Wandern mit Hund in Spanien – oder: Das Drama am Berg

Wandern in der Sierra de Cantabria

Wann immer möglich, schnüre ich meine Wanderschuhe und begebe mich auf kleine oder größere Ausflüge in der Umgebung. Hier in Spanien gibt es so viele schöne und abwechslungsreiche Wandergebiete, da wird’s nie langweilig! Einige meiner Highlights kannst du hier nachlesen:

Wandern mit Hund in Spanien
Unterwegs in den Bergen von Candelario in Spanien

Der liebe Vandog Marko ist natürlich immer mit dabei. Solange kein Wild unsere Wege kreuzt, ist Marko die meiste Zeit ohne Leine unterwegs, bleibt in meiner Nähe, erkundet die Gegend und fällt am Abend zufrieden und erschöpft in den Schlaf.

Ich passe natürlich auf und schaue mich beim Wandern um, ob andere Hunde oder Menschen in der Nähe sind. Dann nehme ich Marko an die Leine, wenn ich mir nicht sicher bin wie er oder die anderen reagieren. Vor allem bei anderen Hunden muss ich ein wenig aufpassen, da Marko nicht jeden Hund mag.

Wandern wenn andere arbeiten

Die bisherigen Wanderungen liefen sehr entspannt ab, weil wir meistens dann unterwegs sind, wenn nicht so viel los ist. So vermeide ich es weitestgehend, an Wochenenden oder Feiertagen wandern zu gehen – dann ist so viel los, dass selbst ich keinen Spaß mehr daran habe. Unter der Woche können wir viel entspannter die Natur erkunden, treffen vielleicht mal ein paar andere Wanderer und das war’s.

Wandern in Spanien: El Chorro
Unterwegs mit Marko in El Chorro (was ich in dem Moment nicht wusste: er hat ein Katze erspäht und steht kurze Zeit später unter’m Baum und bellt das ganze Tal wach…)

Die Spanier & die Hunde

Was mich hier in Spanien total begeistert ist die Reaktion der Menschen auf Hunde allgemein. Marko ist Menschen gegenüber immer freundlich (außer sie haben einen Stock in der Hand und fuchteln damit vor seiner Nase herum…). Er läuft hin und freut sich und sucht vermutlich nach etwas essbarem.

Manchmal, wenn er zu übermütig wird, springt er auch mal hoch, aber alles im Spiel. Ich könnte verstehen, dass das nicht jeder mag. Aber die meisten Spanier haben bisher total freudig reagiert und Marko gekuschelt und mit ihm gespielt – herrlich!

Kürzlich spiele ich mit Marko draußen, er ist total aufgedreht. Da kommen zwei Autos und 8 Menschen steigen aus, um Fotos zu machen. Marko rennt hin, freut sich wie ein Keks und begrüßt jeden persönlich. Zum Schluss landet er sogar auf dem Gruppenfoto – er hat sich einfach dazugesetzt. Ja, so isser… ;-)

Drama am Berg in der Sierra de Cantabria

So gerne ich Marko frei laufen lasse, schwebt halt immer ein gewisses Risiko mit, dass er sich aus dem Staub macht, weil er irgendwas leckeres geschnüffelt hat. Genau das ist uns kürzlich passiert:

In der schönen Weinregion Rioja im Norden Spaniens bin ich eher zufällig an einem Aussichtspunkt gelandet: dem Balcón De La Rioja. Von hier aus machen wir uns auf eine kleine Wanderung zum Berg Eskamelo, welcher einen super Blick in das weite Tal bietet.

Die Route ist leicht, etwa 4,5 km lang und in knapp 3 Stunden zu schaffen (mehr Details bei Wikiloc). Also laufen wir ganz entspannt los, zuerst durch Gestrüpp und später entlang des markierten Wanderwegs, welcher teilweise mit Schotter befestigt ist. Kurz vorm Gipfel geht es recht steil nach oben. Marko läuft vor mir ohne Leine und schlabbert nach Ankunft erst mal einen Napf Wasser leer – es ist doch ziemlich warm.

Wandern in der Sierra de Cantabria
Noch genießen wir den tollen Ausblick…

Nachdem ich ein paar Fotos von der Aussicht geschossen habe, setze ich mich auf den Fels und genieße die Aussicht. Im Augenwinkel sehe ich, wie Marko sehr zielstrebig in eine Böschung bergab läuft – und darin verschwindet. Zuerst mache ich mir keine großen Sorgen, meistens kommt er von alleine wieder zurück. Aber diesmal ist es anders: Marko landet etwa 10 Meter unter mir auf einer Wiese und kommt nicht mehr nach oben, weil der Felsvorsprung vermutlich zu hoch ist.

Da stehe ich nun auf dem Berg… Marko läuft verzweifelt hin und her und sucht einen Weg nach oben. Ich bin ratlos. Was soll ich tun? Nach unten zu Marko laufen kann ich nicht, es gibt einfach keinen Weg. Ich versuche ihn mit Rufen und Leckerlis nach oben zu locken. Marko versucht über verschiedene Wege irgendwie zurück nach oben zu kommen, aber meistens scheitert es an zu hohen Felsabsätzen, wo er nicht weiterkommt. Uns trennen oftmals nur ein paar Meter, aber dennoch zu viel um hoch oder runter zu springen.

Wandern in der Sierra de Cantabria
Dort unten steht Marko und versucht verzweifelt, irgendwie zu mir hoch zu kommen…

Hilfe!

Ziemlich verzweifelt rufe ich Nima & Steve von Abenteuer unterwegs an um mir Rat zu holen. Die beiden klettern und boldern gerne und können mir vielleicht Tipps geben. Mir hilft es schon mal, dass Steve beruhigend auf mich einredet, bin ich in dem Moment doch ziemlich neben der Spur und weiß nicht was ich tun soll.

In dem Moment wünschte ich mir, ich könnte auch klettern und hätte nicht so eine verdammte Höhenangst! Nach ein paar Überlegungen beschließe ich, den Weg ein Stück zurück zu laufen um zu sehen, ob ich irgendwie auf die andere Seite der Felswand komme, um Marko dort zu mir zu rufen. Aber Fehlanzeige – keine Chance.

Wandern in der Sierra de Cantabria
So sieht der Berg von der anderen Seite aus. Dort oben irgendwo ist Marko… und ich komme nicht hin.

Nima & Steve waren schon dabei zusammenzupacken und zur Hilfe zu kommen. Steve hätte sich an der Felswand abseilen und Marko aus der Situation befreien können. Wir telefonieren noch einmal und die beiden machen sich auf den Weg zu mir.  Ich laufe total erschöpft zurück nach oben, um Marko zumindest gut zuzureden und mit ihm auf Hilfe zu warten.

Und dann? Da kommt mir der kleine Ausreißer völlig außer Atem auf dem Wanderweg entgegengerannt! Puuuuh, was für eine Erleichterung! Total erschöpft trinkt er erst mal das letzte Wasser und frisst alle Leckerlis auf, die ich noch dabei habe. Ich rufe Nima & Steve kurz an und berichte die freudige Wiedervereinigung mit Marko.

Zurück am Van fällt Marko nach einem weiteren Snack erschöpft um und schläft.

Wandern in der Sierra de Cantabria
Der kleine Trottel total erschöpft… noch einen Happen essen & trinken bevor er erschöpft einschläft.

Fazit: Wandern mit Hund in Spanien ist wunderschön, kann aber auch zu einem nervenaufreibenden Drama werden, wenn der Hund etwas zu übermütig unterwegs ist.

Was für ein Abenteuer – das brauche ich echt nicht jeden Tag!
Ich hoffe Marko hat etwas daraus gelernt, wir werden sehen…

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