Über Ziele im Leben & Gutes Tun

Über Ziele im Leben & Gutes Tun

Der Weg ist das Ziel… sagt man so schön. Jeder Mensch braucht Ziele, worauf er hinarbeiten kann. Lange Zeit habe ich mir keine konkreten Ziele gesetzt. Ich habe im Hier und Jetzt gelebt und mir keine Gedanken über die Zukunft gemacht. Das ist auch nichts schlechtes, aber inzwischen denke ich, dass das Leben viel zu kurz und zu wertvoll ist, es mit Alltäglichem zu vergeuden ohne konkretem Ziel vor Augen.

Ich wäre gerne noch viel zielstrebiger, aber eines habe ich in den letzten Jahren konsequent durchgezogen: ich mach’ mein Ding. Wenn mir eine Idee in den Kopf kommt, analysiere und überlege ich gründlich und setze die nach reiflicher Überlegung dann auch um. Für Außenstehende sieht das manchmal so aus, als würde ich Dinge einfach so machen. Meistens steckt jedoch eine reifliche Überlegung dahinter.

Das hat u.a. dazu geführt, dass ich im Jahr 2007 nach Buenos Aires ausgewandert bin. Keine halben Sachen, sondern so richtig weg. Die Wohnung wurde aufgelöst, Hab und Gut verkauft & verschenkt. Mit Backpack sowie zwei Kisten mit Klamotten und Kram, die mir nachgesandt wurden, habe ich in Buenos Aires einen Neustart gewagt.

Warum? Ganz einfach: ich hatte Bock darauf! Der Zeitpunkt war ideal – ich war ungebunden, suchte eine neue Herausforderung (auch beruflich) und hatte zudem ein tolles Angebot aus Argentinien bekommen, dass ich nicht ablehnen wollte. Letztendlich blieb ich drei Jahre in Buenos Aires und bin bis heute so froh darüber, dass ich dieses Experiment gewagt habe! Ich habe so viel neues gelernt (auch über mich selbst), neue Freunde gefunden, mein Spanisch perfektioniert (fast) und mich auch beruflich weiterentwickelt.

Die letzten fünf Jahre in Berlin waren ebenso eine große Herausforderung. Nach meiner Rückkehr aus Buenos Aires hatte ich ein neues Ziel: ich mache mich selbständig und arbeite als Freelancer für meine eigenen Kunden. Der Anfang war schwer, aber ich habe es gemeistert mit viel Geduld, Ups & Downs und vor allem mithilfe meines unerschütterlichen Optimismus, der mich immer begleitet. Inzwischen habe ich mir einen guten Kundenstamm aufgebaut und kann von meiner Selbständigkeit gut leben (mehr dazu bei www.cucuza.de).

In den letzten Jahren kam immer wieder die Frage auf:

„What’s next?“ – Wie geht es weiter? Was will ich erreichen? Wo will ich hin?

Familie gründen, Kinder kriegen, Haus bauen? Mit Mitte 30 kommt dieser Gedanke natürlich auf, aber für mich war das nie ein Muss. Ich bin bis heute davon überzeugt: wenn’s passiert, passiert’s. D.h. wenn ich irgendwann / irgendwo einem Mann begegne und mich schwer verliebe, kann es sein, dass ich mein Leben umschmeiße und neue Pläne schmiede. Aber solange das nicht passiert, sitze ich nicht rum und warte oder suche nach dem richtigen. Ich mache einfach mein eigenes Ding und habe Spaß dabei.

Ein anderer, lange gehegter Gedanke von mir war, irgendwann einmal im Van durch die Welt zu reisen – ganz ohne Zeitdruck. Alles dabei haben, um unterwegs auch arbeiten zu können. Die Selbständigkeit war bereits ein erster Schritt in die Ortsunabhängigkeit. Meinen Kunden ist es schließlich egal, wo auf der Welt ich bin. Solange ich meine Arbeit zu ihrer Zufriedenheit erledige, kann ich auch am Strand in Portugal sitzen (das ist der Plan für kommenden Winter).

Und jetzt sitze ich hier, in meinem Van an einem kleinen See irgendwo in Schweden. Ich arbeite und genieße die frische Luft, die Freiheit, das Abenteuer VanLife. Seit Anfang Juni bin ich im Van unterwegs, aber schon jetzt stellt sich mir erneut die Frage: „What’s next?“ Was will ich erreichen, wo will ich hin (also nicht bezogen auf die Routenplanung mit dem Van, sondern auf mich persönlich)?

So genau kann ich das bisher noch nicht beantworten, aber ich habe zumindest schon ein paar Ideen, die ich im Rahmen dieses Blogs gerne verwirklichen möchte. Eine Idee liegt mir ganz besonders am Herzen und ich hoffe auf deine Unterstützung!

Gutes Tun von unterwegs

Ich möchte gerne meine Dauerreise dafür nutzen, etwas zurückzugeben. Ich möchte Menschen unterstützen, die Hilfe benötigen. Das mache ich nicht, um mich selbst damit zu profilieren, sondern weil es mir einfach ein Bedürfnis ist, Menschen zu helfen. Während meiner Zeit in Buenos Aires hatte ich auch einen Blog und darüber habe ich gemeinsam mit Freunden und Lesern des Blogs Geld für ein Kinderheim in Buenos Aires gesammelt. Das hat super funktioniert und wir konnten den Kindern mit ein paar Euros aus Deutschland einen großen Gefallen tun!

Den Blog möchte ich deshalb gerne wieder als Plattform nutzen um etwas gutes zu tun. Gerade die aktuelle Lage in Europa bewegt mich dazu, mich noch mehr zu engagieren. Da ich jetzt keinen festen Wohnsitz mehr habe, fällt es mir schwer, eine Organisation vor Ort persönlich zu unterstützen. Auch denke ich, dass in Skandinavien (wo ich mich aktuell und in den nächsten 2 Monaten bewegen werde) die Hilfe nicht unbedingt am dringendsten ist. Deshalb suche ich nach einer Möglichkeit, mit eurer Hilfe und über den Blog etwas zu bewerkstelligen.

Die Idee

Die einfachste Möglichkeit zu helfen, ist durch Geld. Das geht am schnellsten, ist kein großer Aufwand für den Spender und es kann von der zu unterstützenden Organisation sinnvoll eingesetzt werden. Aber ich will hier nicht einfach so Geld sammeln, um es dann weiterzugeben. Das kann ja jeder selbst machen. :-)

Mein Spendenplan setzt sich wie folgt zusammen:

  • 1 Cent für jeden Kilometer: Für jeden gefahrenen Kilometer im Van spende ich 1 Cent (Stand aktuell: 3.200 km!). Und ich habe noch Finnland, Norwegen und den Weg bis nach Spanien & Portugal vor mir dieses Jahr!
  • 10% der Blogeinkünfte: Von den Einkünften, die ich über den Blog generiere (die aktuell noch sehr gering sind), werde ich einen Teil (10%) in den Spendentopf werfen. Ihr könnt dies indirekt unterstützen, indem ihr die von mir vorgestellten Bücher u.a. Produkte, die ich in Artikeln verlinke, über diese Links kauft. Dann bekomme ich eine kleine Provision, für euch ändert sich nichts am Preis.
  • Eure Spende für eine Postkarte: Wenn ihr mir über Paypal 5€ oder mehr sendet, schicke ich euch eine Postkarte aus dem Land / der Stadt wo ich gerade bin. Alles über 5€ geht dann komplett in den Spendentopf.
    (die Idee habe ich ganz frech abgekupfert von Andreas Moser
    – ich hoffe das geht in Ordnung. ;-)

Am Ende des Jahres wird zusammengezählt und das Geld überwiesen. Ihr dürft gerne abstimmen, welcher Organisation das Geld zukommen soll. Mein Favoriten sind Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen oder Sea-Watch e.V.

Was hältst du von der Idee? Hast du andere Vorschläge? Kritik, Zweifel… schreibe mir einen Kommentar!

UPDATE! Die Spendaktion ist gestartet:

Movin'n'Groovin Spendenaktion 2016 - let's do it!
Jetzt mitmachen & die Welt retten! ;-)

11 Kommentare

  • Ja, klar geht das in Ordnung!
    Postkarten sind so selten geworden, dass sie mittlerweile wirklich etwas Besonderes sind. An manchen Orten hatte ich schon Schwierigkeiten, welche aufzutreiben.

    • Das stimmt! Selbst hier in Schweden gibt es in manchen Orten keine Postkarten mehr, oder nur „allgemeine“ Karten von Schweden oder mit lustigen Elchen drauf… ;)

  • Ich fände es interessanter, wenn Du die Spenden lokal spendest. Je nachdem, wo Du eben gerade bist. Arme gibt es ja überall. Eine Suppenküche in Griechenland, eine Untergrundzeitung in Belarus, eine Roma-Siedlung in Rumänien.
    Dann könntest Du darüber auch noch einen interessanten Bericht schreiben.

    Ich selbst habe Probleme mit diesen großen Organisationen, seit ich z.B. mal das Hauptquartier von Amnesty International in London besucht habe. Dieser Bürokomplex im Zentrum (wo er nicht sein müßte) sieht so aus, wie wenn er (Zehn-)Tausende £ an Miete im Monat kostet. (AI selbst verlangt bis zu 2.400 £/Tag für die Miete des Saales für Veranstaltungen.)

    • Danke für dein Feedback Andreas!
      Ja, das stimmt schon. Ich werde das mit als Option aufnehmen. Vermutlich ist es tatsächlich besser, eine lokale Organisation direkt zu unterstützen. Das von AI ist ja interessant, wusste ich nicht. Das gibt dem ganzen natürlich ein etwas komisches „Geschmäckle“.

  • Hallo Mandy, ich gehe da mit Andreas d’accord. Spende doch direkt vor Ort, da sehen alle Unterstützer gleich, wo das Geld landet, statt in Bürokratien aufzugehen. Und du kannst auch gleich wieder einen tollen Blogpost schreiben :) Lieben Gruß nach Schweden!

    • Danke für dein Feedback Melanie!
      Den Wunsch, an eine lokale Organisation zu spenden, kam jetzt von mehreren Leuten. Ich werde das mit aufnehmen und mich mal schlau machen, wen ich dann in Portugal oder Spanien (je nachdem, wo ich mich Ende des Jahres „herumtreiben“ werde) unterstützen kann.
      Liebe Grüße nach Berlin! :)

  • Respekt für deine Aktion! Ich stelle mir das Leben unterwegs nicht immer einfach vor, umso mehr rührt es mich, dass du noch Kapazitäten für so eine Aktion hast! Ich denke mir, es macht Sinn, vorher festzulegen, wohin das Geld geht – aber spontan vor Ort entscheiden kann ja noch viel schöner sein.
    Weiterhin gute Fahrt,
    Tatiana
    P.S. Ich mach’ im Winter mit und will auf jeden Fall ne Karte aus Lissabon :)

    • Danke Tatiana! Das freut mich! Die Karte bekommst du dann auf jeden Fall – Lissabon steht auf meiner Liste. :-)

      Ich bin schon am recherchieren, welche Organisation man unterstützen könnte. Da ich noch nicht genau weiß, wo ich Ende des Jahres sein werde, kann ich mich da jetzt noch nicht festlegen. Aber mal schauen, ob ich es zumindest eingrenzen kann. In den nächsten Tagen gibt’s ein Update dazu! :)

      Liebe Grüße aus Schweden!

  • Deine Idee finde ich sehr gut. Auf welches Paypal Koto möchtest du die Spende haben? Ich würde gern eine Postkarte haben über nette Post freut man sich doch immer.

    Schön wäre es wenn das Geld Kindern zugute kommt. Da Kinder unsere Zukunft sind.

  • Guten Morgen Mandy,

    vom Büro und von Herzen vantaugliche Grüße an Dich und Deinen Vantourer. Allein beim Betrachten der Fotos bekomme ich das Gefühl, was weder Fernweh noch Heimweh sein kann. Es war kein Weh, es war eine neue Form von Freiheit – obwohl ich nie richtig gefangen war. Gefangen in Alltag mit anspruchsvollem Job… ja.

    Ich weiss noch, als ich das erste Mal mit meinem VW California in Ording am Strand anhielt und jeden Handgriff wie eine persönliche Mondlandung erlebte. Ein Bett im Auto, ein Aufstelldach als Ausguck, ein kleiner Tisch in der Sonne mit Gaskocher und FRISCHEM Kaffee. Ich war so unfassbar glücklich. Eigentlich alles keine Hexerei. Das Auto ist teuer, aber es war für mich eine Änderung im Leben. Ich lebe seither anders und bewusster. Auch in alltäglichen Dingen. Seit Herbst 2016 Auto weg und warten auf Hymercar Ayers Rock in ca. 4 Wochen.

    Also zum ersten Mal dann kein Umbau im Inneren mehr, stehen können, Bad mit Dusche haben, Kaffee kochen auch innen möglich, kein improvisiertes Stoffgefummel zur Verdunkelung der Scheiben vorn mehr, eine satte Heizung, ein Aufstelldach mit endlich wasserfester Plane und einem wasserdichten Folienfenster…. einfach bremsen, ankommen, da sein und leben.

    Ich habe mir die Kante gegeben bei der Auswahl des Fahrzeuges und bereits heute denke ich, dass sie irgendwie alle geil sind. Ob 6,40m oder 6m oder 5,40m. Hauptsache, man weiss die ganzen Ecken und Winkel des Fahrzeuges zur Freude am Sein einzusetzen.

    Am Ende sind für mich ganz komische Dinge schön, wenn man sich im Fahrzeug aufhält. Ich mag es, im Bad ein kleines Fenster zu haben – ich liebe den Moment, beim Zähne putzen aufs Meer sehen zu können. Bislang Fantasie – ich stelle es mir nur vor, da ich diese Gedanken bis heute nur auf der Messe im Kopf durchgehen konnte.

    Aber eins scheint klar – ich glaube, wer einmal echten Kastenwagen-Luft geschnuppert hat, der tut sich schwer, zu einem Bulli zurück zu kehren.

    Aussteigen möchte ich allerdings damit nicht, ich möchte in Deutschland und den Niederlanden dem Wassersport nachgehen. Ich bin körperlich und seelisch abhängig von der Nordsee, ihrem Charakter, der Lebensart in ihrem Einklang, der Atmosphäre dort. Ich will nicht flüchten, sondern hier in Deutschland damit mehr dort ankommen, wo ich mich wohlfühle.

    Mit dem Kastenwagen dann auch an die obere Isar, zur Weinprobe an die Mosel oder in die Berge. Es gab mal diese Werbung: Deutschland ist schön. Ich möchte das für mich in Frieden zurückholen. Bei stets einem extrem guten Kaffee (handgemahlen) und dem täglichen Blick auf die Ziele des Lebens.

    Übrigens gehört dazu auch dieses Gefühl, bei Windstärke 8 einige Kräfte im und am Auto zu spüren, während man innen immer tiefer entspannt. Draussen rennen alle zu ihren Ferienhäusern zurück oder schützen sich vor den Elementen während drinnen mit einer eigentümlichen Akustik Klappen, Schubladen, Fächer und Badtür verinnerlichen, dass gerade alles mal so richtig gut läuft.

    Obwohl ich einen echten Fokus darauf lege, nicht durch Europa zu touren, sondern die verlängerten Wochenenden als Lebensstil-Änderung einzubauen, neige ich zur Kollision mit dem deutschen Regelwerk. Soll heissen, ich würde gerne öfter wild stehen und versuche es auch im kleinen Stil ab und zu.

    Dieses Thema würde ich gerne öffentlich angeregt wissen. Da ich beispielsweise als Umweltingenieur auch Naturschützer bin und darüber hinaus vermutlich ein selten komplexes Wissen über den Wald, die Natur etc mitbringe, dürfte klar sein, dass ich auf einem Waldweg stehend nicht die geringste Belastung für die Natur zulassen würde. Trotzdem ist dort vielleicht ein Verbot der Einfahrt auf diesem Schotterweg, ein Anhalten am Rand sowieso verboten und: da ich am Rand mit einem Reisemobil halte, verpeste ich als Camper ja angeblich sofort sie Umwelt. Sagt’s noch kinderwagenschiebend an mir vorbei und wirft eine Kurve später die Chipstüte und leere Caprisonne in die Botanik. Armes Deutschland.

    In Ording habe ich an der Strandauffahrt kurz am Bitumenrand mit Bulli angehalten, um ein Telefonat anzunehmen: da kam ein Anwohner mit Fotoapparat und hat mich inkl Kennzeichen auf der durchgezogenen Linie stehend geknippst, weil Camping am Rand des Auffahrt verboten sei. Der Motor lief noch.

    Man muss sich wirklich klar darüber sein, dass man – egal wie hochwertig die eigene Gesinnung – in unserem Land von verbitterten Aufpassern umgeben ist, was ich sehr schade finde. Ich habe den Herrn übrigens gepackt und angezeigt.

    Philosophisch gesehen, sind die Zeiten der Camper mit Schiesser Doppelripp, Adiletten, Golfkettchen, dickem Bauch, Rentenalter, Kulturbeutel unterm Arm und Heckenschere eigentlich gnadenlos vorbei. In Deutschland kommt der Bulli-Papa und der Kastenwagen-Individualist nach vorn. Die Camper sind jetzt Reisemobilisten und nutzen diese Eigenschaft authentisch auch im Alltag bis hin zum Einkauf mit Familie und Co.

    Ev. sollte man dafür mal ein ganz eigenes Forum erstellen, dass wie ein Magazin auf eine neue Spezies und Präsenz von kompakten Reisemobilen im Alltag der Urlaubsorte / Regionen aufmerksam macht und die Bürger etwas angenehmer abholt.

    Ich weiss, dass Du genau eben das alles nicht hast, wenn Du an der Algarve umher tuckerst ;-)

    Im Geiste sind wir alle uns jedoch vermutlich sehr ähnlich. Egal wo wir sind. Wunderschöne Webseite und eine tolle Art, dies mit allen zu teilen. Ebenso wie die Vannomaden.

    Danke für die schönen Impressionen! Und für heute einen wundervollen Tag.

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