Polen Roadtrip (4/4): in die Hohe Tatra, Zakopane & Morskie Oko

Ab in die Natur! Nach einigen Tagen Großstadt-Trubel in Krakau (siehe letzter Beitrag Polen Roadtrip (3/4): von Warschau bis nach Krakau) waren Synke und ich uns einig: wir wollen Ruhe & Natur! Also geht der Roadtrip weiter gen Süden – etwas eine Stunde von Krakau entfernt.

Gródek nad Dunajcem

Auf einer Landzunge können wir direkt am See campen. Der Platz war sogar kostenlos, nur am Wochenende scheinen die Betreiber mal herumzugehen und Geld zu kassieren. Die sanitären Einrichtungen waren jedoch geschlossen.

Wir haben die Zeit hier genutzt mit gemütlichem Herumlungern, SUPen auf dem See, ein bisschen durch den Ort spazieren und viele schöne Sonnenuntergänge genießen. Das tat so gut! Nach drei Tagen Entspannung geht die Reise weiter…

Niedzica-Zamek

Eigentlich wollten wir eine Tour auf den traditionellen Holzflößen durch das Dunajec-Tal unternehmen. Wir standen sogar schon auf dem Parkplatz vor dem Startpunkt, hatten jedoch kein Bargeld für den Parkwächter dabei. Also beschließen wir, erst mal auf den Platz in Niedzica-Zamek zu fahren und dann noch mal zu schauen, wie wir das ganze organisieren.

Anstatt auf den Campingplatz zu fahren (das ist einfach eine große Wiese ohne Schatten), finden wir einen tollen Platz neben einem kleinen Strand direkt am See – und schön schattig und ruhig. Beim “Plaza Pieniny” einfach nett fragen, ob man mit dem Camper da stehen kann. Ich glaube wir haben 50 Zloty pro Nacht gezahlt, Toilette und Dusche war verfügbar.

Wir verbringen einige Tage vor Ort, machen eine Bootstour über den See und besichtigen die zwei Burgen, erkunden wandernd die Gegend und genießen vor allem den tollen Ausblick von unserem schönen Platz direkt am See!

Die Floßtour fällt dann leider ins Wasser, weil wir uns einfach zu spät darum gekümmert haben… und dann wurde das Wetter mies und wir beschließen lieber weiter zu fahren. Na ja, dann beim nächsten Mal. Wer es mal ausprobieren will: auf der Website gibt es alles Infos dazu.

Hohe Tatra (Slowakei)

Wir werfen unseren Reiseplan mehrfach über den Haufen. Erst sollte es nach Zakopane gehen, da war jedoch richtig mieses Wetter angesagt. Dann vielleicht doch lieber in den Bieszczady Nationalpark ganz im Osten Polens? Letztendlich entschließen wir uns für die Hohe Tatra auf der slowakischen Seite – der Anfahrtsweg ist nicht so weit und das Wetter besser als auf der polnischen Seite der Berge.

Wir landen auf einem wirklich schönen Campingplatz “Rijo Camping” in der Nähe von Tatranska Lomnica. Mit 18€ pro Nacht für Van, 2 Personen & Hund ein ziemlich teures Vergnügen, aber wir gönnen uns das mal.

Vom Campingplatz aus können wir zu Fuß nach Tatranska Lomnica gehen – und wollten dort eigentlich die Seilbahn hoch zur Lomnitzer Spitze (Lomnický štít) fahren. Aber an diesem Tag gab es technische Probleme und die Seilbahn fuhr nicht. Deshalb der ultimative Tipp: am besten vor der Anreise kurz anrufen und fragen, ob die Bahn auch fährt! :)

Also Planänderung: wir nehmen den Zug nach Starý Smokovec und fahren dort mit der Seilbahn ein Stück den Berg hinauf und erkunden auf einer kleinen Wanderung die Gegend. Es war ziemlich viel los, ab und an wurde es eng – vor allem wenn uns andere Hunde entgegen kamen musste ich mir was überlegen, damit Marko nicht meckern muss. Na ja, meistens ging’s ganz gut.

Am nächsten Tag wollen wir noch einen Versuch starten um zur Lomnitzer Spitze zu gelangen – dieses Mal spielt jedoch das Wetter nicht mit. Zwar scheint im Tal die Sonne, die Berge werden jedoch von grauen Wolken bedeckt. Dafür lohnt sich die (recht teure) Fahrt nach oben nicht. Also ändern wir wieder unseren Plan und gehen ein bisschen wandern.

Etwas planlos stiefeln wir durch die Landschaft, verlaufen uns kurz vorm Ziel im Gestrüpp und gelangen dann doch noch unversehrt an der ersten Liftstation unterhalb der Lomnitzer Spitze: Skalnaté Pleso. Hier genießen wir den Ausblick und verschnaufen. Synke beschließt dann den Lift nach unten zu nehmen und ich laufe den Weg (diesmal auf der bequemen Straße) zurück ins Tal. Marko war an dem Tag übrigens nicht dabei, den hatten wir im Auto gelassen, da er vom Vortag noch total fertig war.

Synke muss bald zurück nach Berlin. Da es aus der Gegend in der Slowakei keine gescheiten Zug- oder Busverbindungen gab, fahren wir noch mal zurück nach Polen – diesmal nach Zakopane, die Urlaubs-Lieblingsregion der Polen! Von dort aus kann Synke dann bequem per Bus (über Krakau) nach Berlin fahren – und ich bleibe noch ein paar Tage da.

Zakopane & Morskie Oko

Die ersten Tage in Zakopane versinken im Regen. Ich nutze die Zeit um etwas zu arbeiten, drehe kleine Runden mit Marko durch den Ort und den nahegelegenen Wald. Wir stehen auf dem Campingplatz “Olimp” in Zakopane, für 50 Zloty pro Nacht in der Gegend ein echtes Schnäppchen.

Als das Wetter endlich besser wird, beschließe ich noch eine Wanderung zum “Meeresauge” (Morskie Oko) zu unternehmen, bevor ich Polen verlasse gen Süden.

Diese Wanderung ist recht einfach, aber mit fast 20 Kilometern ziemlich lang. Ich buche den Parkplatz vorab online und reise am Vorabend an, um direkt in der Früh starten und den Menschenmassen (die dort fast jeden Tag unterwegs sind) davonlaufen zu können.

Der Plan geht fast auf – der einzige Haken: Hunde sind im Nationalpark nicht erlaubt. Das war echt doof und unerwartet. Zum Glück ist’s recht frisch und ich kann Marko problemlos im Van lassen (natürlich waren wir vorher eine Runde zusammen im Wald…). Er hat den Tag verschlafen, während ich den See umrundet habe.

Der Hinweg zum See ist lang und nicht so spektakulär. Aber vor Ort am See und bei der Wanderung um den See herum und hoch zum “Schwarzen See” – da wurde es richtig schön! Die Bilder sprechen für sich, oder?

Auf dem Rückweg (gegen Mittag) kamen mir dann die Menschenmassen entgegen geströmt und ich war froh, dass ich nicht mit allen den Wanderweg teilen musste. Zurück am Van begrüßt mich ein verschlafener Hund und ich lege mich direkt dazu und ruhe meine müden Füße etwas aus, bevor wir weiter fahren. Denn der Parkplatz ist mit 70 Zloty pro Tag nicht gerade günstig.

Der nächste Stopp ist in der Slowakei – das Slowakische Paradies! Mehr dazu gibt’s dann im nächsten Beitrag.


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