Picos de Europa in Nordspanien – ein Muss für Outdoor-Fans!

Wandern in den Picos de Europa, Spanien

Wieso kannte ich die Picos de Europa bis vor kurzem gar nicht? Bildungslücke? Vielleicht… aber ich vermute, dieses Gebirge im Norden Spaniens hat sich einfach noch nicht bis nach Deutschland herumgesprochen, oder? Zum Glück ist mir dieser schöne Flecken Erde bei der Recherche für meine Reise durch Nordspanien direkt aufgefallen und schnell steht fest: da muss ich hin!

Wo liegen die Picos de Europa?

Der Gebirgszug Picos de Europa (spanisch für „Gipfel Europas“) liegt im Norden Spaniens und erstreckt sich über Teile der autonomen Gemeinschaften Asturien, Kastilien-León und Kantabrien. Der Nationalpark Picos de Europa ist der älteste und mit über 67.000 Hektar der zweitgrößte Nationalpark Spaniens (der größte: Sierra Nevada in Andalusien). Seit 2003 gilt fast der gesamte Park als UNESCO-Biosphärenreservat.

Picos de Europa in Spanien
Stau in den Picos de Europa :)

Der höchste Berg ist mit 2.648 Metern der Torrecerredo. Im ganzen Nationalpark gibt es über 60 Gipfel, die höher als 2.500 Meter sind – da gibt’s also eine Menge zu sehen und zu erwandern!

Übrigens ist der Nationalpark Picos de Europa der einzige Nationalpark Spaniens, der schon immer bewohnt ist – rund 20 kleine Ortschaften sind im ganzen Nationalpark verteilt. Potes ist wohl der bekannteste Ort, hier starten die meisten Touren in die Berge. Weitere spannende Ziele: Fuente Dé, Sotres, Bulnes, Covadonga, etc.

Wandern in den Picos de Europa, Spanien

Buchtipp!

Für die Reise in die Picos de Europa empfehle ich unbedingt den Reiseführer Picos de Europa*, den ich kurz vorher zum Glück noch online gefunden habe (als App). Dort findest du alles Wissenswerte – von der Anreise, empfohlenen Ausflugszielen und natürlich die 50 schönsten Wandertouren durch die Picos de Europa! Ich habe davon nur vier Wanderungen gemacht – deshalb weiß ich jetzt schon, dass ich noch mal wiederkommen muss!

Picos de Europa: Die schönsten Tal- und Bergwanderungen. 50 Touren. Mit GPS-Tracks. (Rother Wanderführer)
12 Bewertungen

Roadtrip durch die Picos de Europa

Ich empfehle, unbedingt mit dem Auto oder Van durch die Picos de Europa zu fahren, da es kaum öffentliche Verkehrsmittel zu allen Orten gibt. Ich bin im Van gemütlich durch die Berge gefahren – und konnte so auch spontan an schönen Ecken mal eine Pause einlegen oder gar übernachten.

Das Freistehen ist im Nationalpark auf den Parkplätzen der Aussichtspunkte offiziell gestattet. Aber auch unterwegs findet sich an Picknick-Plätzen immer mal ein Platz zum Verweilen. Gestört hat das niemanden. Selbst im Juli war nicht so viel los und es war einfach, einen Platz für die Nacht zu finden.

Die Straßen sind sehr gut ausgebaut. Ab und an wird es etwas eng, aber es ist alles machbar, auch mit größeren Wohnmobilen. Nur die Straße nach Caín (einen der Ausgangspunkte für die berühmte Wanderung Ruta de Cares) sollte nicht mit dem Wohnmobil befahren werden, dort wird es wohl sehr eng. Die Alternative: mit dem Bus hinfahren oder den Wanderweg am anderen Ende – in Poncebos – starten.

Meine Tour durch die Picos de Europa

Hier findet ihr einen Routenvorschlage durch die Picos de Europa, den ich gefahren bin. Für das ganze bin ich zwei Wochen sehr gemütlich unterwegs gewesen. Die Entfernungen sind nicht groß, aber die Fahrten durch die Berge dauern eben etwas länger. Falls du nicht so viel Zeit hast, hier meine Empfehlungen, was du unbedingt sehen/machen solltest (Details dazu siehe unten): Fuente Dé Seilbahn & Wanderung, Sotres, Ruta de Cares.

Mirador De Santa Catalina

Mirador de Santa Catalina, Picos de Europa

Gleich zum Start bin ich zu diesem Aussichtspunkt gefahren, um mir einen ersten Eindruck von den Picos de Europa zu verschaffen. Die Straße nach oben wird ziemlich eng, ist aber im Auto und Wohnmobil durchaus machbar. Eng wird’s nur, wenn Gegenverkehr kommt.

Lebeña

Ein ganz schnuckeliges Dörfchen auf dem Weg nach Potes mit einer der ältesten Kirchen des Landes. Direkt daneben kann man mit dem Van ganz gemütlich parken und übernachten.

Potes

Potes, Picos de Europa in Spanien

Der wohl größte und bekannteste Ort in den Picos de Europa. Hier findet man alles, was man für eine schöne Zeit in den Bergen braucht – Informationen, Kartenmaterial, Touren-Anbieter, dazu viele Restaurants und kleine Shops im Stadtkern. Außerdem einer der wenigen größeren Supermärkte (LUPO) im ganzen Nationalpark.

Mogrovejo

Von Mogrovejo aus gibt es eine schöne Wandertour: Bajo los Picos – den Tipp habe ich von Nima von Abenteuer Unterwegs bekommen und direkt ausprobiert. Fazit: selbst bei schlechtem Wetter eine schöne Wanderung!

Fuente Dé

Bergauf geht’s ganz entspannt mit der Seilbahn – auf den 2.503 Meter hohen Torre de los Horcados Rojos. Bergab führt die 16 km Wanderung durch eine wunderschöne Landschaft – inklusive Begegnung mit Schafen, Kühen und Pferden… und sehr wenigen Menschen. ;-)!

Posada de Valdeón

In diesem wunderschönen Tal habe ich zwei Tage einfach nur zur Entspannung verbracht und auf dem Stellplatz mal den Van versorgt. Es gibt die Möglichkeit, von hier aus per Bus nach Caín zu fahren und von dort die Wanderung entlang der Ruta del Cares zu machen. Mit einem Wohnmobil soll man wohl nicht nach Caín fahren, weil die Straße dorthin so eng ist. VW-Busse und Kastenwagen habe ich aber in Caín gesehen, als ich ein paar Tage später dorthin gewandert bin (von Poncebos aus).

Cangas de Onís

Ein netter Ort mit etwas mehr Infrastruktur – eigentlich. Gerade als ich dort ankomme (Montag), sind die Supermärkte für 2 Tage geschlossen aufgrund eines lokalen Feiertages. Also sitze ich die Zeit dort aus und nutze sie zum Arbeiten, Putzen und Wäsche waschen.

Covadonga

Ganz berühmt ist Covadonga für die Basilika und das Kloster, sowie die Grotte mit der „Virgen de Covadonga“. Das ist alles ganz nett, aber auch sehr überlaufen. Eigentlich wollte ich von dort aus weiter zu den Lagos de Covadonga. Leider ist die Zufahrtsstraße tagsüber gesperrt und man kommt nur mit dem Bus zu den Seen. Dort gibt’s einen schönen Parkplatz, zu dem ich wollte um ein bisschen am See zu laufen und zu entspannen. Aber das hat mich alles etwas genervt und ich beschließe spontan, weiterzufahren.

Sotres

Und so lande ich im idyllischen Sotres, allerdings total unvorbereitet. Und der Haken: es gibt keinen Internetempfang bzw. nur sehr schwach, so dass ich nicht recherchieren kann, was ich in/um Sotres so anstellen kann. So beschließe ich nach einem kleinen Spaziergang durch Sotres, die Strecke wieder ein Stück zurück zu fahren zu einem größeren Ort, der mir auf dem Weg aufgefallen war:

Arenas de Cabrales

Hier kann man problemlos auf dem recht großen Parkplatz stehen und auch übernachten – und es gibt Internetempfang. Arenas de Cabrales ist ein kleiner Ort mit ein paar Restaurants und Bars und Supermärkten. Das wird meine Station für die nächsten Tage. Von hier aus plane ich meine nächsten Ausflüge:

Wanderung von Poncebos nach Bulnes

Von Poncebos aus geht ein recht einfacher Wanderweg hoch ins Bergdorf Bulnes. Ich bin den Weg gelaufen, mit 2 kleinen „Haken“: anfangs bin ich vom Weg abgekommen und statt dessen eine zeitlang einen ziemlich schweren Trail gelaufen. Und oben in Bulnes angekommen, ziehen Wolken auf und mir bleibt der erhoffte Ausblick auf den berühmtesten Berg der Picos de Europa: Naranjo de Bulnes (auch bekannt unter seinem asturischen Namen Picu Urriellu). Aber das macht nichts, die Wanderung durch die Schlucht ist wirklich schön und – wenn man den korrekten Weg entlang läuft – gar nicht so anstrengend. Mehr dazu in einem separaten Beitrag:

Ruta de Cares: Wanderung nach Caín

Ruta del Cares - Picos de Europa in Spanien

Die berühmte Wanderung Ruta de Cares führt ebenfalls von Poncebos durch die Schlucht über 12 Kilometer nach Caín. Ich bin den Weg hin und wieder zurück gelaufen – uff! Machbar, aber schon anstrengend zum Schluss… Dazu gibt’s ebenfalls bald einen extra Beitrag, weil’s so schön war! Schon mal ein Tipp vorab: am besten ganz früh loslaufen (ich bin 7 Uhr gestartet). Warum? Frische Luft & sehr wenige Menschen auf der Strecke.

Tipps für eine Reise in die Picos de Europa:

  • Unbedingt mit dem Auto / Wohnmobil in den Nationalpark fahren, so bist du flexibel und nicht auf die (wenigen) öffentlichen Busse angewiesen.
  • Übernachten ist auf den meisten Parkplätzen der Ausflugsziele des Nationalparks erlaubt. Es gibt auch ein paar Campingplätze, die allerdings nicht günstig sind.
  • Ein sehr schöner Stellplatz inklusive Ver- & Entsorgung und wunderschöner Kulisse befindet sich in Posada de Valdeón.
  • Einkaufen / Tanken gut einplanen. In Potes gibt es einen großen Supermarkt, in den kleineren Orten des Parks findet man meist kleine Läden mit überschaubarem Angebot. Auch eine Tankstelle findet man in Potes, die nächste dann erst wieder in Cangas de Onís.
  • Das Wetter ist wechselhaft bzw. von Ort zu Ort verschieden – je nachdem an welchem Bergmassiv die Wolken hängen. In den Bergen kann es auch im Sommer recht frisch werden (ich hatte nachts 12 Grad im Juli) – also passende Kleidung mitnehmen.
  • Auf jeden Fall wandern gehen! Es gibt viele Routen zur Auswahl, für Anfänger bis Fortgeschrittene ist für jeden etwas dabei.
Picos de Europa, Spanien
Über den Wolken… (Seilbahn Fuente Dé)

Fazit zu den Picos de Europa: ich komme wieder!

Das war mal eine schöne Überraschung – eine Gegend, die ich bis vor kurzem noch gar nicht kannte, entpuppt sich als wunderschönes Paradies für Wander- & Naturfreunde. Hier gibt es so viel zu erkunden, das reicht für mehrere Besuche!

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7 Kommentare

  • Oh ja, die Picos de Europa sind ein Juwel. Warum die so unbekannt sind, ist mir ein Rätsel. Andererseits aber auch gut so, gut für uns :-) Ich möchte auch furchtbar gerne noch mal hin, weil wir beim letzten Mal nicht wegen der Kurzen so viel wandern konnten. Aufgeschoben ist aber ja nicht aufgehoben. Schöne Zusammenstellung von dir, da sind ein paar nette Tipps für unsere nächste Reise irgendwann mal dabei. Danke!
    Liebe Grüße, Nicole

    • Danke für die lieben Worte, Nicole! Ich will auch noch mal in die Picos – dann mit Hund! Bin gespannt, ob Marko Spaß am Wandern hat, das werde ich demnächst mal in Südtirol testen. :-)
      Danke auch für deine Tipps, die ich vor der Reise in die Picos gelesen hatte!

  • Sehr schöne Fotos und Filme! Ich habe das Glück, an einem wirklich schönen Fleckchen in der Schweiz zu wohnen, wo die Berge direkt vor meiner Haustür stehen. Ich laufe eine Viertelstunde hoch und schon sieht es fast genauso aus, wie auf deinen Fotos ;-) Deshalb kann ich deine Faszination gut verstehen, es ist unglaublich entspannend, befreiend, entschleunigend und heilsam, in den Bergen unterwegs zu sein, auch wenn die Wanderung zwischendurch verdammt streng sein kann. Man entwickelt dann plötzlich eine Energie und einen Ehrgeiz, der einem anderswo im Leben völlig fehlt.
    Weil ich das wie gesagt bei mir zuhause habe, zieht es mich mit meinem Bus eher in flache seen- und waldreiche Gegenden :-) Die Picos de Europa würde ich aber auf jeden Fall auch gerne mal mit dem VW-Bus durchstreifen! Grüessli, Mela

    • Hallo Mela, du hast’s ja echt gut! Die Berge vor der Tür – das klingt traumhaft! ;-)
      Stimmt, beim Wandern geht’s mir auch so – der Kopf wird frei, ich genieße den Ausblick, die schöne Natur, die Ruhe… und bekomme dann ganz viele neue Ideen für neue Projekte oder Reiseziele.
      Ich bin im Herbst ein paar Tage in Südtirol und werde da (dann mit Hund) ein bisschen die Berge erkunden – bin gespannt!

  • Um deinen Hund beneide ich dich ja heiss :-) ich hätte auch gern so einen Reisebegleiter!! Leider liegt das im Moment noch nicht drin mit meinem Job und den ganzen Tag ausser Haus. Aber wenn ich dann pensioniert bin und auch mehr im Bus unterwegs als zuhause sein will! Und das geht ja zum Glück nicht mehr allzu lange…
    Ich wünsch dir ganz viele schöne Momente mit deinem neuen „Lebenspartner“ und hoffe, dass du auch hin und wieder ein Bild schiesst und uns teilhaben lässt an deinem „Hundeleben“ ;-)

    Grüessli, Mela

  • Hey,
    toller Bericht und ganz tolle Aufnahmen. Ich muss gestehen, dass ich von dieser tollen Landschaft noch nicht gehört habe. Da werde ich mich einmal näher mit befassen, ob das für mich eine Reise wert ist. VG

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