Polen Roadtrip (1/4): von der Pommerschen Seenplatte bis Danzig

Meine erste Reise mit dem Camper nach Polen startete Ende Juli und ich war total aufgeregt und neugierig – hatte ich doch so gar keine Ahnung von unserem Nachbarland! Aber dafür habe ich schon viele interessante und spannende Tipps bekommen für den Roadtrip.

Zuerst führt meine Reise in den Norden – aber nicht direkt an die Ostsee. Es geht an die Pommersche Seenplatte. Ich muss zugeben, davon hatte ich vorher noch nie gehört. Es war eher ein Glücksfund von Vanja, die ebenfalls durch Polen reist (und demnächst bestimmt auch darüber bloggt).

Bevor ich mich mit Vanja am ersten See der Pommerschen Seenplatte treffe, lege ich einen kleinen Zwischenstopp am Krummen Wald ein.

Anschließend erkunden wir diverse schöne Plätze am See, parken mal aus purer Not (dringend Wäsche waschen auf dem Parkplatz eines Campingplatzes), erkunden Danzig und die Frische Nehrung. Aber der Reihe nach…


Der Krumme Wald

Kurz hinter der Grenze, etwa 30 km südlich von Stettin, findet sich ein ganz merkwürdiger Wald – der krumme Wald. Die Bäume dort wachsen seltsam “schief” aus der Erde. Es gibt diverse Theorien, von der Landung eines Ufos bis zu mehr irdischen Annahmen, z.B. dass Menschen die Bäume so geformt haben beim Wachsen, um pefekt geformtes Holz für den Bau von Möbeln zu gewinnen. Wer weiß was da passiert ist?


Erster Stopp am See: Jezioro Pile

Ein langer und holpriger Waldweg führt zu einem Biwak-Platz, die es in Polen zuhauf gibt! Picknicktische, Feuerstelle, sogar Toiletten. Wir parken ein paar Meter weiter entfernt direkt am See, zusammen mit ein paar Anglern.

Hier packe ich das erste Mal mein SUP Board aus und probiere mich ein wenig aus. Noch ist das alles eine sehr wackelige Angelegenheit, aber es macht Spaß! Auch zum Spazierengehen durch den Wald ist die Lage ideal, mit Marko erkunden wir die Gegend und genießen die Ruhe und die Natur total!

App-Tipp: um solche Biwak-Plätze zu finden, nutze ich die App von Grupa Biwakowa (gibt’s für Apple & Android). Da die Plätze von Campern im Zelt, unterwegs im Kanu oder per Fahrrad genutzt werden (also nicht immer von Wohnmobilisten), sollte man vorab den Weg dorthin prüfen – ob man überhaupt mit dem Camper dorthin kommt bzw. ob es überhaupt einen ausreichend großen Parkplatz gibt.


Nächster Stopp: am See Wielimie

Eigentlich würde ich an solchen Orten nie übernachten – denn der Parkplatz befindet sich direkt neben einem Campingplatz (Camping Szczecinek bei Gwda Wielka). Aber bei Ankunft stellen wir fest, das scheint hier überhaupt kein Problem zu sein. Auch die Polen verteilen sich im Camper über die riesige Wiese mit diversen kleinen Buchten, die zum See führen. Also gesellen wir uns dazu und gehen zur Beruhigung unseres schlechten Gewissens ab und an zum kleinen Strandbistro auf dem Campingplatz essen und ein Bierchen trinken. Dabei können wir einen tollen Sonnenuntergang beobachten.

Das Wasser des Sees ist etwas trüb und der See ist sehr flach, zum Baden fand ich den nicht so einladend. Aber mit dem SUP erkunden wir die Gegend. Zum ersten Mal ist auch Marko mit an Board (ich allerdings nicht stehend sondern sitzend im Kajakmodus). Es hat nur zwei Leckerlis gebraucht und schwupps – saß er auf dem Board. Alles noch etwas neu und aufregend, aber inzwischen macht er das schon sehr entspannt.


Campingplatz am Karschinsee

Es war höchste Zeit für eine Runde Wäsche waschen – also suchen wir uns einen Campingplatz am Karschinsee. Dort angekommen, merkt man recht schnell – hier geht’s heiß her. Eine touristisch erschlossene Gegend mit vielen Strandbädern, Radwegen, Ferienwohnungen und Campingplätzen.

Der einzige Platz mit Waschmaschine ist leider komplett belegt, aber wir dürfen netterweise auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz “campieren” und die Waschmaschine benutzen. Und das ganze (inkl. 2x Wäsche waschen) für 50 Zloty, ein fairer Preis. Und für eine Nacht war’s durchaus auszuhalten, zumal die Plätze auf dem Campingplatz so eng und staubig waren, dass wir ganz froh waren, weg vom Trubel zu parken.


Schöner Platz direkt am Karschinsee

Am nächsten Tag machen wir uns flink vom Acker, um wieder in die Natur zu kommen und haben uns einen Platz nur ein paar Kilometer entfernt am Karschinsee ausgesucht (bei Park4Night). Auf einer Wiese direkt am See stehen wir hier schön schattig. Tagsüber kommen ein paar Angler und Spaziergänger vorbei.

Aber so richtig idyllisch ist’s irgendwie nicht, außerdem sehr windig, so dass ich das SUP gar nicht erst auspacke. Und zum Schwimmen ist’s mir auch zu frisch… also ziehen wir am nächsten Tag weiter.


Am Wdzydze-See

Dieser unaussprechliche See sah in der Vorschau sehr idyllisch aus, zudem gab es eine kleine nette Bucht, die traumhaft schön sein sollte. Also nix wie hin! Nur blöd, dass diese Idee auch schon andere hatten und wir so nicht an der Bucht stehen konnten. Stattdessen parken wir nicht weit weg auf einem kleinen Wanderparkplatz, nicht ganz erlaubt, aber wir lassen’s für eine Nacht mal drauf ankommen.

Leider gibt es keinen einfachen Zugang zum See (sehr steil) und obendrein ist das Netz hier sehr schlecht. Also alles keine guten Anzeichen für einen längeren Aufenthalt.

Wir machen eine schöne Wanderung entlang des Sees durch den Wald, treffen ein paar Polen, die dort ihr Zelt aufgeschlagen haben (und wir rätseln, wie sie mit ihrem Auto bis dorthin gekommen sind…). Am nächsten Morgen pflücken wir uns noch ein paar Blaubeeren und verkrümeln uns dann wieder.


Auf zur Ostsee: Frische Nehrung

Heute geht’s fast 200km durch Polen – wir wollen noch vorm Wochenende an der Ostsee ankommen um nicht mitten im Trubel zu landen. Und wir wollen bis zur russischen Grenze. Also parken wir auf einem Strandparkplatz hinter Krynica Morska. Tagsüber sehr voll und staubig… aber an Tag zwei können wir uns auf eine kleine Parkbucht im Wald verkrümeln und haben dort unsere kleine Oase. Und das für faire 20 Zloty pro Tag.

Wir bleiben ein paar Tage und erkunden die Gegend. Spaziergänge am Strand, eine kleine Wanderung zur russischen Grenze und ein leckeres Mittagessen in Nowa Karczma. Trotz vieler Menschen verläuft sich die Masse ganz gut. Die Wanderung zur Grenze machen wir gleich früh morgens und sind so noch fast alleine auf dem Weg.

Als nächstes soll es auf einen kleinen Abstecher nach Danzig gehen. Blöderweise fahren wir Sonntag Abend los – und stehen erst mal 30 Minuten im Stau, weil natürlich alle Wochenend-Ausflügler in die gleiche Richtung fahren…


Besuch in Danzig

Seit langem besuche ich mal wieder eine Stadt. Irgendwie stresst mich der Gedanke daran meist, aber neugierig bin ich ja doch. Das Wetter ist zum Glück sehr angenehm und ich laufe direkt früh morgens vom Parkplatz (direkt an der Marina neben der Altstadt) los und lasse die noch recht ruhige Stadt auf mich wirken. Gegen Mittag wird es dann aber sehr schnell sehr trubelig…

Am Nachmittag machen wir eine Bootstour durch Danzig – das war sehr interessant und zeigt die Stadt mal aus einer anderen Perspektive (und vor allem mit weniger Trubel).

Anschließend gönnen wir uns super leckeres veganes asiatisches Essen bei Guga Sweet & Spicy. Und zum Abschluss drehen wir noch eine Runde auf dem Riesenrad, dass direkt auf dem Platz gegenüber der Altstadt steht und einen wunderschönen Ausblick bietet.


Die Reise geht weiter…

Das hier war erst der Anfang meines Roadtrips durch Polen. Aktuell bin ich in Masuren unterwegs und später geht es weiter nach Krakau und in die Berge… es bleibt spannend!

Warst du schon mal im Camper in Polen unterwegs? Hast du vielleicht noch ein paar Tipps was ich unbedingt sehen oder unternehmen sollte? Für den Süden bin ich noch recht “planlos”…


Roadtrip durch Polen
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6 Comments

  1. says: Alex

    Das Nachbarland hat ja ganz wunderbare Ecken! Macht richtig Lust, die auch mal zu erkunden! Bin auch gespannt auf deine Berichte aus Masuren. Gute Reise weiterhin! Liebe Grüße!

    1. says: Mandy

      Ja, ich bin auch ganz überrascht und erfreut! Und stelle jeden Tag fest, wie erschreckend wenig ich bisher über Polen wusste! Das soll sich nun ändern! :-)

  2. says: mela

    liebe mandy, also wenn du dich schon an griechisch versucht hast, wirst du das mit dem polnischen auf jeden fall schaffen 😂👍
    die aussprache ist sehr schwierig habe ich festgestellt, diese vielen verschiedenen “tsch” und “tch”…..
    die altstadt von krakau ist der hammer, hat mir sehr gut gefallen! das essen ist sehr lecker und das bier süffig. guck dir den vielen bernstein-schmuck an! hat echt schöne teile dabei…
    ich wünsch dir viel spass auf der weiterreise und viele tolle erlebnisse. ich bin lesend dabei 😉
    lg, mela

    1. says: Mandy

      Hallo Mela,
      stimmt, Griechisch ist noch mal ein anderes Kaliber… ich dachte nur, Polnisch sei nicht sooo schwer. Ist es aber. ;-) Aber ich bleibe dran, ein paar Floskeln hab ich schon drauf.

  3. says: Gerhard

    Hallo Mandy, unbedingt die Marienburg besichtigen. Der Hauptsitz des Deutschen Ritterordens. Für die Besichtigung benötigt du mindestens 2 Tage. Stellplatz siehe Park4night.

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