Polen Roadtrip (2/4): Highlights der Region Ermland-Masuren

Polen Roadtrip - Masuren Highlights

Mein kleiner Roadtrip durch Polen geht weiter – nach der Erkundung der Pommerschen Seenplatte & Danzig geht des weiter in die Region Ermland-Masuren. Masuren ist sehr bekannt für seine wunderschöne Seenlandschaft. Dazu gibt es ein paar kleine Highlights, die ich erkundet habe – komm mit auf eine kleine virtuelle Reise!

Masuren heißt übrigen Masuren und nicht die Masuren, wie es oft genannt wird. Das musste ich auch erst lernen und irgendwie klingt es immer noch seltsam. Aber damit ihr das von Anfang an korrekt macht – einfach den Artikel weglassen. Und noch ein Detail: die Region heißt korrekt Ermland-Masuren. So, genug der Klugsch…erei.


Bootstour auf dem Oberlandkanal / Kanal Elbląski

Von Buczyniec (Buchwalde) aus habe ich eine Bootstour auf dem Oberlandkanal gemacht, auf dem die Boote teilweise über Land fahren bzw. gezogen werden – verrückt! Das musste ich mir anschauen. Der Kanal ist fast 130 km lang und verbindet mehrere Städte miteinander bis er im Norden im Frischen Haff endet. Die Schiffe überwinden mithilfe der “Rollberge” einen Höhenunterschied von 99 Metern. Dabei fahren die Schiffe in eine Art Zugwagen ein, wo sie befestigt und dann auf Schienen den Berg hoch oder herunter gezogen werden.

Mein Tipp: viel besser als die Bootstour ist es, den Fluss entlang zu laufen und das Spektakel vom Ufer aus zu beobachten – so sieht man viel mehr und der Hund hat auch mehr Spaß dabei. ;)

Übernachtung: Übernachtet habe ich auf dem Campingplatz Buczyniec etwa 500m vom Bootsanleger entfernt. Auf dem Parkplatz würde ich nicht übernachten, tagsüber ist dort (zumindest im Sommer) viel los und Wohnmobile werden weggeschickt. Es ist auch sehr eng und die Autos parken bis vor zur Straße an jeder Ecke.


Idylle am Jezioro Plaskie

Nach so viel Aufregung der letzten Tage brauche ich mal wieder eine kleine Auszeit – Ruhe und Natur. Und dies finde ich am wunderschönen Plaskie-See. Auf einem Parkplatz, auf dem das Campen nicht wirklich erlaubt ist, aber das scheint auch die Polen nicht zu interessieren – deshalb bleibe ich da einfach mal stehen. ;-) Dass ich insgesamt fast eine Woche an dem See bleibe, hatte ich nicht geplant, aber es tat sooo gut!

Wir sind fast jeden Tag mit dem SUP eine Runde über den See geschippert, ich war schwimmen und habe sonst die Ruhe genossen, etwas gearbeitet und mit Marko die Wälder um uns herum erkundet. So gefällt mir das!


Freilichtmuseum Olsztynek

Der nächste Stopp führt uns ins Freilichtmuseum Olsztynek. Die alten Häuschen sind wirklich schnuckelig anzuschauen! Es sind keine Originale, sondern orginalgetreu nachgebaute Gebäude aus verschiedenen Epochen und Regionen Polens. Infos zu den Gebäuden gibt es auf Deutsch. Hunde können übrigens mitgenommen werden. Auf dem Gelände gibt es ein kleines Kaffee und am Eingang ein Restaurant.


Kajaktour in Krutyń

Die Region um Krutyń und den Fluss Krutynia ist bekannt für wunderschöne Kajaktouren. Das wollte ich mir anschauen. Ich bin extra unter der Woche hingefahren, da die Region am Wochenende vermutlich noch voller. Das Wetter war durchwachsen, was dazu beitrug, dass noch etwas weniger Leute unterwegs waren. Aber es war dennoch recht viel los für meinen Geschmack.

Die Kajaks kann man sich für einen Tag ausleihen (ich habe 70 Zloty bezahlt) und man fährt mit der Strömung bis zu einer der vielen Stationen. Dort gibt man das Kajak wieder ab und wird per Kleinbus zurück zum Ausgangsort gebracht.

Ich hatte Marko dabei, der anfangs etwas unsicher war und nicht wusste, wie er sich’s im Kajak bequem machen soll. Aber nach einer Weile konnte er dann die Fahrt auch genießen. Ich bin über 10 km gepaddelt bis nach Ukta. Das hat dann auch gereicht… Die Tour war wirklich schön. Zwischendrin kann man Pausen einlegen am Ufer, es gibt einige Kaffees und Restaurants auf dem Weg.

Übernachtung: Wir haben 2 Tage auf dem Campingplatz in Krutyń verbracht, für 30 Zloty pro Nacht ein echtes Schnäppchen.


(Mikołajki / Nikolaiken)

Eigentlich wollte ich einen kleinen Stopp in Mikołajki einlegen, um mir den Ort anzuschauen. Schließlich hatte ich mehrfach gehört, dass es dort ganz besonders schön sein soll. Aber ich habe mich spontan umentschieden, nachdem ich durch den Ort fuhr und die Menschenmassen gesehen habe. Deshalb bin ich nur kurz zum Supermarkt und dann schnell wieder weg… vielleicht ist die Nebensaison eine bessere Zeit für einen Besuch dort.


Wolfsschanze

Jetzt kommen wir zu einem düsteren Kapitel… aber auch das wollte ich mir mal anschauen. Die Wolfsschanze war eins der Führerhauptquartiere im zweiten Weltkrieg. Davon übrig geblieben sind imposante aber dem Verfall gewidmete riesige Bunker mit meterdicken Wänden mitten im Wald. So ein surrealer Ort! Dort fand am 20. Juli 1944 das Sprengstoffattentat durch Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenbergam auf Hitler statt. Es gibt einen Audioguide für die Besichtigung, ich bin jedoch ohne diesem unterwegs gewesen. An jedem Bunker gibt es eine Informationstafel.

Übernachtung: Direkt auf dem Gelände gibt es einen Parkplatz für Wohnmobile, sehr praktisch – und ein wenig spooky.


Bisonhof Wolisko

Zum Abschluss meiner Tour durch die Region Ermland-Masuren habe ich noch einen Bisonhof besucht.

Die Wisente waren nach dem Krieg hier in der Region quasi ausgestorben. Dank des letzten Bison-Paares Borusse & Berta (die hießen wirklich so!) wurde die Population wieder aufgebaut. Zuerst lebten die Wisente in Gehegen, bis einigen von ihnen die Flucht gelang. Inzwischen leben ca. 80-90 Tiere im Białowieża-Wald.

Trauriger Fakt: die Tiere dürfen gejagt werden. Schlappe 40.000 Zloty (also etwa 10.000€) kostet der Abschuss. Und wer hat den ersten Bison hier abgeknallt nach der Freigabe zur Jagd? Grace Kelly. Ja, so steht’s geschrieben…

Der Bisonhof öffnet täglich von 9-11 und 16-18 Uhr, in der Zeit kann man den Wisenten beim Fressen zuschauen.

Übernachtung: Netterweise kann man auf dem Parkplatz vor dem Bisonhof übernachten, es gibt auch eine Toilette und eine Hütte sowie Feuerstelle.


Jetzt geht meine Reise weiter gen Süden… Warschau, Krakau… und dann schauen wir mal weiter. Bei Polarsteps kannst du meine Reise weiter verfolgen!

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