Roadtrip durch Florida – ganz schön (langweilig)

Florida Roadtrip - Sanibel

Florida, irgendwie kennt das jeder, oder? Strand, Sonne… was will man mehr? Nun bin ich kein großer Fan davon, tagelang am Strand rumzuhängen und meinen (zugegeben sehr blassen) Bauch in die Sonne zu halten. Da wird mir schon nach einem Tag langweilig. Ich brauche mehr Action.

Deshalb hatte ich mir in Florida für 7 Tage einen kleinen Van gemietet – einen Ford E15O. Damit hatte ich mein Bett, einen kleinen Kühlschrank und einen Gaskocher dabei, sowie Campingstühle & Tisch. Das war quasi ein kleiner Vorgeschmack auf mein neues Abenteuer, das im Mai startet!

Florida Roadtrip - das Auto
Mein Gefährt während des Roadtrips – ganz unauffällig ;-)

Im Januar herrscht nicht wirklich Badewetter in Florida, die Temperaturen schwanken zwischen 18 und 25°C. Deshalb hatte ich geplant, einfach ein wenig durch das Land zu fahren und die Gegend zu erkunden.

Die Road Trip Route durch Florida

Ursprünglich wollte ich nur an der Ostküste Floridas bleiben, aber recht schnell war klar – so spannend ist’s dort auch nicht, um sieben Tage da zu verbringen. Also ändere ich spontan den Plan und mache mich doch auf den Weg an die schönere Westküste von Florida.

Cape Canaveral

Meine Route führt mich von Miami nach Cape Canaveral. Wirklich gespannt war ich auf das Kennedy Space Center! Auf dem Flug nach Miami habe ich den Film Der Marsianer gesehen und war nun gespannt, das Space Center mal in echt zu sehen und ein wenig hinter die Kulissen der NASA zu schauen. Und ich war wirklich sehr beeindruckt! In vielen multimedialen Shows und Ausstellungen erfährt man eine Menge über die Raumfahrt, die Technologie, historische Momente, Erfolge und auch tragische Unglücke…

Florida Roadtrip - Kennedy Space Center
Die Atlantis im Kennedy Space Center

Nach dem Besuch im Kennedy Space Center geht es für eine Nacht auf einen Campingplatz in Cape Canaveral. Dort habe ich einen sehr schönen und entspannten Abend verbracht – in der Nacht zieht ein kräftiger Sturm über uns her und ich habe kurz Sorge, ob der riesige Baum, unter dem mein Auto steht, diesem Sturm auch stand hält. Aber zum Glück ging alles gut!

Clearwater Beach

Von dort aus geht es am nächsten Tag ein mal quer durch’s Land bis nach Clearwater Beach, eine von vielen ausgezeichneten „Best Beaches“ von Florida (davon gibt es scheinbar mehrere). Clearwater Beach ist wirklich ein schöner Strand, dahinter wachsen aber riesige Hotelburgen aus dem Boden. Ich will gar nicht wissen, wie es da im Sommer zugeht – ein Urlaubsziel wäre das deshalb für mich nicht.

Anna Maria Island

Von Clearwater Beach geht es weiter in Richtung Süden, mit einem Zwischenstop auf Anna Maria Island (Holmes Beach). Dort kann man kostenfrei direkt am Strand parken (was sehr selten möglich ist in Florida) und direkt neben dem Parkplatz gibt es ein kleines Strand-Café.

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Florida Roadtrip - Anna Maria Island (Holmes Beach)
Mein Arbeitsplatz in Holmes Beach

Fort Myers Beach

Weiter im Süden lege ich noch einen Zwischenstop am Lido Beach ein, bevor es dann nach Fort Myers Beach weiter geht. Dort konnte ich einen der schönsten Sonnenuntergänge beobachten, inklusive lustiger Vögel am Strand.

Florida Roadtrip - Fort Myers

Sanibel

Am nächsten Tag geht es weiter auf die Insel Sanibel – dort ist’s wirklich paradiesisch schön! Auf einem kleinen Parkplatz direkt am Strand habe ich es mir für ein paar Stunden gemütlich gemacht. Da ich keine Parkgebühren bezahlen will (6$ pro Stunde!), bleibe ich einfach in der Nähe vom Auto und werde nur mal kurz nervös, als der Sherif vorbeikommt. Aber der hat ganz andere Sorgen – ein kleines Motorboot hat sich in der Strömung irgendwie festgefahren und kommt nicht weiter. Mr. Sherif und seine Kollegin versuchen, per Lautsprecher hilfreiche Tipps zu geben. Irgendwann ist das Drama dann vorbei und alle wieder verschwunden.

Florida Roadtrip - Sanibel

Everglades

Nach einem kleinen Zwischenstop in Marco Island führt mein Roadtrip weiter in die Everglades. Im Auto fährt man erst mal eine ganze Weile durch recht unspektakuläre Landschaft. Links und rechts von der Straße gibt es kleine Rastplätze zum Verweilen mit kleinen Wanderrouten in die Everglades.

Außerdem bieten eine Menge Unternehmen Touren auf den bekannten Luftkissenbooten an. Für 25$ habe ich eine solche Tour dann auch gemacht, fand das ganze aber eher mäßig spannend. Ich kam mir in dem Boot vor wie ein „Elefant im Porzellanladen“ – das Boot macht bei voller Fahrt ja einen höllischen Krach, und ich habe mich die ganze Zeit gewundert, ob die Tiere, die dort leben, das so toll finden, wenn das Boot alle 30 Minuten durch ihr Zuhause brettert.

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Neben der Bootstour gab es auf dem Gelände noch eine Alligator-Show, das habe ich erst nach der Tour gesehen. Das wollte ich mir allerdings nicht anschauen – sowas finde ich einfach nur grausam. Die Alligatoren werden in kleinen Wasserbecken gehalten und dann zur Belustigung der Touristen in die Hand genommen und herumgereicht (die Baby-Alligatoren)… was für ein Schwachsinn!

Key West

Auf dem weiteren Weg mit Ziel Key West lege ich einen Zwischenstop in Homestead ein, um in einer der vielen Gated Communities bei meinem Reiseblogger-Amigo Gregório von Sabbaticalism zu übernachten.

Die Fahrt nach Key West am nächsten Tag ist ziemlich anstrengend. So richtig Begeisterung will bei mir dabei auch nicht aufkommen. Die vorher so viel gelobte Fahrt über die vielen Brücken entlang der Inseln bis nach Key West finde ich nicht so unglaublich umwerfend. Letztlich ist das einfach eine ewig lange Autobahn bis nach Key West, links und rechts zieht das Meer an einem vorbei. Nach ein paar Zwischenstops zum Essen und ausruhen komme ich gegen Mittag in Key West an – und darf erst mal 20$ für ein Parkticket lösen.

Mir geht es an dem Tag nicht so gut, mein Kreislauf ist irgendwie nicht richtig in Schwung. Und so laufe ich etwas träge durch die Straßen von Key West. Ein wirklich schöner Ort mit den typischen alten Holzhäusern. Die Straßen sind voller Menschen, Souveniershops an jeder Ecke. Ich überlege kurz, mit einem dieser „Züge“, die Touren durch die Stadt anbieten, mitzufahren – einfach weil ich so müde bin. Aber der Preis von 38$ für eine Stunde Rundfahrt schreckt mich dann doch ab.

Von Key West geht es wieder zurück gen Norden, noch ein Zwischenstop in Homestead. Am nächsten Tag gebe ich das Auto wieder in Miami Beach ab. Leider regnet es wieder in Strömen, als ich in Miami ankomme (so auch die ersten Tage meines Aufenthalts dort) – deshalb habe ich außer South Beach nicht viel von der Stadt gesehen.

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Camping in Florida – kein Schnäppchen

Die meiste Zeit habe ich auf Wallmart Parkplätzen genächtigt. Das ist nicht sonderlich idyllisch, aber dafür kostenlos und die Supermärkte sind durchgehend geöffnet – sehr praktisch. Die Preise auf den Campingplätzen waren mir wirklich zu hoch, das wollte ich mir nicht leisten. In Cape Canaveral habe ich für einen Stellplatz 30$ bezahlt, das war noch günstig im Vergleich zu Campingplätzen an der Ostküste oder auf dem Weg nach Key West. Freie Stellplätze habe ich nicht viele gesehen und ich wollte auch nicht alleine „wild campen“. Auf den Wallmart Parkplätzen gab es immer eine ganze Reihe anderer Camper um mich herum, so dass ich mich immer sicher gefühlt habe.

Florida – schön und ganz schön langweilig

Mein Fazit der Reise: Florida ist schon sehr schön, viele schöne Strände… aber das war’s dann auch. Die Orte entlang der Strecke sehen irgendwie alle gleich aus – überall eine Menge Shopping Center, Fast Food Restaurants sowie viel Straße, wenig grün. Ohne Auto geht leider gar nix, deshalb sind in den meisten Orten auch kaum Menschen auf der Straße zu sehen. Die Everglades sind ein schönes Stück Natur, aber der ganze Hype darum hat mich auch nicht wirklich mitgerissen.

Ich habe jetzt eine Weile gebraucht, diesen Artikel zu schreiben, weil mich diese Reise nicht so recht beeindruckt hatte. Aber ich will nicht nur von den Highlights meiner Reisen berichten sondern auch mal aufzeigen, dass es nicht immer alles super spektakulär und traumhaft ist. Das ist ja auch nicht schlimm. Ich finde Florida durchaus schön und will nicht sagen, dass es sich nicht lohne, dorthin zu reisen. Nur mich persönlich hat Florida eben nicht sonderlich beeindruckt.

Was meinst du? Warst du schon mal in Florida? Wie war dein Eindruck?

12 Kommentare

  • Also ich fand Florida jedes Mal schön. Ich glaube das Problem ist, dass Du scheinbar allein unterwegs warst. Mit anderen Menschen macht es eben doch mehr Spaß. Ich hab auf nem Katamaran in Islamorada gecouchsurft und bin früh nach dem Aufstehen erstmal schwimmen gegangen. Key West ist super schön, auch wenn es ziemlich überlaufen ist. Aber man kann dort kostenlos über Nacht parken, wenn man weiß wo (am Gericht). Mit dem Camper ist es recht teuer aber die Hotels sind leider noch viel teurer. Ist halt Florida, da geben die US-Rentner ihr ganzes Geld aus.
    Miami ist eine tolle Stadt, auch Tampa ist nicht übel (Ybor City fetzt) und in ganz Florida gibt es super leckeres Essen (kubanisch, mexikanisch, you name it).
    Sanibel ist einer der schönsten Strände, die ich kenne. Wir haben 2007 dort gecampt und ein Lagerfeuer am Strand gemacht und waren dann nachts noch baden – alles komplett ohne andere Menschen. Was auch cool ist: Es gibt überall so quirky Sehenswürdigkeiten die total irre aber lustig sind. Und man kann mit Manatees schwimmen!
    Ich würde sofort wieder hinfahren – ich hab noch nicht mal die Hälfte gesehen…

    • Ja, ich glaube auch, dass Florida sicherlich einiges zu bieten hat und ich bei weitem nicht alles gesehen habe. Aber so richtig „warm geworden“ bin ich dort einfach nicht. Im Sommer kann das sicherlich anders sein, dann würde ich auch gern ein Lagerfeuer am Strand machen und nachts baden gehen!
      Das Essen fand ich eher mittelmäßig – sehr teuer und für Veganer/Vegetarier kaum Auswahl. Da war ich froh, dass ich meine eigene „Boardküche“ dabei hatte.
      Guter Tipp mit dem parken in Key West – hätt‘ ich das mal eher gewusst. ;-)

  • Hallo Mandy :-)
    Also ich war schon öfters in Florida – vor allem als Kind, und jetzt auch einmal als Erwachsene. Zusammen mit meinem Mann (der das erste Mal überhaupt in den USA & direkt von Anfang an voll begeistert war) haben wir dort im Oktober 2012 einen Roadtrip zu zweit gemacht. Wir fanden es mega und wir möchten da auch gerne nochmal hin.
    Zu zwei ist das sicherlich nochmal eine ganz andere Erfahrung. Zumal man da auch alle Ereignisse teilen und miteinander erleben kann.
    Absolut begeistert hat uns dann die 2,5 stündige Schnorcheltour im Atlantik – abseits von der Küste in der Nähe von Key Largo. Für uns total spektakulär und aufregend.
    Die Fahrt nach Key West und die Sonnenuntergänge sind einfach der Wahnsinn. Vorallem der Sonnenuntergang bei Marathon (auf den Keys) – traumhaft.
    Wir haben auch Freizeitparks wie Universal nicht ausgelassen und haben dort zwei Tage riesigen Spaß gehabt :-)
    Letztes Jahr haben wir uns mal Kalifornien angeschaut – auch traumhaft. Wir würden sowohl Florida als auch nach Kalifornien nochmal bereisen :-)
    Liebe Grüße aus Coburg
    Jessica

  • Hallo Mandy,
    vielleicht hast Du auch einfach nur die falsche Jahreszeit für Dich erwischt? Ich finde Deine mitgebrachten Bilder auf jeden Fall wunderschön – vielen Dank dafür!
    Liebe Grüsse
    Claudia

    • Danke für das Lob, Claudia!
      Ja, ich denke das Wetter war auch ein Grund, warum ich nicht so recht „warm“ geworden bin mit Florida. Irgendwann reise ich da sicher noch mal hin und schau mal, ob der Funke dann überspringt, wenn die Sonne scheint. :)

  • Hallo Mandy,

    vielleicht hast du einfach die falsche Reisezeit erwischt. Aber es kommt natürlich auch immer darauf an, was man sucht. Nachdem ich früher viel Zeit in Florida verbracht habe, waren wir mit den Kindern schon zwei mal dort – und sehr begeistert. Allerdings erschließt sich die Schönheit Floridas meist erst auf den zweiten Blick. Wie du sagst, auf den ersten Blick scheint die Landschaft sehr eintönig. Gerade die Everglades und die anderen Nationalparks brauchen einfach Zeit. Mit den Touren durch die Everglades ging es uns wie dir -wir fanden die Airboat-Touren auch recht befremdlich und haben uns schließlich dagegen entschieden. Statt dessen haben wir eine lange Kanutour durch die Mangrovenwälder gemacht – das war wunderschön und für die Natur um einiges verträglicher. Vielleicht gibst du Florida irgendwann nochmal eine Chance :-)

    • Hallo Antje,
      genau, eine Kanu-Tour hätte ich gerne gemacht durch die Everglades – das stelle ich mir schön vor! Ich werde Florida sicher irgendwann noch mal besuchen, vllt. bei besserem Wetter – mal sehen, ob es dann „funkt“ zwischen uns. ;-)

  • Es ist doch auch okay, wenn es dir nicht so mega gut gefallen hat. Ich glaub z.B. nicht, dass es was mit dem Alleinreisen zu tun hat. Entweder springt der Funke über oder eben nicht.
    LG Nanne

  • Hi Mandy,

    ja, Florida nur als Urlaubsziel ist wirklich langweilig. Wir starteten 2015 von Port Charlotte aus eine 6-Wochen-Tour (per Auto) nach San Diego und waren die ersten 5 Tage bei sehr netten Freunden untergebracht. Zwar waren wir u.a. am Strand, fuhren auch nach St. Petersburg (Super Dali-Ausstellung!) und verbrachten einen Tag in den Everglades, aber das war’s auch schon. Zusammenfassung: Viele Restaurants, jede Menge Shopping-Center, unzählige Gift-Shops, Senioren-Residenzen und Sonne „en masse“. Nach unserer Abfahrt Richtung Westen wurde es erst ab Alabama interessanter. Aber egal, muß jeder selber wissen, wo er bleiben möchte. Ob ich nochmal dorthin fahren würde? Zum abhängen ja, aber sonst …?

    VG Uli

  • Danke für den Tipp, da mein nächster Roadtrip USA ansteht, habe ich gleich mal einen weiteren Eintrag für Orte die ich NICHT besuchen werde. Eine Option wäre nämlich von Miami nach San Francisco gewesen. Also wird es stattdessen wieder Westküste werden. In your face, Florida! Und gute Zeit dir weiterhin on the road!

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