#VANLIFE: 7+2 Fragen an Steffi & Olaf von Keine Eile

#VANLIFE: 7 Fragen an Steffi & Olaf von Keine Eile

Ein neues Interview steht bereit: Heute beantworten mir Steffi & Olaf von Keine Eile meine Fragen zum Thema Leben & Arbeiten im Wohnmobil. Viel Spaß beim Lesen!

Seit wann seid ihr im Van unterwegs?

Ich bin Steffi. Mit meinem Mann Olaf und unserer Hündin Lucy bin ich seit 2009 in einem Mercedes Kurzhauber LA 710 aus dem Jahre 1967 unterwegs. Wir haben den kleinen Oldtimer LKW bereits als Wohnmobil übernommen und nochmal neu – aber sehr improvisiert – ausgebaut.

#VANLIFE: 7+2 Fragen an Steffi & Olaf von Keine Eile

Wie kam es zu der Entscheidung dauerhaft im Van zu leben?

Im Van zu leben war keine bewusste Entscheidung. Unser Leben hat sich ganz von selbst dorthin entwickelt.

Noch vor ein paar Jahren hatten wir ganz normale Jobs. Ich habe in einer Bank gearbeitet und musste irgendwann feststellen, dass das nix mehr für mich ist. Olaf ging es ähnlich. Also haben wir gekündigt, unsere Fahrräder beladen und sind für einige Monate durch Thailand und Laos geradelt.

Die Auszeit war für 2 Jahre geplant und im 2. Winter wollten wir nach Marokko. Mit den Fahrrädern war uns das aber zu kühl, also sind wir auf VW-Bus umgestiegen. So sind wir auf den Geschmack gekommen.

Wieder in Deutschland haben wir uns ein größeres Fahrzeug zugelegt, weil uns der VW-Bus eine Nummer zu klein war. So kam der Kurzhauber zu uns – hätte mir damals jemand erzählt, dass ich darin die nächsten 7 Jahre wohnen würde, ich hätte es nicht geglaubt.

#VANLIFE: 7+2 Fragen an Steffi & Olaf von Keine Eile

Wo reist ihr und wie entscheidet ihr, wo es als nächstes hingeht?

Die letzten Jahre waren wir unterwegs zwischen Brandenburg und der Algarve im Süden Portugals. Wir hangeln uns von Ecke zu Ecke, von Wiese zu Wiese, von Ufer zu Ufer. Wir entscheiden jeden Morgen spontan, ob wir bleiben oder weiterfahren. Es kommt daher genauso vor, dass wir wochenlang bei Freunden im Garten parken, oder irgendwo anders Wurzeln schlagen.

Auch spannend:  Der Kastenwagen-Check nach einem Jahr Leben im Van

Ihr arbeitet von unterwegs. Was macht ihr genau und was ist dabei die größte Herausforderung?

Glücklicherweise haben wir schon früh im Leben mit Sparen angefangen. Allerdings eher unbewusst. Wir kaufen beide nicht gerne und drücken uns vorm Shopping wo es nur geht. Wir waren nie Kneipen- oder Kinogänger, lieber sind wir draußen unterwegs. So brauchen wir gar nicht viel zu arbeiten, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wir betreuen Webauftritte von kleinen Unternehmen, schreiben Texte für Auftraggeber und betreiben, als echte Algarve Fans, die Reiseseite Algarve pur und natürlich unseren Reiseblog Keine Eile.

Die größte Herausforderung beim Arbeiten von unterwegs ist die Organisation. Es steht nicht permanent ein Internetzugang zur Verfügung und meistens ist das Volumen stark begrenzt. Wir bereiten also offline viel vor, um es dann irgendwann hochzuladen. Einschränkend dabei empfinde ich, dass viele tolle Programme heute nur noch online zur Verfügung stehen, bzw. nur online sinnvoll nutzbar sind.

Aber auch die Organisation der Arbeitszeit ist nicht unproblematisch. Zum einen, weil mich das Draußen viel zu oft lockt. Zum anderen, weil wir nur einen Tisch im Wohnmobil haben. Der ist gleichzeitig Schreibtisch, Esstisch, Werkbank, und noch viel mehr. Es gibt auch noch einen Campingtisch für draußen, aber den können oder wollen wir nicht immer und überall (zum Arbeiten) aufstellen.

#VANLIFE: 7+2 Fragen an Steffi & Olaf von Keine Eile

Wo war bisher der schönste Ort, den ihr im Van bereist habt?

Das ist eine schwierige Frage – es gibt so viele schöne Orte.

Mit dem VW-Bus waren wir in Marokko. Dort fand ich die Gegend südlich vom Atlasgebirge, um Ouazazarte herum toll. Mit dem Kurzhauber waren wir in Spanien. Dort fand ich die Küste von Murcia toll, oder die Sierra Grazalema in Andalusien.

Auch spannend:  Vanlife in Portugal - nützliche Tipps & Tricks

Danach sind wir viel in der Algarve gewesen. Da finde ich eigentlich alles toll. Und im Sommer sind wir in der Altmark unterwegs, oder im Barnim – wunderschön!

Eigentlich finde ich es überall dort am schönsten, wo wenig Menschen wohnen, wo ich weit gucken kann, wo es nachts wirklich dunkel ist und ich die Sterne am Himmel sehen kann.

#VANLIFE: 7+2 Fragen an Steffi & Olaf von Keine Eile

Gibt es einen besonders tollen Camping-/Stellplatz, den ihr empfehlen möchtet?

Campingplätze und Wohnmobil-Stellplätze steuern wir eher selten an. Eigentlich nur zur Ver- und Entsorgung. Wir wohnen nicht gerne mit anderen dicht zusammen und suchen uns eher Plätze mit viel Platz.

Gibt es Momente, in denen ihr euch nach einem festen Zuhause zurücksehnt?

Ja, die gibt es. Aber sie sind kurz.

Manchmal sehne ich mich danach eine Tür hinter mir zuziehen zu können. Leben im Wohnmobil findet doch auch sehr in der Öffentlichkeit statt. Es gibt keine dicken Mauern zwischen mir und der Welt. Das ist eigentlich genau das, was ich an diesem Leben so liebe. Aber wie das ja oft ist, ist das auch nicht immer nur schön.

#VANLIFE: 7+2 Fragen an Steffi & Olaf von Keine Eile

Welche drei Dinge muss man als Camper unbedingt dabei haben?

Gelassenheit, Improvisationstalent, eine gute Karte.

Habt ihr einen Tipp, den ihr jedem Van-Life-Anfänger (wie mir) mit auf den Weg geben möchtet?

Lass es lieber, so lange du noch kannst – es macht süchtig!

Vielen Dank für das Interview, Steffi & Olaf! Den Tipp kann ich leider nicht befolgen – dafür ist’s jetzt zu spät. ;-) Der Van steht quasi schon vor der Tür und ich sitze hier auf gepackten Kisten und Taschen! Juhu!

Folgt Steffi & Olaf bei www.keine-eile.de!

Auch spannend:  Movin'n'Groovin Vanlife Statistik

Happy Travels! :)

Interviewserie #VANLIFE

Von der Wohnung in den Van – der Van Life Countdown!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.