

Was die Gasflasche alles kann, bzw. nicht!

Wo: irgendwo in Norwegen
Da bin ich erst kurz vor Ende meiner langen Reise durch Skandinavien dahinter gekommen, dass ich ja gar nicht so sparsam mit dem Gasverbrauch umgehen muss. Anfangs dachte ich nämlich, dass – neben dem Herd – das Warmwasser und die Standheizung ebenso über Gas laufen. Deshalb hatte ich nach ca. 2 Monaten im Van langsam etwas Bedenken, wann mir denn das Gas ausgehen wird. Irgendwer hatte mir vor der Abreise gesagt, dass die Flasche wohl ca. 2 Monate halten wird, daran habe ich mich orientiert. Inzwischen waren aber schon 3 Monate vergangen und es kam weiterhin fleißig Gas aus der Leitung.

Da es für den Füllstand der Gasflasche keine Anzeige gibt, bin ich irgendwo in Norwegen mal an eine LPG Station gefahren, an der Gas aufgefüllt werden kann. Dort habe ich die Dame gebeten, mal nachzuschauen (d.h. die Flasche zu wiegen). Und siehe da: von den 11 kg Gas hatte ich in den 3 Monaten nur knapp 1 kg verbraucht! Ich war verwirrt – das kann doch nicht sein! Doch dann stellt sich heraus: der schlaue Van verwendet das Gas nur für den Herd. Warmwasser und Standheizung laufen über Diesel. Pfffff, das hätte ich mal früher wissen sollen, dann hätte ich öfter mal die Heizung angeworfen da oben überm Polarkreis! (Vermutlich wurde mir das bei Übergabe des Vans auch gesagt, aber ich kann mir ja nicht alles merken…)

Rauchen kann noch teurer sein!

Wo: Tromsø, Norwegen
Ja, ich bin halt doch nicht perfekt… ab und an rauche ich gerne mal eine Zigarette. Als ich von Finnland nach Norwegen gefahren bin, hatte ich überhaupt nicht daran gedacht, dass in Norwegen die Zigaretten ja wahrscheinlich auch um einiges teurer sein werden – so wie alles andere halt auch. Als ich in einem Kiosk gerade meine SIM-Karte kaufe, fällt mir ein, dass ich gleich noch eine Schachtel Zigaretten mitnehme. Beim Bezahlen merke ich erst, als ich das Wechselgeld zurück bekomme, was ich da gerade getan habe – ich habe für eine Schachtel ganze 12€ hingeblättert. Schön blöd!

Die gute Nachricht: seit 4 Tagen rauche ich nicht mehr! Und das, obwohl die Zigaretten in Spanien viel günstiger sind (als in Norwegen)! Und das beste: ich vermisse es gar nicht. Zumindest körperlich gibt’s keine Entzugserscheinungen… verrückt!

Wenn der Nachbar das WLAN-Signal blockiert

Wo: Delta d’Ebre, Spanien
Es wartet eine Menge Arbeit auf mich für die nächsten Tage, deshalb habe ich mich auf einen Stellplatz mit kostenlosem WLAN platziert. Das Wetter ist schön, die Gegend ebenfalls, hier lässt sich’s gut aushalten und fleißig arbeiten. Das WLAN funktioniert super – bis eines Tages ein Wohnmobil direkt neben mir einparkt (und das, obwohl der halbe Platz frei ist…). Und schwups, ist der Empfang weg!

Das war abends. Ich habe dann einfach aufgehört mit der Surferei im WWW und darauf gehofft, dass das WoMo nebenan am nächsten Morgen wieder abdüst. Dem war aber nicht so. Also habe ich nach dem Frühstück kurz umgeparkt, und schwups war die Welt wieder in Ordnung – WWW läuft wieder. Die Leiden eines digitalen Nomaden. ;-)

Die Kamera versagt im falschesten Moment

Wo: Tromsø, Norwegen
Im hohen Norden Norwegens habe ich die ganze Zeit darauf gehofft, endlich Nordlichter sehen zu können. Die müssen natürlich auch auf einem Foto festgehalten werden. Ich fotografiere gerne mit der Nikon D5300*. Aber plötzlich funktioniert das Drehrad nicht mehr, d.h. ich kann Blende und Belichtungszeit nicht mehr manuell einstellen – das geht ja gar nicht! Vor allem, wenn man nachts fotografieren will.

In Tromsø gibt es genau ein Geschäft, das sich um so etwas kümmert, meistens zumindest. In diesem Fall verweigert der Mitarbeiter jedoch seine Hilfe, weil er einfach das Equipment dafür nicht da hat (das Gehäuse muss komplett geöffnet werden und dafür bräuchte er einen sterilen Raum etc.). Zum Glück habe ich noch meine Panasonic Lumix LX100* dabei, damit konnte ich dann auch die Nordlichter einfangen. Die Nikon habe ich in Deutschland an Nikon zur Reparatur geschickt – dort liegt sie jetzt noch immer…

Nordlichter über den Lofoten, Norwegen
Zum Glück konnte ich auch mit der Panasonic die Nordlichter einfangen!

Mit dickem Fuß kann ich nicht fahren!

Wo: Kvalvika Bucht, Norwegen
Die Wanderung zur Kvalvika Bucht habe ich ja bereits beschrieben. In Erinnerung blieb mir mein Kopfkino am Abend: Als mein Fuß abends nach der Wanderung plötzlich höllisch anfing zu schmerzen und ich im Bett liege und mir ausmale, was ich machen soll, wenn da wirklich was schlimmeres passiert ist… d.h. Bänderriss o.ä.? Das hieße ja: kein Auto fahren! Das ist schließlich mein „Gas-Fuß“. Das Kopfkino hält einige Stunden an. Am nächsten Tag ist der Schmerz schon fast wieder vergessen und die Feststellung: keine Sorge, das VanLife kann weitergehen!

Ja, auch diese Momente machen das Leben im Van aus – es wird nie langweilig! Okay, auf die kaputte Kamera oder den umgeknickten Fuß hätte ich verzichten können… aber aus den meisten Fehlern lernt man schließlich. Und immer daran denken: Life goes on!

In diesem Sinne, lernt aus meinen Fehlern & passt auf euch auf! 😃

Letzte Aktualisierung am 17.03.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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2 Kommentare

  • Zum Glück sind das ja nur kleinere Malheurs, wobei die Kratzer am Van sicherlich am ärgerlichsten sind. Allerdings ist bei einer ernsthaften Verletzung der Wagen das geringere Problem. Gut also, daß Deinem Knöchel nichts ernstes passiert ist. Hast Du außer dem Handy für Notfälle noch ein anderes Kommunikationsmittel? Gerade in Nordskandinavien sind die Lücken im Mobilfunknetz abseits der bewohnten Gebiete doch sicherlich groß?

    • Das Handy ist mein einziges Kommunikationsmittel. Und ganz anders als man meinen mag – der Empfang ist überall hervorragend, solange man sich außerhalb Deutschlands aufhält. Selbst in der tiefsten Pampa Finnlands, wo kein Mensch lebt, hatte ich besseren Empfang als in manchen Gegenden in Deutschland. ;-)

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