Über das Leben im Van in Zeiten von Corona

Gestrandet in Griechenland

Wer hätte das gedacht? Noch vor ein paar Wochen war ich dabei, meine Reise nach Deutschland zu planen. Neben Freunde & Familie wollte ich ein paar Vanlife Treffen besuchen, auch das Hurricane Festival stand wieder auf dem Plan… Anfang April sollte die Fähre von Patras nach Ancona in Italien gehen. Dann habe ich den Termin auf Anfang Mai verschoben, einfach weil ich noch eine Weile länger hier bleiben wollte… und jetzt das.

Anfang März bin ich zu dem Platz in der Nähe von Koroni (ja, der Ort heißt wirklich so ;-) gefahren, wo ich noch immer stehe. Stefanie & Jeremy von Olaf in a Van waren hier und ich wollte gerne noch ein paar Tage mit den beiden verbringen, bevor sich unsere Wege wieder trennen.

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Schaut mal bei https://www.jeremyapart.com/ rein!

Und dann ging es los mit dem Thema Corona.

Alles halb so wild…

Anfangs dachte ich noch „na ja, warten wir’s mal ab, wird schon nicht so schlimm werden…“. Ich hatte damit gerechnet, ein paar Tage länger als gedacht hier zu bleiben und mich dann langsam auf den Weg nach Patras zu machen um Anfang Mai in Richtung Deutschland zu fahren.

Mit der Zeit wird uns immer mehr bewusst, dass das Thema wohl doch nicht so schnell vorüber sein wird. Viele Camper machen sich auf den Heimweg nach Deutschland über den Landweg, aber recht bald schließen einige der Länder ihre Grenzen, so dass es kein Durchkommen mehr gibt.

Meine Rückfahrt nach Deutschland habe ich also erst mal auf „später“ verlegt – wann auch immer das sein mag. Ich habe momentan eh keine Lust, irgendwo hin zu fahren. Hier auf dem Platz sind wir erst mal sicher, dürfen netterweise bleiben, bis Sascha keinen Bock mehr auf uns hat. ;-)

Stefanie & Jeremy sind inzwischen in eine Wohnung „umgezogen“, um die Situation dort entspannt aussitzen zu können. Derweil haben sich hier neue Camper hinzugesellt – eine Familie mit zwei kleinen Kindern aus der Schweiz, ein weiters Paar aus der Schweiz sowie Yasha & Jürgen von Dare2Go.

Ablenkung

Ablenkung gibt es zum Glück genug. Sascha, auf dessen Grundstück wir stehen dürfen, renoviert derzeit das Restaurant und wir helfen ein wenig dabei. Das macht Spaß, endlich mal wieder etwas mit den Händen zu arbeiten anstatt nur in die Laptop-Tasten zu hauen!

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Bei der Arbeit – Wände streichen

Wände streichen macht Spaß! Fensterrahmen & -läden abschleifen und streichen ist anstrengend, aber das Ergebnis macht glücklich. :-)

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Vorher – nachher

Es gibt noch einiges zu tun. Im Mai soll das Restaurant eröffnet werden, wenn alles klappt und die Situation sich bis dahin wieder entspannt hat.

Nur mit „Passierschein“ zur Mülltonne

Die Stimmung ist gut und das Wetter spielt ebenfalls mit, bis auf ein paar Regenschauer hier und da. Seit dem 23. März besteht eine Ausgangssperre hier in Griechenland (vorerst bis zum 6. April) und man muss beim Verlassen der Wohnung / des Campers immer seinen Ausweis dabei haben sowie einen Zettel, der belegt, wo man wohnt, wann man das Haus verlassen hat und wohin man geht/fährt.

Wenn ich mit Marko eine Runde laufen gehe, habe ich diesen Zettel dabei, auch wenn ich den Müll wegschaffe (die Mülltonnen stehen etwa 15 Minuten Fußweg entfernt). Bisher ist mir hier aber noch niemand begegnet, der diesen Zettel sehen wollte. Bei Nichteinhaltung dieser Vorgaben kann das 150€ Strafe kosten.

Mehr Informationen zur aktuellen Situation in Griechenland gibt es u.a. hier: https://griechenland.diplo.de/gr-de/corona/2311302

Wir stehen hier ziemlich „ab vom Schuss“ an einem ruhigen Ort am Meer – und zum Glück auf einem Privatgrundstück, so dass uns niemand wegscheuchen kann. Nebenan auf einem öffentlichen Platz standen bis gestern noch ein paar Camper, die inzwischen von der Polizei weggeschickt wurden. Wohin? Ich habe keine Ahnung… die Campingplätze sind ja geschlossen und eigentlich sind „touristische Fahrten“ derzeit auch nicht erlaubt. Eine vernünftige Lösung für Camper scheint es nicht zu geben. Das Parken auf einem Privatgrundstück ist wohl die sicherste Lösung momentan.

Gemeinsam warten

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Marko ist Meister im „Abwarten“

Die Situation ist wirklich seltsam und ich weiß nicht so recht, was da noch kommen mag. Dennoch bleibe ich ruhig und warte ab – was bleibt mir anderes übrig? Ich bin froh, dass ich hier an diesem ruhigen Ort bin – und ich bin wirklich froh, in dieser Situation nicht alleine zu sein.

Unter „normalen“ Umständen habe ich wirklich kein Problem damit, über Tage oder auch Wochen alleine zu sein und keinem Menschen zu begegnen. Aber derzeit bin ich froh, dass ich mich hier mit ein paar „Leidensgenossen“ austauschen kann und wir uns die Laune nicht verderben lassen.

Wir sind an einem wunderschönen Ort, haben das Meer direkt vor der Türe – da gibt es wirklich keinen Grund für Beschwerden. Langsam steigen auch die Temperaturen, so dass ich mich schon darauf freue, in Meer springen zu können… bisher ist nur Marko so mutig und rettet die Stöckchen aus den Fluten.

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Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten über unsere Situation hier in Griechenland.

Ein Gruß geht raus an alle Gestrandeten, denen es ähnlich geht wie uns hier! Haltet durch! Und falls noch jemand einen Platz braucht – gerne melden, dann schicke ich die Koordinaten.

6 Kommentare

    • Danke Markus! Ja, die Renovierung hier ist eine schöne Möglichkeit zum Abschalten. Mal den ganzen Trubel vergessen und einfach nur eine Wand streichen, das tut gut. :-)

  • Schöne Grüße nach Griechenland. Wir stecken aktuell in Albanien fest ( https://www.720-days.eu/reisetagebuch/albanien/gestrandet-albanien/). Die Tage sehen bei uns ähnlich aus: Abwarten und versuchen die Zeit so gut es geht genießen.

    Viele Grüße
    Christian

    • Schöne Grüße nach Albanien! Da wollte ich eigentlich auch mal hinfahren… aber das wird wohl erst mal nix. ;-) Eine schöne Zeit euch weiterhin, bleibt gesund!

  • Hallo Mandy, lasst Euch die Zeit nicht lang werden. Ich hoffe, die Grenzen werden bald wieder geöffnet und der Wahnsinn ein wenig weniger. Auch wenn er nicht ohne Grund stattfindet. Haben in letzter Zeit öfters überlegt, was Du jetzt gerade so machst. Danke für den Bericht. Drücke die Daumen, dass Eure Situation so vergleichsweise entspannt bleibt.
    Liebe Grüße an Dich und Marco und frohe Ostern, wherever you are! C&A&J&V

  • Ja, ja, eigentlich wäre ich seit 15.April 2020 auf meinem Trip ins Nordkap hinauf mit einem neuen gemietetem VW-Van. Nun stehen seither vier folgepackte PVC -Boxen in der Garage bereit,(inkl viel viel Nahrungsmittel „zum überleben“. Sobald die Grenzen wieder geöffnet werden, kann ich innert 2 Stunden starten und mit dem bereitstehenden Van losfahren !!?? ich hoffe möglichst bald. Herzl Grüsse aus CH
    4500 Solothurn

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