Per Auto durch Israel – Tipps & Kurioses

Per Auto durch Israel - Tipps & Kurioses

So ganz wussten wir nicht, was auf uns zukommt, aber die Vorfreude war riesig! Jerusalem war der Ausgangspunkt unseres Roadtrips durch Israel. Die geplante Route haben wir oftmals verlassen, weil es noch so viel mehr zu erkunden gab!

Für alle, die auch einen Roadtrip durch Israel planen – nachfolgend ein paar nützliche Hinweise und Kuriositäten, die uns unterwegs begegneten. Eins vorweg: Israel ist perfekt geeignet für einen Roadtrip!! Kleines Land, kurze Wege, schöne Landschaft, tolle Straßen…

Auto mieten – am besten vorab

Roadtrip durch Israel

Unser Auto hatten wir vorab online gebucht (über rentalcars.com). 9 Tage für einen Mittelklassewagen kosteten knapp 280€ (also ca. 31€ pro Tag). Das Auto war ein nicht mehr sooo frischer Ford Focus. Aber er fuhr, und das war die Hauptsache. An das Automatik-Getriebe hatten wir uns auch schnell gewöhnt (Anfahren am Berg – no Problem! ha!).

Die Autovermietung (Thrifty) lag in Jerusalem recht zentral in der King David Street. Die Mitarbeiterinnen dort waren nur mäßig motiviert. Aber alles ging recht easy über die Bühne. Pass und Führerschein werden gescannt (Der EU-Führerschein genügt). Die Rückgabe war auch schnell erledigt – kurz ums Auto gelaufen, Mängel waren eh schon genug da und der Typ machte sich nicht die Mühe nachzuzählen, ob noch mehr dazu gekommen sind.

Hihi, jetzt kann ich’s ja sagen: Irgendwo unterwegs ist uns mal jemand ins Auto gefahren (also nur ein bissel angestupst beim Ausparken), weil der alte Mann einfach nicht in den Rückspiegel geschaut hat! Zum Glück sah man nix davon, da schon genug Kratzer an der Stelle waren. Hach ja, das bringt mich zum nächsten Thema:

Der Fahrstil – bitte nicht nachmachen!

Straßenverkehr in Israel

Das hat mich echt überrascht! Auto fahren in Israel erinnerte mich teilweise sehr an den Verkehr in Südamerika. Vorausschauendes Fahren gibt’s nicht. Blinken ist Zeitverschwendung. Spurwechsel kann immer mal vorkommen ohne Ankündigung. Rechts überholen geht auch klar. Das Reißverschlussverfahren war gänzlich unbekannt. Sobald mehr als fünf Autos in einem Dorf unterwegs waren, kam es zum Stau. An ampellosen Kreuzungen fährt einfach der mutigste zuerst, oder der mit dem größten Auto. Hupen geht immer, auch mal so zwischendrin ohne Grund.

Anfangs habe ich mich noch darüber aufgeregt, aber irgendwann war’s mir dann egal und ich habe mich dem Fahrstil ein wenig angepasst – sonst wären wir ja nie voran gekommen. Aber grundsätzlich ist das Fahren recht entspannt, auf der Autobahn und Landstraßen kein Problem. Nur in Städten muss man ein bisschen mehr aufpassen und für die anderen Fahrer mitdenken.

Tanken

Der Preis für Normalbenzin war während unseres Urlaubs überall gleich: 7,50 ILS (ca. 1,56€). Beim ersten Tankversuch blieben wir ratlos an der Zapfsäule stehen – da kam kein Benzin raus. Dann lernten wir dazu: Vor dem Tanken wird der gewünschte Betrag an der Kasse bezahlt. Die Bezahlung ist in bar oder mit Kreditkarte möglich. Nach Bezahlung wird die Zapfsäule freigegeben. Oder wenn das Auto vollgetankt werden soll (wie vor der Rückgabe des Autos), teilt man dies dem Tankwart mit. Der gibt dann die Tanksäule frei und bezahlt wird nach der Betankung.

Jedenfalls muss man vorab immer zur Kasse und die Bestellung aufgeben. Es gibt auch komische Automaten an den Zapfsäulen, wo man scheinbar direkt mit Karte zahlen kann – diese funktioniert mit unseren Karten allerdings nicht.

Die Straßen

Auf der A1 von Jerusalem nach Tel Aviv
Auf der A1 von Jerusalem nach Tel Aviv

Ich war echt überrascht wie viele sehr gut ausgebaute Straßen und Autobahnen es in diesem kleinen Land gibt – fast ein bisschen zu viel des Guten. Gerade an der Küste hatte ich mir das ganze etwas idyllischer vorgestellt. Mehrspurige Autobahnen oder Landstraßen, viel Beton, viel Verkehr – selbst in kleinen Küstenstädtchen.

Die Straßen sind überall sehr gut ausgebaut, Autobahnen kosten teilweise eine Mautgebühr. Wir haben nur in Haifa ein Mal Maut bezahlt, als wir auf dem Weg in Richtung Akko / Nahariya die Abkürzung über die A23 durch die Tunnel genommen haben. Ansonsten ist nur auf der A6 eine Gebühr fällig. Wir sind die parallel verlaufende A2 an der Mittelmehrküste entlang Richtung Norden gefahren. Dort herrscht mehr Verkehr, es dauert länger, aber wir hatten ja keine Eile.

Die Straßenschilder sind fast überall in drei Sprachen – hebräisch, arabisch und englisch – die Orientierung ist also kein Problem. Wir hatten kein Navigationsgerät im Auto und waren so ganz Oldschool mit Papierkarte und Straßenbeschilderung unterwegs. Wir haben uns fast nie verfahren! :) Nur als in Qazrin auf der Suche nach der Winzerei die Beschilderung nur noch so aussah, wurde es kompliziert, aber wir haben’s dennoch geschafft.

Roadtrip durch Israel
Beschilderung in Qazrin – Bahnhof!

Fahren durchs Westjordanland

Unsere geplante Route führte uns irgendwann vom Norden (Tiberias am See Genezareth) in Richtung Süden zum Toten Meer. Ich hatte ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass man die A90 –  die quer durch die Westbank führt – problemlos fahren kann. Es gab bei Ein- und Ausreise einen Kontrollposten, dort wurden wir aber immer ohne Probleme durchgewunken. Die Mietwagen sind leicht zu erkennen und Touristen können meist problemlos die Straße benutzen.

Natürlich sollte man sich vorab schlau machen, wie die aktuelle politische Situation aussieht. Es kann vorkommen, dass die Straße mal komplett gesperrt wird für ein paar Tage. Auch wird empfohlen, vorab mit der Autovermietung zu klären, ob es erlaubt ist damit ins Westjordanland zu fahren. Wir hatten das irgendwie verpeilt und sind einfach losgefahren -zum Glück ging alles gut. Aber bitte nicht nachmachen!

Tramper überall

Das war eine weitere Überraschung – viele Leute trampen durch Israel. Also nicht nur Touristen, ganz oft stehen Soldaten am Straßenrand, die ein Stück mitgenommen werden wollen. Irgendwie haben wir uns nie getraut, jemanden mitzunehmen. Als Dank bekamen wir ein Mal den Stinkefinger gezeigt von einem Soldaten. Ups!

Fazit: Losfahren & genießen!

Die Zeit in Israel war super und ich kann nur jedem empfehlen, das Land per Auto zu erkunden! Damit ist es viel einfacher, auch mal abgelegene Orte zu erkunden (ein extra Bericht zu unserem Abstecher ins Golangebiet folgt noch). Israel ist recht klein, die Entfernungen zwischen den einzelnen Orten sind gering. Und zwischen drin einfach mal anzuhalten, weil hübsche Kühe doof gucken, ist einfach unbezahlbar!

Roadtrip durch Israel
Muuuuuuh!

Also, zusammengefasst:

  • Auto vorab online anmieten.
  • EU-Führerschein genügt (internationaler Führerschein ist nicht notwendig).
  • Die Nerven behalten und einfach mal zurückhupen im Straßenverkehr.
  • Die Autobahn #6 möglichst meiden, um Mautgebühren zu sparen.
  • Eine Fahrt durchs Westjordanland vorab mit der Autovermietung klären.
  • Die aktuelle Lage vor der Reise durch Palästina prüfen, ggf. kann die Straße #90 gesperrt sein.
  • Tanken erfolgt nach vorheriger Bezahlung.

Schalom & Gute Fahrt!

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5 Kommentare

  • Liebe Mandy,

    *Israel* irgendwann mal bestimmt … so spukte es in meinen Gedanken rum.
    und nun dank deiner inspirierenden Erzählungen „Israel – unbedingt – bald. Ganz oben auf meiner to-do-wish-list …

    Danke !

    Mit Herzensgrüßen aus Tirol

    Daniela

  • Hey Mandy,

    schöner Artikel über das Fahren in Israel. Ich war 2013 dort und bin mit den Öffentlichen durch das Land gereist. Das ging auch sehr gut, denn das Busnetz ist – ähnlich wie die Straßen dort – sehr gut ausgebaut.

    Grüße
    Christian

  • Liebe Mandy,

    danke für den Artikel, der mir eine schöne Informationssammlung ist, da ich Ende Dezember nach Israel reisen werde und dort mit dem Auto herumfahren.

    Kannst Du eine ungefähre Schätzung geben, wie lange es dauert und wie leicht es zu finden ist, von Tel Aviv mit dem Auto ans Tote Meer zu fahren und dabei mautpflichtige Straßen zu vermeiden?

    Simon

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