Picos de Europa: Entspanntes Wandern auf der Ruta del Cares

Ruta del Cares - Picos de Europa in Spanien

Wer die Picos de Europa besucht, muss die Rute del Cares gesehen haben! Das behaupte ich einfach mal – und bin damit ganz bestimmt nicht alleine. Denn die Ruta del Cares ist einer der berühmtesten und beeindruckendsten Wanderwege in den Picos de Europa  – durch die Schlucht von Cares, immer am Abgrund entlang und mit Blick auf schroffe Bergformationen Berge und das tiefe Tal, durch das sich der Fluss schlängelt. Hier und da kreuzen ein paar Bergziegen den Weg, die sich aber unbeirrt weiter auf ihren Streifzug der Futtersuche begeben.

Der Wanderweg der Rute del Cares zwischen Poncebos und Caín ist insgesamt ca. 11 Kilometer lang. Davon sind die ersten zwei Kilometer etwas anstrengend, da der Weg ziemlich steil nach oben führt. Oben angekommen, geht die Wandertour aber sehr entspannt weiter bis ans Ziel. Der einfache Weg ermöglicht es, in Ruhe die wundervolle Aussicht zu genießen!

Meine Wanderung entlang der Ruta del Cares

Ich habe am Vorabend in Arenas de Cabrales, ca. 5 Kilometer von Poncebos entfernt, geparkt und dort übernachtet. Morgens um 7 fahre ich nach Poncebos, und um ca. 7.30 Uhr geht die Wanderung los. Mit dabei ist eine Dose voll mit meinem Müsli, das ich jeden Morgen frühstücke. Dies gibt es zur Belohnung nach den ersten anstrengenden Kilometern bergauf, mit Blick auf die Schlucht und den Sonnenaufgang.

Ruta del Cares - Picos de Europa in Spanien
Frühstück bei Sonnenaufgang über der Schlucht von Cares

Der Rest der Wanderung ist sehr entspannt und führt nach ca. 9 km nach Caín. Für die erste Strecke brauche ich knapp 3,5 Stunden, dabei bin ich sehr entspannt gelaufen und werde auch von einigen Wanderern überholt. Aber schließlich habe ich keine Eile und kann so den Weg und die wahnsinnig schöne Aussicht ausgiebig genießen.

Ruta del Cares - Picos de Europa in Spanien

In Caín angekommen (so gegen 11 Uhr) gönne ich mir einen Kaffee und spiele eine Runde mit dem knuffigen Hund des Hauses (ein älterer Labrador, der sich einfach vor meine Füße setzt). Viel ist noch nicht los in Caín, die meisten Wanderer trudeln erst gegen Mittag ein – was in Spanien ca. 13-14 Uhr bedeutet.

Von Caín aus starten auch einige Wanderer in die Schlucht von Cares – ich folge ihnen gegen Mittag und mache mich wieder auf den Rückweg.

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Caín, ein hübsches Dorf von hohen Bergen umringt

Eigentlich laufe ich lieber Rundtouren, aber bei der Ruta del Cares gibt es keine andere Möglichkeit, als den gleichen Weg zurückzulaufen. Das ist in dem Falle überhaupt nicht schlimm – es ist einfach schön, die Schlucht und die massiven Berge noch mal in einem anderen Blickwinkel zu sehen.

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Nach knapp vier Stunden bin ich wieder am Ausgangsort Poncebos angekommen und freue mich, in meinen Van zu hüpfen – denn dort gönne ich mir direkt eine kalte Dusche! Das tut so gut nach dieser Tour. Obwohl die Wanderung nicht super anstrengend ist, sind meine Füße nach über 22 Kilometern Fußmarsch doch ziemlich müde.

Ein Video von der Wanderung entlang der Ruta del Cares kannst du hier sehen – am besten HD auswählen und im Vollbildmodus anschauen! Hach, jetzt will ich direkt wieder zurück in die Picos!

Tipps für die Wanderung auf der Ruta del Cares

Infos zur Wanderroute

Die Wanderung wird als mittelschwere Tour eingestuft. Das beruht aber hauptsächlich darauf, dass sie mit insgesamt ca. 22 Kilometern für Hin- und Rückweg ziemlich lang ist. Der Wanderweg verläuft entlang der Markierung PR-PNPE 3. Hier kannst du die genaue Route sehen:

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Anfahrt nach Poncebos oder Caín

Die Ruta del Cares verbindet die Ortschaften Poncebos und Caín. Der Wanderweg kann von beiden Orten aus belaufen werden, der Rückweg ist dann die gleiche Strecke, was aber nicht schlimm ist – der Ausblick ist einfach irre! Ich bin mit dem Van nach Poncebos gefahren. Über Caín hatte ich gelesen, dass die Straße ins Dorf wohl sehr eng sein soll und für Wohnmobile nicht geeignet ist. Kastenwagen & VW Busse habe ich in Caín gesehen, aber keine größeren Wohnmobile.

Meine Tipps für den Start in Poncebos:

  • In Poncebos gibt es nicht viele Parkmöglichkeiten – nur ein recht kleiner Parkplatz vor der Seilbahnstation, die hoch nach Bulnes führt. Die meisten Autos parken am Straßenrand, wo genug Platz ist. Für größere Wohnmobile ist das nicht geeignet, da die Straße recht eng ist. Ich bin sehr früh nach Poncebos gefahren und habe meinen schlanken Van problemlos an der Straßenseite, die zur Wandertour führt, parken können.
  • Alternative #1 für Wohnmobilisten: Am Abend (nach 19 Uhr) nach Poncebos fahren und dort übernachten, um am nächsten Morgen die Wanderung zu starten. Dann sind die meisten Wanderer schon zurück und es ist genug Platz zum Parken. Der Ort ist nachts ruhig, der einzige Haken: da Poncebos von Bergen umgeben ist, gibt es kein Netz für Handy oder Internet.
  • Alternative #2: Ca. 2 Kilometer vor Poncebos befindet sich ein großer Parkplatz – von dort aus fährt regelmäßig ein Bus, der die Orte Arenas de Cabrales und Poncebos miteinander verbindet.
  • Alternative #3: In Arenas de Cabrales, ca. 5 Kilometer von Poncebos entfernt, befindet sich gleich am Ortseingang (von Poncebos aus) ein großer Parkplatz, auf dem man problemlos mit dem Wohnmobil übernachten kann. Von dort aus fährt der Bus (direkt an der Ausfahrt des Parkplatzes) in Richtung Poncebos.

Besonders im Sommer: früh loslaufen!

Die Rute del Cares ist eine der beliebtesten Wanderrouten von Urlaubern und auch bei Einheimischen, die diese Tour gerne für einen Wochenendausflug nutzen. Besonders im Sommer ist der Andrang also recht hoch. Deshalb mein Kalkül: vor den Anderen loslaufen!

Ich bin morgens um 7:30 Uhr gestartet und habe unterwegs vielleicht 5 andere Wanderer getroffen, bis ich in Caín ankam. Das war einfach wundervoll – und dazu belohnt der Sonnenaufgang mit einem traumhaften Licht, das die Schlucht langsam beleuchtet. Ein weiterer Vorteil: morgens ist es noch schön kühl und besonders auf den ersten zwei anstrengenden Kilometern kommt man nicht ganz so sehr ins Schwitzen.

Zur Beruhigung an alle Langschläfer: auf dem Rückweg von Caín nach Poncebos, den ich gegen 12 Uhr mittag gestartet bin, waren viel mehr Menschen unterwegs, aber es war nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte. Dennoch finde ich gerade beim Sonnenaufgang das Licht und die Einsamkeit in der Schlucht sehr lohnenswert für ein frühes Aufstehen!

Ruta del Cares - Picos de Europa in Spanien

Ausreichend Proviant einpacken

Auf der Wanderroute gibt es ein paar Wasserquellen, die zum Auffüllen des Wasservorrats genutzt werden können. Für den kleinen Hunger zwischendurch habe ich immer einen Müsliriegel und/oder eine Banane dabei, das macht satt und gibt Energie. Bei der Ankunft in Caín findest du mehrere Restaurants und Cafés, die auf die hungrigen Wanderer warten.

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Die Zicklein haben auch Hunger, suchen sich ihr Futter aber selbst

Einfacher Wanderweg, aber Vorsicht!

Auf der gesamten Strecke gibt es keine Absperrungen, d.h. du läufst die ganze Zeit am Abgrund entlang und die Schlucht ist an manchen Stellen wirklich tief. Da sollte jeder aufpassen – vor allem kleine Kinder und Hunde sollten immer im Blick behalten werden bzw. an der Leine (also der Hund, nicht das Kind!).

Wichtig: ganz oft innehalten und die Aussicht genießen!

Der wichtigste Tipp zum Schluss: genieße die Wanderung, die Natur, die Ruhe, den Blick in die tiefe Schlucht, auf die schroffen Felsen… die Wanderung auf der Ruta del Cares ist wirklich entspannt, so dass du auch ganz in Ruhe die Aussicht genießen und ein paar schöne Fotos machen kannst.

Ruta del Cares - Picos de Europa in Spanien

Ruta del Cares - Picos de Europa in Spanien

Picos de Europa – ein Wander-Paradies!

Insgesamt war ich etwa zwei Wochen mit dem Van in den Picos de Europa unterwegs und habe mehrere Wanderungen unternommen: es ging bergauf und -ab nach Bulnes, oder mit der Seilbahn in Fuente Dé auf den Berg und zu Fuß über 6 Stunden wieder nach unten. Mehr kannst du hier nachlesen: Picos de Europa im Norden Spaniens – Tipps für den perfekten Trip!

Die Picos de Europa haben noch viele weitere schöne Ecken und spannende Wanderrouten zu bieten. Auch für Kletterer oder Radfahrer gibt es wunderschöne Berge und Touren in den Picos. Ein (mehrfacher) Besuch lohnt sich auf jeden Fall, und auch ich werde ganz sicher noch mal hinfahren.

Wenn du noch Fragen zum Wandern in den Picos de Europa oder allgemein zu der Region hast, schreibe gerne einen Kommentar. Und falls du schon eine Reise dorthin geplant hast oder jetzt planst, wünsche ich eine wunderschöne Zeit!

1 Kommentar

  • Was für ein schöner Bericht. Wir haben vor 16 Jahren mal einen Anlauf genommen. Damals keine leichte Angelegenheit. Unterwegs musste ich unseren Bulli auf der engen Zufahrtsstraße über einen Kilometer rückwärts fahren (um Kurven und den Berg hoch – das hasse ich), weil wir einem Bagger begegneten und das wirklich nicht passte. Und als wir dann endlich dort waren fanden wir keinen Parkplatz für unser wirklich nicht großes Fahrzeug. Dann sind wir weiter an einen anderen Flecken der Picos gefahren und haben es nicht noch einmal versucht. Posada de Valdeon war einfach zu schön. Jetzt bekomme ich Lust das Ganze noch einmal anzugehen.

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