Vanlife Zahlen & Fakten – die Kosten on the Road

Vanlife Zahlen & Fakten - die Kosten on the Road

Ich habe die letzten Monate on the Road fleißig Buch geführt und meine Ausgaben aufgeschrieben. Die ersten drei Monate ging die Reise durch Skandinavien, bekanntermaßen nicht das günstigste Reiseziel. Inzwischen bin ich in Spanien, wo die Preise ein ganzes Stück günstiger sind.

Die erste logische Erkenntnis: Es ist ein riesiger Unterschied, ob ich in Norwegen oder in Spanien unterwegs bin. Die Spritkosten sind bei mir der höchste Kostenfaktor.

Nachfolgend bekommt ihr einen Einblick in die variablen Kosten, die unterwegs anfallen. Die Fixkosten (Versicherungen, Abos, Kredit…) werde ich in einem separaten Beitrag auflisten.

Skandinavien – Kosten pro Monat im Durchschnitt

Sprit 330€
In Norwegen waren die Spritkosten am höchsten. Das lag an zwei Faktoren: zum ersten am Preis (über 1,50€ pro Liter), zum anderen daran, dass ich in recht kurzer Zeit sehr viele Kilometer gefahren bin. In Norwegen betrugen die Spritkosten satte 50% der Gesamtausgaben. Das lag sicherlich auch daran, dass ich in dort viele weite Strecken gefahren bin in recht kurzer Zeit. Und bei Diesel-Preisen von unter 1€ in Spanien und in Norwegen über 1,50€ pro Liter – das macht sich schnell bemerkbar im Geldbeutel.

Stell-/Campingplätze 104€
Darunter fallen Kosten für Übernachtung auf Stell- oder Campingplätzen, sowie weitere Kosten, die auf den Plätzen manchmal anfallen, z.B. Wäsche waschen. Anfangs in Schweden war ich noch oft auf Stellplätzen, später habe ich immer mehr und viel lieber frei gestanden. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern ist einfach viel schöner!

Ausgehen 105€
Darunter fallen Restaurantbesuche u.a. abendliche Unterhaltung, die ich mir in Skandinavien gegönnt habe. Vor allem in Stockholm war ich viel unterwegs. In Norwegen bin ich ein einziges Mal ausgegangen – an meinem Geburtstag. Mehr konnte und wollte ich mir dort nicht leisten.

Lebensmittel 96€
Der Posten Lebensmittel ist deshalb recht gering, weil ich im Kofferraum eine Menge Vorrat aus Deutschland dabei hatte. Ich musste nur ab und an frisches Obst & Gemüse kaufen, alles andere war da.

Krimskrams 66€
Dazu gehört so kleiner Schnickschnack wie Postkarten und Souvenirs, die ich unterwegs kaufe. 40€ davon habe ich beim Weihnachtsmann in Rovaniemi, Finnland gelassen…

Genussmittel 74€
Dieser Posten beinhaltet Dinge wie Süßigkeiten, Alkohol und Zigaretten. Ja, nobody’s perfect. ;) 

Kleidung 61€
In Oulu, Finnland habe ich mir eine gescheite Regenjacke und eine Fleecejacke gekauft, weil es doch ziemlich kalt wurde, je weiter ich in den Norden kam.

Internet 31€
Das Internet hat mich in jedem Land ungefähr gleich viel gekostet. Details dazu gibt’s hier zum nachlesen: Im Van durch Skandinavien – Fragen & Antworten zum VanLife

Kosmetik 26€
Unter den Punkt Kosmetik fällt u.a. der Friseurbesuch in Umeå in Schweden (schlappe 45€).

Maut 19€
Maut habe ich nur in Schweden und Norwegen gezahlt. Aus Schweden kamen bisher zwei Rechnungen in Höhe von sagenhaften 3€ bei mir an, aus Norwegen der dicke Batzen von 54€.

Hier könnt ihr die Aufteilung der Kosten pro Land sehen – Schweden, Finnland & Norwegen:

Ausgaben in Skandinavien

Summa summarum waren es 920€, die ich in Skandinavien monatlich ausgegeben habe – und das sind nur die variable Kosten!

Wenn ich jetzt im Vergleich dazu meine Ausgaben vom letzten Monat aufliste, werdet ihr den Unterschied schnell sehen. Die letzten Wochen war ich ein paar Tage in der Schweiz und Frankreich, seit dem 2.11. bin ich nun in Spanien unterwegs.

Vanlife in Spanien
Vanlife in Spanien mit den Gipfelträumern

Kosten in Spanien im Vergleich zu Skandinavien (pro Monat)

AusgabenSpanienSkandinavien
Sprit283 €330 €
Ausgehen0 €105 €
Lebensmittel61 €94 €
Übernachtung39 €104 €
Genussmittel56 €75 €
Internet73 €40 €
Kosmetik0 €26 €
Krimskrams14 €66 €
Maut18 €20 €
Klamotten0 €61 €
Gesamt584 €920 €

Ein paar Änderungen haben sich ergeben:

  • Die Kosten für Übernachtungen sind gesunken, einfach weil ich seltener auf Stellplätze fahre und weil die Preise hierfür in Spanien natürlich auch meist günstiger sind als im Norden.
  • Ich habe Kosmetikkram und auch ein paar Vorräte an Lebensmitteln auf meiner Durchreise in Deutschland eingekauft, deshalb habe ich derzeit keine Ausgaben dafür.
  • Die Kosten für Internet waren so hoch, da ich an den 3 Tagen in der Schweiz extra drauf zahlen musste (Schweiz gehört ja nicht zur EU und ist deshalb in meinem Vertrag nicht inklusive). In Spanien zahle ich derzeit 40€ für 20 GB Datenvolumen.
  • Kleidung habe ich genug, da ist derzeit kein Bedarf.
  • Ausgehen: das stand in den letzen vier Wochen einfach nicht auf meiner Agenda. :)

Die Auflistung zeigt ganz gut, wie unterschiedlich die Ausgaben in den verschiedenen Ländern sind. Deshalb kann man so pauschal gar nicht sagen, wie teuer ein Leben im Van denn nun ist. Ich habe ja auch ganz andere Vorlieben, gehe selten aus, esse kein Fleisch… all diese Faktoren beeinflussen die Ausgaben natürlich auch.

Meine Prämisse: nicht mehr Geld ausgeben als ich einnehme

Eine alte Weisheit die sich bewährt – und das funktioniert wunderbar. Ich muss jetzt nicht jeden Cent einzeln umdrehen, haue das Geld aber auch nicht unbedacht zum Fenster raus.

Im nächsten Beitrag werde ich mal die Fixkosten auflisten – Kosten, die jeden Monat anstehen, wie z.B. Krankenversicherung, Autokredit, Handy-Vertrag, etc. So viel kann ich schon mal verraten: das Vanlife ist ein Stückchen günstiger als mein Leben zuvor in der Wohnung in Berlin! 

Update: hier geht’s zu Teil 2 – Vanlife vs. Wohnung – der Fixkosten-Vergleich

10 Kommentare

    • Ich freue mich meistens nicht so doll auf die fixten Kosten. Ich Witzbold… ;-)
      Ja, der Beitrag zu den Fixkosten kommt in den nächsten Tagen, muss ich nur noch fertig stellen.
      Liebe Grüße!

  • Liebe Mandy,

    danke für den Einblick! Sehr spannend und immer gut zu wissen, womit man so rechnen muss…
    Ich verfolge alles weiter und sauge jede Vanlife-Info gebannt auf ;-)

    Liebe Grüße
    Anne

  • Meine Spritkosten sind nur halb so hoch – und wenn ich den Winter an der Algarve verbringe sogar noch niedriger. Dieser Faktor ist einfach sehr vom Reisetempo abhängig. Dafür sind unsere Lebensmittelkosten höher – haben keinerlei Vorräte, kaufen immer alles vor Ort und gehen gerne auch mal essen. Hier habe ich vor ein paar Monaten mal meine Kostenaufstellung gemacht: http://www.crosli.de/6-monate-leben-im-wohnmobil/

    • Danke für deinen Link, Tanja! Interessant zu sehen wie unterschiedlich die Ausgaben sind. Die Spritkosten werden bei mir in den nächsten Wochen/Monaten auch nachlassen, weil ich nicht mehr so viel fahren werde – bin auch in Portugal und freue mich drauf, wenn wir uns mal über’n Weg fahren! :)

  • Hallo Mandy.
    Vielen Dank für die aufschlussreiche Aufstellung :) Immer gut zu wissen auf welche Ausgaben man sich ungefähr einstellen muss und wie groß die Unterschiede doch sind.
    Mein Projekt Vanlife steckt noch in den Kinderschuhen. Diesen Winter wird erstmal der Bus angeschafft, aber ich freue mich schon riesig drauf.
    Mal sehen, welche Überraschungen in punco Fixkosten auf mich zukommen.
    Liebe Grüße aus dem Wunderland
    Dori

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