Öko Vanlife: Tipps zur Müllvermeidung unterwegs

Finisterre in Galicien, Spanien
Am Ende der Welt in Finisterre

Nachhaltig leben und reisen im Van – geht das überhaupt? Das Vermeiden von Müll ist ein wichtiges Thema und geht uns alle an, ob zuhause in der Wohnung oder unterwegs im Van. Ein wesentlicher Unterschied: unterwegs ist die Müllvermeidung und das umweltbewusste Einkaufen manchmal etwas schwierig, aber nicht unmöglich. Mit ein bisschen Vorbereitung gelingt es dir auch unterwegs nachhaltig zu leben.

Einige meiner Tipps habe ich hier aufgeführt und hoffe, dass du ein paar davon für dich umsetzen kannst. Die verlinkten Produkte habe ich alle im Einsatz und empfehle sie deshalb gerne. Denn eins sollten wir uns immer ins Gedächtnis rufen, bevor wir Dinge wegwerfen:

„Everything has to go somewhere. Nothing ever goes away
because there is no such place as away.“

~ Barry Commoner

Unnötige Reinigungsmittel für das Wohnmobil

In der Campingbranche gibt es ja eine Vielzahl von Reinigungsprodukten, die einem angepriesen werden. Für die Armaturen, für die Plastikfenster, für das Bad, für den Boden… ich habe von Anfang an nur ein Spülmittel dabei und noch eine alte Flasche Fensterreiniger, den ich einfach aufbrauche, aber nicht nachkaufen werde.

Denn vieles kann man einfach mit Wasser reinigen, vielleicht einen Schuss Essig oder Zitrone dazu (das kommt auf das zu reinigende Material an und sollte vorher getestet werden). Auch Natron ist ein kleines Wundermittel im Haushalt, das ich demnächst mal ausprobieren werde. Bei Smarticular gibt es mehr Infos dazu.

Noch viel mehr Tipps gibt’s in diesem Buch von Smarticular:

Chemieklo ohne Chemie

Ja, in meinem lieben Van ist wie bei fast allen Neuwagen das typische Chemieklo eingebaut. Viel lieber wäre mir eine Trenntoilette (bei CamperStyle gibt’s viele Infos & Tipps dazu), aber bis ich diesen Umbau angehe, versuche ich mit der vorhandenen Toilette auszukommen.

Da ich seit längerem schon keine Chemie mehr in die Toilette kippe und feststelle, dass es auch ohne geht, kann ich damit ganz gut leben. Und ich empfehle es gerne weiter: spare dir das Geld für diesen Kram, die Umwelt wird es dir danken!

Unnötiger Plastik- & Verpackungsmüll

Überall wird unnötiger Abfall produziert – das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Braucht es wirklich einen Plastik-Strohhalm im Cocktail? Muss ich ins Schnellrestaurant gehen und einen Berg Müll produzieren, um eine mittelmäßig nahrhafte Mahlzeit zu kaufen? Muss es jeden Tag ein Coffee to Go sein?

Für den Coffee to Go kannst du auch einen wiederverwendbaren Becher mitnehmen. KeepCup* bietet zum Beispiel umweltfreundliche und obendrein sehr schöne Kaffeebecher. In den meisten Cafés wird dieser akzeptiert. Falls nicht, würde ich einfach woanders hingehen, oder mir die Zeit nehmen und den Kaffee vor Ort in richtigem Geschirr trinken – so schmeckt der Kaffee eh am besten.

Auch beim Einkaufen im Supermarkt kaufe ich fast nie Produkte, die in unnötig viel Plastik eingepackt sind. Manchmal gibt es keine andere Alternative, aber dann suche ich beim nächsten Einkauf in einem anderen Markt danach. Fertigprodukte kommen bei mir eh nicht auf den Tisch, auch Wurst oder Käse esse ich nicht. Diese Produkte sind ja immer schön in bunten Plastikverpackungen eingeschweißt. Die Alternative: an der Wurst-/Käsetheke direkt kaufen, oder direkt frisch beim Metzger oder auf dem Wochenmarkt.

Es gibt für fast alles eine Alternative zum Einwegmüll. 

Wiederverwendbare Wasserflaschen

Ich empfehle z.B. eine wiederverwendbare Trinkflasche mitzunehmen, die du unterwegs mit Wasser aus den großen Kanistern (5 Liter oder mehr) oder an Wasserquellen mit Trinkwasser auffüllen kannst.

Ich verwende eine Trinkflasche aus BPA-freiem Plastik mit großer Öffnung – die Reinigung ist daher sehr einfach und die Flasche hält ewig (verwende sie bereits seit über drei Jahren täglich). Es gibt auch andere Alternativen aus Glas oder Edelstahl.

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  • Auslaufsichere Trinkflasche zum einfachen Mitnehmen
  • leicht zu befüllen dank abnehmbarem Trinkaufsatz
  • Widerstandsfähig gegen Verfärbungen, Gerüche und Bruch

Stoffbeutel statt Plastiktüten

In den Supermärkten gibt es in vielen Ländern immer noch Plastiktüten für alles mögliche. Besonders schlimm finde ich es hier in Portugal z.B. Bei Intermarché, wo jedes Stück Obst/Gemüse in eine separate Plastiktüte gepackt werden muss, die dann von einem Mitarbeiter nach dem Abwiegen noch mit einem Plastikverschluss versiegelt wird.

Normalerweise verwende ich meine Einkaufsnetze für Obst und Gemüse; bei Intermarché werden diese jedoch nicht akzeptiert. Also kaufe ich frische Sachen dort nicht mehr, ganz einfach. In anderen Supermärkten kann ich meine Stoffnetze verwenden und an der Kasse wird das Obst & Gemüse dann separat abgewogen, ohne noch mal alles extra zu verpacken.

Noch besser: frische Lebensmittel direkt auf dem Wochenmarkt kaufen. So unterstützt du die lokalen Betriebe und dort bekommst du die Sachen auch sicher ohne extra Plastikverpackung. Zwar werden auf den Märkten immer noch oft Plastiktüten verwendet, aber das kann man dem Verkäufer ja flink erklären, dass er bitte statt der Tüte das mitgebrachte Gemüsenetz verwenden soll. Bonus: dies führt oftmals zu netten Gesprächen und ich hatte schon manchmal den Eindruck, mit meinem Verhalten einen Denkanstoß gegeben zu haben. Besser geht’s nicht!

Kaffeefilter ohne Papier

Seit kurzem verwende ich einen Kaffeefilter aus Edelstahl, der ohne Papierfilter auskommt. Papierfilter sind jetzt nicht per se umweltschädlich, aber generell finde ich: je weniger Wegwerfprodukte, umso besser! Mit dem Kaffeefilter aus Edelstahl bin ich sehr zufrieden – meine anfängliche Skepsis hatte sich bereits nach der ersten Tasse Kaffee wieder gelegt.

No more Wattestäbchen!

Zum Ohren reinigen sind Wattestäbchen in fast jedem Badezimmer zu finden. Abgesehen davon, dass diese für die Ohren gar nicht gut sind (siehe Tipps zur richtigen Ohrenpflege), wird damit auch wieder unnötig Müll produziert, denn die Stäbchen bestehen meistens aus Plastik.

Wer sie dennoch nicht missen möchte: bitte verwende Wattestäbchen ohne Plastik! Bei DM gibt es z.B. eine gute Alternative aus Bio-Baumwolle. Oder noch besser: einen Ohrenreiniger aus Edelstahl – den bekommst du in der Apotheke oder auch hier:

Für die Ladies: Monatshygiene

Auch das geht umweltfreundlich: ich verwende eine sogenannte Menstruationstasse aus Silikon, diese hält ewig und wir nach jedem Benutzen einfach ausgewaschen und am Ende des Zyklus abgekocht. Das spart nicht nur viel Müll, sondern dir auch viel Geld.

Die Menstruationstassen kosten zwischen 20-30€, dafür kannst du in Zukunft auf Tampons und Binden verzichten. Ich verwende Lunette, aber es gibt auch noch andere Anbieter, wie DivaCup etc.

Lunette Menstruationstasse Cynthia - lila - Modell 2: Für normale bis starke Blutung - Ganz ohne Fadenspiel
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  • Die Lunette Menstruationskappe ist deine verlässliche Periodenbegleiterin.
  • Eine unbeschwerte, angenehme und sichere Alternative zu Binden und Tampons.
  • Lässt keine Rückstände in der Scheide zurück, Schadstoff frei

Umweltfreundliche Kosmetikprodukte

Duschgel, Haarwäsche, Spülung, Haarkur, Bodylotion… so ungefähr sah es bei mir früher im Bad aus – viele Plastikflaschen mit fragwürdigem aber wohlduftenden Inhalten. Inzwischen bin ich komplett auf Seife umgestiegen. Zum Duschen und auch für die Haarwäsche verwende ich inzwischen feste Seife. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Verpackungsmüll, umweltfreundlichere Produkte.

Das ist noch mal ein Thema für einen separaten Beitrag, deshalb verweise ich hierzu auf einen tollen Beitrag von Elisa von TakeAnAdVANture: Naturprodukte für den nächsten Camping- und Roadtrip

Mein Plan für die nächsten Wochen: noch weniger Produkte kaufen und noch mehr Dinge selbst herstellen. Deo zum Beispiel kann man aus einfachen Zutaten selbst herstellen. Oder das Reinigungsmittel aus Natron. Ich hab‘ viele Ideen und werde bald von den Ergebnissen berichten!

Hast du noch mehr Tipps zur Müllvermeidung unterwegs im Van?

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6 Kommentare

  • Prinzipiell ist es super, auf Wegwerfprodukte zu verzichten, aber die Wattestaebchen sind super, um sich das Trommelfell durchzuhaemmern, und der wiederverwendbare „Ohrenreiniger“ macht noch einnen effizienteren Job draus. Mit richtig viel Glueck kann man auch eines oder mehrere Gehörknöchelchen schädigen und richtig taub von werden. Danke, dass Du die Tipps zur richtigen Ohrenpflege dazu verlinkt hat.

    • Danke für dein Feedback, Anja! Ja, die Teile sind nicht ideal. Ich komme mit dem Ohrenreiniger aus Metall ganz gut zurecht, man muss halt vorsichtig sein.

  • Ich finde es super, wenn sich jemand da Gedanken darum macht. Und noch besser finde ich, wenn man es umsetzt und andere zum Nachdenken anregt. Danke dafür.
    Ich hebe auch Plastik auf, wenn er irgendwo rumliegt und beim frei stehen haben wir unsere Stellplätze vom Müll befreit. Leider ist das noch lange nicht selbstverständlich.
    Auch beim Einkaufen ist es schwierig. Ich verstehe denn Sinn nicht ganz, Gurken einzeln mit einer Plastikfolie zu verpacken. Beispiele würden mir da noch tausende einfallen. Ich bin gespannt, wohin sich das entwickelt, denn aktuell sind es vielerorts wirklich katastrophal aus…
    Liebe Grüße
    Christa

    • Danke für deinen Kommentar, Christa! Ja, das mit den verpackten Gurken ist echt absurd. Soweit ich weiß, müssen die Supermärkte die Bio-Gurken so verpacken, um diese von den „normalen“ Gurken unterscheiden zu können. D.h. in Bio-Supermärkten (oder auf Wochenmärkten) bekommst du die Gurken auch ohne extra Schale. ;-) Aber ja, das ist nur eins von vielen Beispielen. Ich hoffe auch, dass die Menschen langsam etwas verantwortungsbewusster mit ihrer Umwelt umgehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt! :-)

  • Weißt du wie man sich die Ohren sauber gemacht hat bevor es Plastikwattestäbchen gab? Abgebrochenes Streichholz und etwas lose Watte auf das rauhe Ende drehen. Fertig. Hölzchen wiederverwendbar. Und wenn die Ohren mal richtig durchgeputzt werden sollen: Das Watteende in Wasserstoffperoxid 3% tauchen. Das bitzelt ein bisschen, aber nicht unangenehm. (So kriegt man selber verstopfte Ohren wieder frei). Und wer meint, das sei agressiv: ist es nicht. Das 10%ige kommt beim Zahnarzt auf offene Wunden und es wird bei der Wiederverwendung von Getränkeflaschen zur Desinfizierung gebraucht. Gibt es preiswert in Apotheken und guten Supermärkten.

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