In der Wüste Marokkos mit Jimi Hendrix & Bob Marley

Wüstentour Merzouga in Marokko

Eine meiner schönsten Reiseerinnerung dieses Jahres war definitiv unsere Rundreise durch Marokko. Und das ganz spezielle Highlight war für mich der Ausflug nach Merzouga, ein kleines Wüstendorf mitten in der marokkanischen Sahara. Daran musste ich kürzlich mal wieder denken, als ich witzigerweise die beiden Dromedare namens Jimi Hendrix und Bob Marley in einer TV-Doku „Umzug“ gesehen hatte. Zumindest bin ich mir sehr sehr sicher, dass das die beiden waren!

Merzouga ist ein winziges Dörfchen im Süden Marokkos mit genau einer „Hauptstraße“, auf der alles passiert (Bushaltestelle, kleine Shops, Touranbieter, das war’s). Dort kamen Alex und ich nach einer 14-stündigen Busfahrt von Ouazazarte endlich an. Es war schon dunkel und wir wussten nicht so recht, wie es wohl weiter geht. Doch noch bevor wir uns in der Wüste verlaufen konnten, hörte ich jemanden meinen Namen rufen und vor uns stand Youssef – unser Host, Koch, Unterhalter und Guide für die nächsten Tage.

Youssef, ein sehr herzlicher und witziger Typ, brachte uns in sein wunderschönes kleines Riad Chez Youssef mit liebevoll hergerichteten Zimmern und einem gemütlichen Innenhof mit einer Palme als Schattenspender. Obwohl es schon spät war, bekochte er uns noch lecker und gab und Tipps für unseren Tagesausflug auf dem Rücken der Dromedare am nächsten Tag.


Youssef beim Bestäuben der Palmenblüten – er wies uns extra darauf hin, dass es sich hierbei nicht um eine Showeinlage für uns handelt, er muss das tatsächlich öfters mal machen. ;)

Nach einem sehr ausgiebigen und leckeren Frühstück ging es los zur Wüstentour mit unserem Dromedar-Flüsterer Youseff (ein anderer Youseff). Unsere beiden Wüstentaxis hießen Bob Marley und Jimi Hendrix. Die waren gut drauf, rochen etwas streng, machten ab und an seltsame Geräusche und hatten leider überhaupt keine Stoßdämpfer. Schmerzende Popos waren also vorprogrammiert.

Nach ca. 1,5 Stunden auf dem Rücken von Jimi & Bob erreichen wir mittags das Wüstencamp. Dort treffen wir auf Ricardo, ein Fotograf aus Italien, der hier ein paar Nächte verbringt zum fotografieren. Wir bekommen leckeres Essen serviert und entspannen bei einer Siesta.

In der Zwischenzeit zog ein heftiger Sturm auf, der das ganze Camp durchfegte. Wir warten eine Weile ab und hoffen darauf, dass sich der Sturm wieder legt. Doch gegen 16 Uhr machen wir uns trotz anhaltendem Sandsturm auf den Rückweg, das Gesicht gut verpackt mit Schal u.a. verfügbaren Stoffen. Es ist super windig, Sand überall, man kann kaum die Augen aufmachen! Die Dromedare haben so wunderschöne lange Wimpern, denen macht der Sandsturm nichts aus.

Wir (bzw. Jimi und Bob) laufen noch zu einer der größten Dünen in der Gegend, damit wir uns von dort aus den Sonnenuntergang ansehen können. Leider gab es außer Sand und Staub nicht viel zu sehen. Also entscheiden wir uns für die Rückkehr zum Riad. Zuvor bietet uns Youssef noch ein paar Andenken an und wir kaufen eine schöne Kamelfamilie handgefertigt aus einem Stein – in Andenken an Jimi und Bob.

Zurück im Riad, duschen wir uns erst mal den Sand weg. Youssef schlägt vor, dass wir – quasi als „Entschädigung“ für den entgangenen Sonnenuntergang – am nächsten Morgen den Sonnenaufgang ansehen könnten. Gute Idee! Also hieß es 5:30 Uhr aufstehen, Youssef hat uns geweckt und einen Tee gekocht – sooo lieb! Und es hat sich wirklich gelohnt! Nur meine Kamera wollte irgendwann nicht mehr so recht (Sand im Getriebe…).

Diese zwei Tage in der Wüste waren so wunderschön! Diese unglaubliche Wüstenlandschaft hat mich schwer beeindruckt. Und vor allem die Tatsache, dass dort tatsächlich Menschen leben (können), die obendrein so nett zu uns waren. Unvergesslich!

Das war nur ein kleiner Teil unserer Reise durch Marokko, aber definitiv das tollste Erlebnis! Also, falls ihr mal in der Nähe seid, bucht auf jeden Fall ein Zimmer bei Youssef (nein, ich bekomme keine Provision dafür, ich möchte nur dass ihr auch die beste Zeit dort habt). Und sagt Jimi & Bob schöne Grüße!

Bilder vom Ausflug in die Wüste:

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9 Kommentare

  • Hach, schöne Fotos! Fühle mich gleich zurückversetzt an mein Abendteuer dort! Muss man einfach selbst sehen, um die Magie zu fühlen!

  • Sandstürme sind eine Naturgewalt, die in der Wüste vorkommen kann. Ihr habt euch ja den Urlaub davon nicht verderben lassen, ganz im Gegenteil. Vielen Dank für den Tipp mit „Chez Youssef“, da werde ich das nächste Mal in Merzouga vorbeischauen!

  • Hi, wow das hört sich fantastisch an!
    Ich fliege auch im März nach Marokko und werde mir Merzouga definitiv vormerken.
    Hast du die Hotels alle schon vorab gebucht? Wir möchten gerne vorher nicht buchen, sondern spontan gucken. Wie schätzt du das ein, klappt das in Marokko gut?

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Mareike

    • Hallo Mareike, danke für deinen Kommentar!
      Die Hotels haben wir meistens erst von unterwegs aus gebucht, ein paar Tage vor Anreise, weil wir auch flexibel sein wollten und nie genau wussten, wie lange wir an einem Ort bleiben werden. Das ging ganz gut, wir hatten nie Probleme was zu finden.
      Eine schöne Reise wünsch ich dir! :)

  • Hallo! Da ich auch demnächst nach Marokko fliege, bin ich beim Recherchieren auf deinen Blog gestoßen. :)
    Ich hab vor mit einer Freundin (sind dann 2 Mädels) uns einer Reisegruppe anzuschließen über den gesamten Zeitraum (13 Tage). Wir trauen uns jetzt doch nicht so recht das Land auf eigene Faust mit einem Leihwagen zu erkunden, obwohl es für uns beide nicht das erste Mal wäre auf diese Art zu reisen. In Marokko wollen wir zumindest bei unserem ersten Besuch doch lieber auf Nummer Sicher gehen. Ich weiß vermutlich jetzt schon, dass ich nochmal hingehen werde, da die Rundreise nicht komplett alles abdeckt, was ich gerne sehen würde. :)
    Meinst du wir machen damit einen Fehler? Sollten wir doch individuell reisen? Es wäre ein Reise für junge Leute.
    Liebe Grüße, Isi :)

    • Hallo Isi,
      ich glaube für den Start ist das vllt. gar nicht so ’ne schlechte Idee, erst mal in einer Gruppe zu reisen. Ich habe mich in Marokko ganz wohl gefühlt, allerdings war ich auch mit einem Freund unterwegs, ich weiß nicht wie die Leute auf allein reisende Frauen reagieren. Außerhalb von den Städten geht es eh sehr ruhig zu, da hat’s mir am besten gefallen. :)
      Vllt. könnt ihr ja einen Teil der 13 Tage in der Gruppe reisen und am Ende noch ein paar Tage alleine? Dann habt ihr auch ein besseres Gefühl/Verständnis für das Land.
      Eine schöne Reise wünsche ich euch!
      Mandy

    • Hi Stephanie,
      die Tour haben wir damals glaub spontan vor Ort gebucht – das hat der Besitzer unseres Guest Houses organisiert.
      Das ist vermutlich auch viel günstiger als wenn du das vorab buchst. Den Preis weiß ich leider nicht mehr, aber es war nicht teuer…

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