Der Weg zum Nordkap – eine Reise in Bildern

Am Nordkap, Norwegen

Die Fahrt zum Nordkap – lange hatte ich mich darauf gefreut! Dass der Weg zum Nordkap noch viel schöner sein soll als das Ziel selbst, hatte ich mehrfach gehört. Von Finnland ging die Fahrt nach Norwegen – mein erstes Mal in diesem Land, entsprechend groß ist die Vorfreude!

Das erste Ziel in Norwegen ist direkt das Nordkap. Und was soll ich sagen? Ich kann es nur bestätigen – die Fahrt zum Nordkap hat mir echt die Sprache verschlagen! Ich sitze am Steuer und sehr oft kommt mir ein „krass!“ oder „irre!“ über die Lippen, während ich kontinuierlich am grinsen bin.

Weg zum Nordkap, Norwegen

Entlang der Küste am Porsangerfjord schlängelt sich die Straße E69 und eine faszinierende Landschaft breitet sich vor mir aus. Manchmal komme ich mir vor wie in einem Film – Avatar z.B. Grüne hohe Berge, Felswände, noch mehr Berge am Horizont, glasklares (und eiskaltes) Wasser im Fjord. Hier und da ein einsames Haus am Fjord. Die Bilder erinnern mich manchmal an diese kitschigen Puzzle-Motive – jetzt weiß ich es, die gibt es wirklich!

Weg zum Nordkap, Norwegen

Der Wind weht heftig und wackelt ordentlich am Van. Ich fahre langsam und genieße einfach den Ausblick. Es wird langsam Abend und ich muss mir einen Schlafplatz suchen. Der erste Versuch in Lakselv scheitert an viel zu heftigem Wind. Der Stellplatz liegt direkt am Fjord und man ist dem Wind komplett ausgeliefert. So kann ich nicht schlafen – also geht die Fahrt weiter.

Auf einem Parkplatz, der windgeschützt am Fjord liegt, finde ich letztendlich einen guten Platz für die Nacht. Am nächsten Morgen werde ich ziemlich früh von einem grunzenden Geräusch geweckt – die tierische Überraschung könnt ihr hier ansehen: Auf dem Weg zum Nordkap – Tierische Begrüßung in Norwegen!

Rentiere im Fjord in Norwegen

StellplatzYtre Svartvikka, Russenes
Preis: kostenlos
Ausstattung: Toilette, unbezahlbarer Ausblick, mit etwas Glück morgentlicher Rentier-Besuch

Nach einer heißen Dusche und Frühstück im Van geht die Reise weiter in Richtung Norden. Und die Landschaft lässt keine Wünsche offen! Die Fahrt ist wirklich schön und zum Glück herrscht recht wenig Verkehr. Nur ab und an werde ich von einem norwegischen Pkw überholt – die nervt mein lahmes Herumkutschieren bestimmt. Aber es geht alles sehr entspannt zu.

Weg zum Nordkap, Norwegen

Auf der Strecke zum Nordkap gibt es mehrere Tunnel zu durchqueren. Der längste ist der Nordkaptunnel, welcher die Insel Magerøya, auf der das Nordkap liegt, mit dem Festland verbindet. Dieser führt unter dem Meer hindurch – entsprechend krass ist das Gefälle: mit 9% geht es abwärts in die Tiefe für ca. 3 km, und dann das gleiche wieder nach oben. Irre!

Nach dem Tunnel sind es noch ca. 50 km bis ich endlich am Nordkap ankomme. Der Van ist ordentlich am schnaufen, bis dahin hat er noch einige Berge zu erklimmen. An den Spritverbrauch denke ich lieber nicht… Das Wetter ist sehr durchwachsen. Die meiste Zeit regnet es.

Weg zum Nordkap, Norwegen

Am Nordkap

Angekommen am berühmten Nordkap, hört der Regen netterweise für eine zeitlang auf! Ich flitze schnell raus und stelle mich in den Wind für das obligatorische Selfie am Nordkap-Globus. Na ja, 3-Wetter-Taft hätte meiner Haarpracht vielleicht geholfen…

Am Nordkap, Norwegen

Die Umgebung des Nordkaps ist schön, aber – wie anfangs schon gesagt – nicht zu vergleichen mit dem Weg dorthin!

Am Nordkap, Norwegen

Kurz nach meiner kleinen Erkundungstour am Nordkap kommt ein Bus mit einer Reisegruppe schwäbelnder Damen und Herren angerollt. Das gute daran: das Besucherzentrum ist seit 15 Uhr geschlossen – für die Reisegruppe wird es noch mal geöffnet. So kann ich mich mit hinein schummeln, mich etwas aufwärmen und die Postkarte für Mutti kaufen.

Zurück am Parkplatz fällt mir dieses beeindruckende Gefährt auf – witzigerweise mit Dresdner Nummernschild. Wir Sachsen sind halt überall!

Am Nordkap, Norwegen

Der Rückweg vom Nordkap

Auf der Rückfahrt mache ich abends Halt an einem verlassenen Stück Land, mit tollem Blick auf den Fjord. Dieses Mal werde ich nicht von Rentieren überrascht, sondern bleibe ganz allein auf weiter Flur…

Weg zum Nordkap, Norwegen

Am nächsten Morgen scheint sogar ein wenig die Sonne und so freue ich mich auf die Rückfahrt – die gleiche schöne Strecke entlang der E69 bis nach Olderfjord. Diesmal lasse ich mir noch mehr Zeit, halte öfter an um Fotos zu machen und mich einfach am Ausblick zu erfreuen.

Weg zum Nordkap, Norwegen

Weg zum Nordkap, Norwegen

Weg zum Nordkap, Norwegen

Weg zum Nordkap, Norwegen

Weg zum Nordkap, Norwegen

Weg zum Nordkap, Norwegen

Ich bin so froh, dass ich das Nordkap besucht habe und diese wunderschöne Strecke sehen und genießen konnte! Kurz hatte ich überlegt, nicht dahin zu fahren, weil mich ein paar Tage zuvor in Finnland ein blöder Schnupfen geschwächelt hatte und ich keine Lust auf noch kälteres Wetter hatte. Aber zum Glück war der Schnupfen schnell wieder weg und meine Reiseroute gen Nordkap blieb bestehen.

Also, wenn du jemals Lust auf frische Luft im hohen Norden hast – fahre auf jeden Fall zum Nordkap!

Tipp für den Besuch am Nordkap

Der Besuch am Nordkap kostet normalerweise 260 NOK (ca. 28€) Eintritt. Das finde ich ziemlich heftig und bin deshalb erst später hingefahren. Ab dem 1.9. ist das Besucherzentrum nur noch bis 15 Uhr geöffnet, danach kann man kostenlos auf den Parkplatz fahren und das Nordkap erkunden.

Für das Geld gibt’s natürlich auch einiges zu sehen – Panoramafilm, Ausstellungen, Besuch der Grotte, etc. Mehr Infos auf visitnordkapp.net.

Übrigens: wer zu Fuß oder per Fahrrad ans Nordkap kommt, bekommt kostenfreien Eintritt. Also, auf geht’s! Ich habe tatsächlich einige verrückte Radfahrer gesehen… Respekt!

Die Reise geht weiter bis nach Hammerfest – in die nördlichste Stadt der Welt (eigentlich…)! Mehr dazu demnächst!

Tags from the story
, ,

10 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.