Macht Reisen glücklich bzw. Was macht glücklich auf Reisen?

Macht Reisen glücklich?

Ich hänge gerade mit einer kleinen Erkältung zuhause rum und schwelge in Erinnerungen und vor allem in Vorfreude auf unsere nächste Reise nach Israel nächste Woche! Beim Lesen durch die vielen Reiseblogs (das hilft bei der Genesung – Kopfkino und Fernweh verdrängen jeden Gliederschmerz ;) bin ich eben über den Artikel 30 Jahre später… wo einst mein Reiseglück begann von puriy gestoßen. Erinnerungen an mein erstes Ferienlager in Seifhennersdorf! Ha!

Und dieser Artikel brachte mich wiederum auf die Blogparade von Reisemeisterei zum Thema Was macht glücklich auf Reisen?. Eine spannende Frage, der ich mich direkt mal angenommen habe. Lasst uns ein wenig philosophieren… zuerst eine Grundsatzfrage:

Macht Reisen glücklich(er)?

Was Glück genau ist, möchte ich hier nicht definieren. Ich denke das ist sehr subjektiv und sollte jeder für sich selbst herausfinden.
Ich bin wahrlich kein Pessimist, aber dass das Reisen selbst einen dauerhaften Glückszustand auslösen kann, wage ich zu bezweifeln. Für den Moment der Reise stellt sich bestimmt ein gewisses Glücksgefühl ein – etwa weil der Reiseort so traumhaft ist, die Menschen so nett, etc. Aber auf Reisen zu gehen, um unterwegs das Glück zu suchen oder zu hoffen, dass es einem dann besser geht, funktioniert meiner Meinung nach nicht.

Dennoch kann das Reisen dazu beitragen, sich die Zeit zu nehmen und über sich selbst und sein Leben nachzudenken, den Alltag zu reflektieren und sich zu fragen, ob man mit der aktuellen Situation zufrieden (oder gar glücklich) ist oder ob sich etwas ändern muss.

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Aber zurück zur eigentlichen Frage:

Was macht glücklich auf Reisen?

Freiheit

Mein größtes Glücksgefühl auf Reisen ist immer die Freiheit und die Weite. Schon bei der Reisevorbereitung bekomme ich ein Gribbeln im Bauch, wenn ich auch nur über die Reise nachdenke und Pläne schmiede. Unterwegs genieße ich die meist unbekannten Orte und lasse sie einfach auf mich wirken. Die Welt ist grenzenlos (in meinem Kopf zumindest) und das Gefühl, auf Reisen zu sein und Neues zu entdecken, ist für mich Glück pur.

Das In-Bewegung-Sein (gibt’s dafür ein besseres Wort??) ist dabei ein wichtiger Punkt. Ich habe einen Drang in mir, der mich einfach nicht lange still sitzen lässt. Meine Mutter kann ein Lied davon singen, denn sie hat mir schon bei unzähligen Umzügen geholfen (über Frankfurt – Berlin – Augsburg – Heilbronn – Mannheim – Buenos Aires – wieder zurück nach Berlin) und jedes Mal gehofft, dass ich nun endlich sesshaft werde (was wohl nicht so schnell passieren wird). Und dieser Drang nach Bewegung und Veränderung treibt mich auch immer wieder an, neue Orte zu bereisen.

Magische Momente

Diese kleinen, meist unerwarteten Momente auf Reisen machen oftmals den Trip aus und bleiben für immer in Erinnerung.

  • Unglaublich beeindruckende Landschaften, z.B. auf dem Rücken von Dromedaren durch die Wüste Marokkos zu laufen und sich wie auf einem anderen Planeten zu fühlen.
  • Begegnungen mit interessanten Menschen, denen man sonst nie über den Weg gelaufen wäre, z.B. die netten alten Herren vom Salford Lads Club bei Manchester, die einfach zu goldig waren und mir nach Feierabend noch den Club gezeigt und mich wieder zurück ins Hotel gefahren haben.
  • Kleine Gesten, wie das Lächeln fremder Menschen auf der Straße (das passiert in Berlin quasi nie)
  • Überraschende Momente, z.B. planlos durch die Straßen zu ziehen ohne zu wissen, was einen an der nächsten Ecke erwartet. So ging es mir fast die ganze Zeit in Lissabon, und es war traumhaft!
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Das sind Momente, wenn man einfach innehält und sich bewusst wird, was für ein Glück man hat dies erleben zu können. Genau diese Momente bleiben für immer in Erinnerung und sind für mich der beste Grund immer wieder und immer öfter und immer länger auf Reisen zu gehen!

Was denkt Ihr über das Glück auf Reisen?
Viele weitere tolle Gedanken zum Thema findet ihr verlinkt auf Reisemeisterei.

Das Foto stammt von einer Reise nach Kolumbien 2009 (traumhafter Strand im Nationalpark Tayrona)

8 Kommentare

  • Schön, dass ich Dich inspiriert habe ;-) Witzig finde ich, dass Du auch 2009 im Tayrona Park warst. Meine Hängematte habe ich übrigens in der Rundhütte auf Deinem Foto befestigt… LG, Madlen

    • Na das is ja witzig! Vielleicht sind wir uns ja sogar über den Weg gelaufen, who knows! :)
      Wir haben damals die ganz billige Variante der Übernachtung gewählt – unten am Strand, neben dem „Restaurant“. :) Schöne Erinnerung, war so traumhaft dort…

  • Du hast das wiedermal sehr gut in Worte gefasst. Die grosse weite Welt zu entdecken macht uns Abenteurer schon zu Glückspilzen. Diese vielen Kulturen, Länder, traumhafte Strände, Natur, usw erleben zu dürfen. Ich empfinde es als grosses Glück meinem Kind die Welt zeigen zu können und zu sehen wie er Freunde in fernen Ländern findet, weil Kinder einfach so unkompliziert sind und sich nicht über die Sprache verständigen müssen, um miteinander zu spielen und Spass zu haben und wie fasziniert wir immer wieder durch die Lande streifen und Neues entdecken und das reisen sooo sehr geniessen. Schon allein die Planung für die nächste Reise und die Vorfreude auf das Neue. Reisen macht auf jeden Fall glücklich, tolle Erinnerungen an das Erlebte, davon zehrt man ewig. Zum glücklich sein im Leben gehört natürlich noch mehr als nur das reisen, aber ich denke wer viel erlebt ob nah oder fern strahlt eine Zufriedenheit und Kraft aus und geht viel gelassener durchs Leben. Toller Blog Mandy:-)) Les immer wieder gerne über deine Reiseerlebnisse und lass mich inspirieren!

    • Danke für das Lob, Diana! Das freut mich sehr und motiviert zum Weiterschreiben!
      Ja, ich glaube für Kinder ist Reisen das größte Abenteuer überhaupt und die beste „Schule“ um ein Verständnis für die Welt und ihre verschiedenen Kulturen zu bekommen. In unserer Kindheit waren wir ja sehr „eingeengt“ da hinter der Mauer, den Reisedran holen wir jetzt einfach nach. :)

  • Hallo Mandy,

    durch Zufall über Deinen Blog gestolpert und bei Deinen Überlegungen hängengeblieben.

    All Deinen Punkten, was auf Reisen glücklich macht, kann ich nur zustimmen. Vor allem aber Deinem Satz „aber dass das Reisen selbst einen dauerhaften Glückszustand auslösen kann, wage ich zu bezweifeln“. Wenn man unglücklich auf eine Reise geht, kann es noch so schön vor Ort sein – man wird es nicht genießen können. Ich glaube ein „Mit-sich-im-Reinen-sein“ ist die Voraussetzung, um Glück auf Reisen zu empfinden – und dann ganz lange davon zehren zu können.

    Viele Grüße

    Daniela

  • Willkommen im Club der kranken Kopf-Kino-Reisenden ;)
    Das habe ich die ganze letzte Woche gemacht – naja, zumindest den letzten Teil, als es mir dann besser ging. Zum einen steht bald ein Urlaub an, auf den ich mich riesig freue, zum anderen habe ich an meinem Blog getüfftelt.

    V.a. war ich in Gedanken in der Toskana, in Florenz, wo ich einige Wochen verbracht habe. Und allein der Gedanken an diese Zeit war so herrlich. Die lauen Frühlingsnächte, die wir damit verbrachten, einfach hervorragenden Straßenmusikern zuzuhören, die warmen Tage, die ich in Fiesole verträumte, die Museen, der völlig normale Alltag außerhalb des normalen Alltags, das Gefühl, für eine Zeit wirklich in dieser Stadt zu leben und sie nicht nur für ein paar Tage zu besuchen.
    Ich glaube, das ist der Grund, warum ich auch so gerne umziehe (naja, das Umziehen selbst macht nicht Spaß), aber ich liebe es, eine fremde Stadt zu entdecken, in der ich einen Alltag habe. Das ist ein ganz anderes Erlebnis, als ein bloßer Besuch, ein viel tieferes Eintauchen und Erleben. Wenn man nur drei, vier Tage irgendwo ist, dann ist man meist voll mit Plänen. Wenn man einen oder zwei Monate – oder länger – irgendwo ist, dann kann man ständig sich einfach mal verlaufen, denn man hat viiiieeeel mehr Zeit dazu. :)

    Liebe Grüße,
    Ilona

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