Vanlife Digital: Arbeiten unterwegs – wie geht das?

Vanlife digital: Arbeiten unterwegs

Oft bekomme ich die Frage gestellt, wie ich mir dieses Leben on the Road überhaupt leisten kann, ob ich im Lotto gewonnen hätte oder sonst wie eine Menge Geld angehäuft hätte für dieses Abenteuer. Die nüchterne Realität: nein, ich bin nicht im Dauerurlaub unterwegs, sondern muss mir ganz normal mein Geld verdienen um weiter reisen zu können.

Wie geht das? Und wo landet die Post? Wie kannst du überhaupt arbeiten? Das und vieles mehr erfährst du in den nachfolgenden Zeilen:

Vanlife digital: Wie arbeite ich unterwegs?

Digital ist das Stichwort. Ich erstelle hauptsächlich Webseiten für andere Personen oder Unternehmen und berate sie zum Thema Online Marketing. Dafür benötige ich nicht viel: meinen Laptop sowie eine gute Internetverbindung. Damit bin ich gut ausgerüstet. Ein paar Kleinigkeiten habe ich mir für das Leben im Van noch dazu gekauft. Das sind meine „Must-Haves“ für das Arbeiten unterwegs:

Der Mobile Router ist das Herzstück, ohne den käme ich nicht weit. In jedem Land kaufe ich mir meistens eine lokale Simkarte, die dann im Router aktiviert wird. So bin ich fast immer online.

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  • 1500 mAh Akku für bis zu 6 Stunden Ausdauer und 300 Stunden Standby Zeit

Zur Signalverstärkung habe ich zusätzlich diese Antenne gekauft – diese hat sich schon oftmals bewährt, wenn der Empfang mal etwas schwächelte.

Zum Laden des Rechners verwende ich dieses Ladekabel (ich nutze ist die Mac-Version, für alle anderen Laptops gibt’s dieses Ladekabel: Hama Kfz-Notebook-Netzteil*). Damit muss ich nicht extra einen Wechselrichter laufen lassen, um den Laptop zu laden (der selbst Strom verbraucht und mit seinem Lüfter auch noch Geräusche macht). Diese Variante hier ist viel effizienter.

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Meistens sitze ich im Van und arbeite hier am Tisch (hier sitze ich auch und schreibe diesen Artikel). In Cafés setze ich mich selten zum arbeiten, da ich mich dort nur schlecht konzentrieren kann. Das wäre aber noch eine Möglichkeit, vorausgesetzt dort ist WLAN verfügbar.

Während ich diese Zeilen schreibe, stehe ich mit dem Van irgendwo im Wald nördlich von Pamplona an einem Fluss. Der Empfang ist wirklich mies, aber heute ist ja Sonntag – da kann auch das Internet mal ein bisschen langsamer sein. Wenn ich arbeiten muss, achte ich beim Anfahren eines Stellplatzes allerdings darauf, dass der Empfang gut ist. Dies funktioniert übrigens überall besser als in Deutschland!

Mehr über meine Selbständigkeit könnt ihr hier nachlesen: cucuza.de

Wo / wie zahlst du deine Steuern?

Das Thema Steuern ist echt nervig und kompliziert. Da ich mich nur selten in Deutschland aufhalte, wäre ich dort theoretisch nicht mehr steuerpflichtig (bei weniger als 180 Tagen Aufenthalt im Jahr). Im Gegenzug müsste ich aber in dem Land, in dem ich mich aufhalte, die Steuern entrichten. Wie soll das gehen? Das weiß natürlich keiner und es scheint mir auch nicht sonderlich praktikabel, vor allem wenn man alle paar Monate woanders ist. Deshalb zahle ich brav weiterhin meine Steuern in Deutschland.

Es gibt natürlich noch andere Varianten, um Steuern zu sparen. Ein Unternehmen gründen und in Hongkong oder Estland anmelden. Sebastian von Wireless Life gibt in der Kategorie Weltenbürger dazu ausführliche Infos diesem und vielen anderen Themen rund um das Leben und Arbeiten außerhalb von Deutschland.

Wo landet deine Post?

Ich bin weiterhin in Berlin gemeldet und an diese Adresse geht meine Post. Bisher hat meine Freundin Jacqui netterweise die ankommenden Briefe gescannt und mir zugeschickt. Seit kurzem habe ich dafür einen Service aktiviert: digitalkasten.de* – damit wird die Post automatisch digitalisiert und ich kann sie online abrufen. Übrigens: bei Anmeldung über diesen Link digitalkasten.de* bekommen du und ich jeweils 20€ gutgeschrieben.

Der einzige Haken: das ganze funktioniert nur bei Post, die über die Deutsche Post verschickt wird. In Berlin versendet z.B. das Finanzamt Post über einen anderen Anbieter – diese landet dann nicht im DigitalKasten. Ich könnte jetzt noch für jeden der möglichen Anbieter einen Nachsendeauftrag einrichten, aber den Aufwand (und die Kosten) spare ich mir, die wenigen Briefe von dort landen vorerst weiterhin in der heimischen Post.

Geht wirklich alles digital?

Mein Büro ist zwangsläufig so ziemlich ausnahmslos papierlos. Mithilfe diverser Tools & Apps kann ich die meisten Dinge digital erledigen:

  • Rechnungen schreiben & Umsatzsteuer-Voranmeldung mit LexOffice
    Ich verschicke keine Papierrechnungen, sondern versende diese digital. Dafür nutze ich LexOffice. Auch meine Umsatzsteuer-Voranmeldung an das Finanzamt wird direkt über LexOffice verschickt. Aktuell gibt es 15 % Rabatt bei Sofort-Kauf*!
  • Briefe versenden von unterwegs – von digital zu Papier mit PixelLetter
    Falls ich mal einen Brief per Post schicken muss, nutze ich PixelLetter. Ein Standardbrief in Deutschland (bis 9 Seiten) kostet 0,84 EUR je Brief + Porto.
  • Faxe online versenden mit HelloFax
    Auch Faxe kann ich online versenden über HelloFax. Die kostenlose Version mix max. 5 Fax-Seiten pro Monat reicht mir vollkommen aus, so oft brauche ich diesen Service nicht.
  • Notizen sammeln mit Evernote
    Meine Notizen, Ideen und Projektdetails sammle ich mit Evernote. Das ist super praktisch, alle Inhalte sind auf allen Geräten automatisch verfügbar.

Kannst du dich überhaupt auf die Arbeit konzentrieren?

Vanlife digital: Arbeiten unterwegs

Ein schöner Ausblick ist die beste Motivation, die Arbeit schnell zu erledigen, um möglichst viel Zeit vor der Van-Tür verbringen zu können. So viel zur Theorie – das klappt natürlich nicht immer, ist aber immer noch besser, als jeden Tag den gleiche Ausblick aus dem Büro zu haben, oder?

Normalerweise versuche ich, vormittags die wichtigsten Dinge zu erledigen, um am Nachmittag dann etwas zu unternehmen. Aber da spielen natürlich noch andere Faktoren mit rein. Wenn ich ein Projekt abliefern muss, arbeite ich auch mal den ganzen Tag, oftmals auch am Wochenende. Denn für mich sind die Wochentage inzwischen gar nicht mehr so relevant. Ich arbeite, wenn ich Zeit und Muse habe und mache „Wochenende“, wenn es gerade in den Kram passt.

Und soll ich euch was verraten? Ich arbeite ganz sicher keine 40 Stunden pro Woche… es sind definitiv weniger, schließlich will ich was sehen von der Welt und nicht nur arbeiten, oder? Mit dem Geld komme ich ganz gut aus, die Ausgaben on the Road sind überschaubar. Mehr dazu findest du hier:

Vanlife Zahlen & Fakten - die Kosten on the Road

Kann das jeder machen – ab in den Van und online Geld verdienen?

Auch wenn dies von vielen der „Digitalen Nomaden“ so suggeriert wird: bereise die Welt und verdiene einfach online dein Geld – nein, ganz so easy ist das alles nicht. Ich bin seit 2011 selbständig tätig und habe quasi meinen Kundenstamm und mein Netzwerk mit auf Reisen genommen. Das heißt, ich hatte vorher bereits 5 Jahre in meiner Selbständigkeit gearbeitet.

Gerade die ersten 1-2 Jahre sind anstrengend, wenn man erst mal Kunden finden muss. Dies stelle ich mir von unterwegs aus noch viel schwerer vor. Sicher ist das nicht unmöglich, aber ich würde mit dieser Ungewissheit das Leben on the Road nicht genießen können.

Deshalb mein Rat: vorm Losfahren entweder genug Geld sparen, im Lotto gewinnen oder eben die Selbständigkeit bereits zuhause starten und die ersten Hürden noch vor Ort überwinden, bevor du irgendwann am Nordkap stehst und dir das Geld ausgeht.

Ich schreibe hier natürlich nur von meinen Erfahrungen als Selbständige mit Kundenprojekten. Natürlich gibt es noch andere Formen, um online Geld zu verdienen. Über den Blog verdiene ich derzeit ein kleines Taschengeld durch ein bisschen Werbung auf der Seite und Kooperationen mit anderen Unternehmen. Wenn ich mal dazu komme, möchte ich dieses Thema gerne weiter ausbauen.

Alle machen irgendwas in diesem Internetz, warum?

Das stimmt, die meisten Leute die ich inzwischen on the Road kennen gelernt habe, arbeiten in irgendeiner Form online. Warum? Ganz einfach: du bist ortsunabhängig und brauchst nicht viel Material – außer deinen Rechner und einen Internetzugang. Ob Webdesign, Grafiker, Fotografen, Texter… da ist vieles möglich!

Natürlich gibt es noch andere Wege, unterwegs Geld zu verdienen, diese stelle ich mir aber um einiges komplizierter vor. Handwerker z.B. müssen auch erst mal Kontakte knüpfen um Aufträge vor Ort zu bekommen. Man muss den lokalen Markt kennen, ggf. auch die Sprache sprechen. Bei Herman Unterwegs gibt’s einige Interviews mit spannenden Menschen und ihren Lebenskonzepten on the Road. Wenn ihr noch jemanden kennt, der sein Geld unterwegs offline verdient, schreibt mir gerne einen Kommentar – ich bin neugierig, was da so alles möglich ist!

Na, wann startest du ins Vanlife? :-)

Vanlife Digital: Arbeiten unterwegs – wie geht das?
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AMAZON LINKS IM BEITRAG: Letzte Aktualisierung: 13.10.2017 / Affiliate Links* / Bilder von der Amazon Product Advertising API

8 Kommentare

  • Hi Mandy,
    Dein Beitrag bringt es auf den Punkt! Wir haben die Selbstständigkeit erst on the Road aufgebaut und das ist wirklich nicht so einfach. Ich würde ebenfalls jedem empfehlen, die selbstständige Arbeit schon vor dem Vanlife zu starten. Es muss aber gar nicht unbedingt digital sein. Wir haben in einer Interviewreihe auf unserer Homepage verschiedenste Menschen mit den verschiedensten Jobs interviewt und viele davon sind tatsächlich analoge Nomaden. :) Vom Handwerker über Pferdetrainer bis hin zum Tauchlehrer!

    Liebe Grüße,
    Micha

  • Sehr schöner Einblick und gute Tipps! Ich bin gerade Anfang diesen Monats in die Selbstständigkeit gestartet, habe den Schritt aber auch schon zwei Jahre lang vorbereitet. Ich muss aktuell erst einmal richtig ankommen. Mach weiter so, ich lese immer gern deinen Blog und verfolge über FB deine Reisen!

    Liebe Grüße,

    Matthias

    • Danke für das nette Lob, Matthias! Das freut mich! Und ich freue mich, dass es für dich auch so gut funktioniert. Fotografie ist auch ein Thema, das auf meiner Wunschliste steht, welches ich gerne mehr „professionalisieren“ möchte. Dann schau ich mal öfter auf deiner Seite vorbei! :-)
      Viele Grüße,
      Mandy

    • Ja, das mache ich auch. Das Amazon Plugin fügt normalerweise automatisch ein (*) hinter jeden Titel, und im Footer steht die Erklärung dazu. Aber aus irgendwelchen Gründen wird das grad nicht angezeigt, ich warte noch auf Feedback vom Plugin Autor. Ich will das schon alles transparent halten und nix verheimlichen.
      Update: das Sternchen ist wieder da. :-)

  • Sehr interessant zu wissen, wie so etwas funktioniert. Diese Tipps sind echt Goldwert. Reise und unterwegs arbeiten wäre aber glaube ich nichts für mich :). Aber großen Respekt an dich.

  • Hallo Mandy,

    ein spannender Artikel! Wir haben eben einen ähnlichen geschrieben – haben uns unterwegs selbstständig gemacht (auch mit Websites und Co) und von unserem Reisefahrzeug aus in Südamerika gearbeitet. Nicht nur einfach und wir sind noch lange nicht am Ziel, aber wir sind frohen Mutes.

    Alles Liebe und viele Grüsse
    Sabine und Andy

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