Roadtrip durch Israel: Am Anfang war Jerusalem

Roadtrip durch Israel: Jerusalem

Bei unserer Reise durch Israel war Jerusalem der erste Ort, den wir besuchten. Vier Tage lang haben wir Jerusalem und den Nachbarort Bethlehem erkundet. Viel zu wenig Zeit für diesen geschichtsträchtigen Ort und die vielen Eindrücke, aber ein guter Start war’s allemal! Nachfolgend habe ich meine Eindrücke aus Jerusalem festgehalten inklusive ein paar Tipps für eine Reise dorthin.

Sehenswertes in Jerusalem

Die Altstadt Jerusalems

Die Jerusalemer Altstadt teilt sich auf in jüdisches, muslimisches, christliches und armenisches Viertel. Wir hatten am ersten Tag einen Tourguide an unserer Seite, der zumindest versucht hat in kurzer Zeit uns die Geschichte der Stadt zu erläutern. Es ist einfach irre! Jeder Stein dieser Stadt hat eine historische / religiöse Bedeutung. In Jerusalem muss man einfach mit einem Guide (Person oder Buch) herumlaufen, um auch die Hintergründe und Zusammenhänge der vielen historischen Ecken wenigstens ansatzweise verstehen zu können.

Ich muss zugeben, dass ich den ganzen Trubel um die verschiedenen Religionen in der Stadt (und in der Welt) mit einem gewissen Abstand betrachte, da ich selbst nicht religiös bin – zumindest fühle ich mich keiner der sogenannten Weltreligionen zugehörig. Deshalb ging mir während unseres Urlaubs in Israel öfters diese – zugegeben recht naive – Frage durch den Kopf: „Wieso können die sich nicht alle einfach mal an einen Tisch setzen, sich vertragen und alles ist gut?„. Eine Antwort erwarte ich darauf nicht, aber fragen kann man ja mal.

Außerhalb der Mauern der Altstadt Jerusalems setzt sich der Konflikt fort. Jerusalem ist in Ost und West getrennt – durch eine 8 Meter hohe Mauer (das kommt mir irgendwie bekannt vor…). Marianna vom Weltenbummlermag hat einen spannenden Artikel darüber geschrieben: Und dann ist da diese Mauer. Ich finde es grausam zu sehen, wie diese hässliche Mauer jetzt die Stadt in zwei Teile spaltet und zu noch mehr Konflikten und Problemen im Alltag der Menschen führt.

Roadtrip durch Israel: Jerusalem

Aufstieg zum Ölberg

Um einen andern Blick auf die Altstadt Jerusalems zu bekommen, lohnt ein Besuch auf dem Ölberg (eigentlich Olivenberg genannt in anderen Sprachen) östlich der Stadt. Der Berg ist recht bekannt, da er für alle drei Religionen eine sehr wichtige Bedeutung hat. Von der Aussichtsplattform oberhalb des jüdischen Friedhofs bietet sich ein herrlicher Blick auf die Altstadt. Wir haben uns da mal hingesetzt und fotografieren lassen. :)

Yad Vashem: World Holocaust Center

Bevor wir uns auf den Weg gen Norden aufmachten, sind wir noch zur Gedenkstätte Yad Vashem gefahren, wo sich das Museum zur Geschichte des Holocaust befindet. Das ist harter Stoff, aber sehr sehenswert und unglaublich beeindruckend. In vielen Bereichen des Museums laufen Interviews mit Zeitzeugen, die über ihr Schicksal berichten – da hatte ich einige Male Tränen in den Augen.

Einen Besuch sollte man auf jeden Fall einplanen, auch wenn das Thema nicht leicht ist und die Stimmung nach dem Museumsbesuch für eine Weile etwas geknickt sein wird. Das Museum liegt etwas außerhalb der Stadt, ist aber leicht zu finden und der Eintritt ist kostenlos.

Leckereien in Jerusalem

Wie überall in Israel gibt’s auch in Jerusalem an jeder Ecke leckere Falafel, Hummus etc. Das haben wir natürlich fleißig ausprobiert – deshalb mache ich jetzt nach der Rückkehr wieder etwas mehr Sport. ;-) Zwei kulinarische Highlights gab es in Jerusalem:

  • Das Village Green bietet leckere vegane und vegetarische Gerichte vom Buffet, liebevoll zubereitet und extrem lecker!
  • Den allerleckersten Salat (mit dem spannenden Namen Palestinian Salad) habe ich in der Kitchen Station genossen – ein Restaurant in einem alten Zugbahnhof im Süden von Jerusalem (nahe der German Colony).

Weitere nützliche Infos für Jerusalem

Die Anreise vom Flughafen Tel Aviv

Vom Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv sind wir direkt nach Jerusalem gefahren. Das ist recht einfach möglich – wir haben die preiswerte Variante der Egged Busse genutzt, 25 Schekel (ca. 5€ pro Person), die Fahrt dauert ca. eine Stunde. Das Abraham Hostel hat ein sehr gutes und witziges Infovideo dazu parat. Weitere Alternativen der Anreise könnt ihr hier nachlesen: Israel-ABC: Weiter vom Flughafen Ben Gurion ins Land.

Übernachtung in Jerusalem

Preise für Hotels und Hostels sind in Israel ähnlich hoch wie in Deutschland, besondere Schnäppchen solltet ihr also nicht erwarten. Besonders in den Städten Jerusalem und Tel Aviv, aber auch am Toten Meer empfiehlt sich frühzeitiges Buchen (was wir fürs Tote Meer nicht taten und prompt eine Nacht unterm Sternenhimmel schlafen durften – war aber gar nicht schlimm :-).

Ein Hotel hatten wir in unserer Preislage in Jerusalem nicht gefunden. Wir wollten pro Person nicht mehr als 30€/Nacht ausgeben. Vielleicht hätten wir früher suchen & buchen sollen, vor allen weil wir um die Oster-/Pessach-Feiertage in Israel unterwegs waren, wo die Nachfrage noch viel größer und die Preise generell höher als sonst sind. Airbnb ist ebenfalls eine gute Option.

Nach einigem Überlegen und Recherchieren fiel dann die Entscheidung auf das recht bekannte Abraham Hostel. Das Hostel ist ziemlich groß, dementsprechend laut und voll war es jeden Morgen beim Frühstück. Dafür gibt’s aber eine nette Bar mit leckeren Cocktails und Bieren, sowie eine Dachterrasse mit Blick auf die Stadt. Und zur Altstadt sind es zu Fuß nur ca. 15 Minuten, die Tram und Busse halten vor der Tür. Das Hostel bietet auch Touren durch Jerusalem und in die Umgebung an und auch sonst sind die Leute dort sehr hilfsbereit.

Fazit: beeindruckt bis verwirrt

Jerusalem bzw. Israel allgemein hat mich sehr beeindruckt. Die komplizierte Geschichte und die aktuelle politische Situation im Land und die brodelnden Konflikte mit Palästina und den Nachbarländern sowie Israel’s Siedlungspolitik haben mich bei näherem Hinschauen noch verwirrter zurückgelassen als vorher. Ich kann’s gar nicht so recht beschreiben, aber es ist so ein Gefühl der Hilflosigkeit, weil ich keine Ahnung habe, wie und ob sich dieser Konflikt jemals lösen werden kann.

Abgesehen davon ist Jerusalem eine sehr schöne Stadt mit toller Architektur, historischen Bauwerken und Denkmälern an jeder Ecke. Wir haben in den wenigen Tagen längst nicht alles sehen können. Aber so ist es ja meistens…

Warst du schon mal in Jerusalem? Wie war dein Eindruck?

Weitere Posts von unserem Roadtrip durch Israel:

Tipp!

Bei GetYourGuide kannst du Touren in Jerusalem buchen – z.B. eine Walking-Tour durch die Altstadt. Noch mehr gibt’s hier: Touren & Sehenswürdigkeiten. Ein paar Highlights:

9 Comments

  • Puhh Jerusalem fand ich ganz schön anstrengend wie überhaupt die ganze Israel Reise. Wie ging es dir da? Ich bin ja schon sehr viel gereist, aber irgendwie hat mich das Land ganz schön mitgenommen. Trotzdem würde ich wieder hinfahren, da es einfach sehr sehr interessant war. Wenn ich nochmal wieder komme, dann schaue ich mir Yad Vashem auch an.
    Bin gespannt auf deine weiteren Posts!
    laura

    • Ja, „anstrengend“ war’s für mich auch zeitweise, vor allem in Jerusalem. Vor allem weil ich nicht weiß, was da abgeht im Detail und wieso das so ein riesen Drama ist und sich keine Lösung finden lässt. Das ist echt schade für so ein tolles Land (gilt für Palästina + Israel gleichermaßen).

  • Sehr spannend wie Du das beschreibst, macht Lust auf einen Besuch. Es stand ja nie auf meiner „Liste“, aber irgendwie würde ich das auch gern mal selbst erleben. Achso ja und natürlich auch wegen dem Hummus!

  • Sehr fein geschriebener Reisebericht, der in mir gleich wieder die Sehnsucht weckt, noch einmal nach Jerusalem zu reisen! Ich war am Wochenende vor Pessach für knapp zwei Tage in Jerusalem und bin immer noch ziemlich geflasht. Als wir am Damaskustor ankamen und uns den Weg zu unserem Hostel durch die Altstadt bahnten, kam es mir vor, als würde ich in eine völlig andere Welt eintauchen. Allein für diesen Weg hatte sich die Anreise schon gelohnt.
    Wir sind im Chain Gate Hostel untergekommen, welches direkt an einem Checkpoint zum Tempelberg-Areal im arabischen Viertel liegt. Das Hostel ist eher klein, die Zimmer erinnern an Kerkerzellen, aber insgesamt empfand ich es als gemütlich und ein gutes und ausreichendes Frühstück gab es auch. Für das Doppelzimmer haben wir 85$ die Nacht hingelegt.
    Der Rest von uns war im Paulus-Gästehaus direkt gegenüber vom Damaskustor, welches sehr großzügig und gut ausgestattet ist und dabei einen traumhaften Blick über die Altstadt bietet. Weiterhin waren einige von uns im Austrian Hospice in der Altstadt untergebracht, welches eine Oase oberhalb des Treibens rund um die Via Dolorosa bietet. Preise in diesen Unterkünften allerdings um die 60€ pro Person und Nacht.

    Wenn ich wieder einmal nach Israel kommen sollte, nehme ich mir allerdings einen größeren Sack Zeit mit :-)

    James
    P.S.: Für Jerusalem-Bilder von mir einfach mal auf meinen Flickr-Account klicken.

    • Das österreichische Hospiz hatten wir auch angefragt, war leider ausgebucht.
      Deine Fotos sind wunderhübsch, dickes Lob! Ich hatte den Fehler gemacht mir kurz vorm Urlaub eine neue Kamera zuzulegen – Fazit: ich konnte damit noch nicht gut umgehen und die Bilder sind jetzt eher so mittelprächtig geworden. Aber egal, die Erinnerung und das Erlebnis zählen. :)

    • Hi Nadja, wir hatten ein Doppelzimmer gebucht, das hat ca. 65€ gekostet, also knapp 33€ pro Person. Schlafsaal wäre sicher günstiger, wollten wir aber nicht. ;)

  • Ich bin ein grosser Fan des Landes! War kürzlich auch in Israel und besonders begeistert von Jerusalem, die Stadt ist echt genial. Ein Tipp für jeden der nach Israel reist, ist auch ein Besuch von Betlehem und dem Aida Flüchtlingslager im Westjordanland (Palästina). So sieht man den Konflikt auch mal von der anderen Seite, das war echt ein Elebnis das ich so schnell nicht mehr vergesse.

    Lieber Gruss,
    Arjuna von http://www.reisegeek.de

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