Neulich auf dem Campingplatz…

Griechenland Campingplatz

Seit ein paar Tagen bin ich inzwischen hier im Norden Griechenlands auf einem kleinen Campingplatz und genieße es, mal etwas Routine in den Alltag zu lassen, morgens und abends im Meer zu schwimmen und mir keine Gedanken über den nächsten Übernachtungsplatz machen zu müssen.

Warum Campingplatz? Ist das noch Vanlife? Wirst du jetzt spießig?

Die letzten Wochen unterwegs in der nördlichen Region Griechenlands – Makedonien – habe ich nach einer Weile gemerkt, dass ich momentan gar nicht so viel Energie habe für neue Eindrücke und Erlebnisse. Ich war lieber auf der Suche nach ruhigen Orten, an denen ich in Ruhe arbeiten konnte – denn daran mangelt es derzeit nicht.

Hinzu kommt die Hitze, die mich tagsüber quasi arbeitsunfähig macht. Zwischen 14 und 18 Uhr ist mit meinem Kopf nix anzufangen, dann transpiriere ich bei über 35 Grad einfach nur noch vor mich hin und warte darauf, dass die Temperaturen am Abend wieder etwas abkühlen.

Also habe ich kurzerhand beschlossen, mich einfach mal für eine Weile auf einen (schattigen!) Campingplatz zu stellen, direkt am Meer. So habe ich mich auf die Suche begeben und bin schnell fündig geworden – so viel Auswahl gibt es hier in der Gegend gar nicht. Wir sind auf dem Camping Alexandros in Néa Karváli (östlich von Kavala) – ein kleiner Campingplatz mit viel Schatten, einer Taverne, einem Privatstrand, und natürlich Duschen, Toiletten und Waschmaschinen. Also alles, was man braucht, ist da. Ein kleiner Supermarkt im Dorf sorgt für den nötigen Nachschub im Kühlschrank.

Beobachtungen auf dem Campingplatz

Und da ich wirklich sehr selten auf Campingplätze fahre – und wenn, dann meistens nur für einen oder zwei Tage, um Wäsche zu waschen, Strom zu tanken… – beobachte ich das Geschehen hier mit großer Neugierde und amüsiere mich auch ganz gut dabei. Die Mischung der Gäste ist ganz bunt – wenige Deutsche, Briten, viele Slowenen und Bulgaren sowie ein paar Griechen.

Hier geht’s sehr entspannt zu, jeder kann parken wo und wie er will, Zelte und Wohnmobile gemischt… das finde ich sehr angenehm, dass der Platz nicht so super perfekt ist sondern ein bisschen „wild“ daherkommt.

Bei meinen Beobachtungen habe ich ein paar Klischees aufgestellt und mich über einige meiner Nachbarn amüsiert, bei einigen ein wenig geärgert. Hier meine Erkenntnisse:

Der nörgelnde Nachbar

Das Pärchen kam aus Deutschland (surprise!) und stand die ersten zwei Tage neben mir. Und irgendwie hatte der Mann immer etwas zu meckern. Da sind so viele Ameisen auf’m Platz. Die Streuner nerven. Und diese Mücken! Das Meer ist viel zu warm. Und dann kacken auch noch die Tauben auf seine Fenster! Oh man… Ich habe mich da nicht eingemischt, nur bei der Beschwerde über die derzeitige Hitze musste ich zustimmen.

Die nervigen Kids

Eine Gruppe Spätpubertierende campierte gestern Abend direkt neben mir. Nach einer Weile recht lauter Musik und Gegröle kam der erste Nachbar und machte eine Ansage (ich verstand die Sprache nicht, vermutlich bulgarisch). Da wurde kurz herum gepöbelt und weiter gemacht… bis dann die Betreiberin des Platzes kam und auf Englisch kurz und bestimmt gesagt hat, dass sie gefälligst die Musik ausmachen und nicht so laut sein sollen. Und schwupps, gingen die „Kids“ ab ins Bett.

Die Großfamilie

Seit ich hier bin, stehen unweit von mir entfernt zwei Wohnmobile aus Italien mit einer mir noch unbekannten Anzahl an Bewohnern – ich habe den Überblick verloren! Hinzu kommt ein dauerkläffender Minihund, der wirklich überhaupt nix anderes macht als den ganzen Tag nervös auf seinem Campingstuhl zu sitzen und alles anzubellen, was sich bewegt. Die Leute scheint das nicht mehr zu stören, der Hund bellt vermutlich auch einfach, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Irgendwie tut er mir leid, aber was weiß ich schon… Marko zumindest fand das kleine Tierchen anfangs auch nervig, inzwischen reagiert er auf das Gebell höchstens mit angestrengtem Schnaufen. Ich auch… ;-)

Griechenland Campingplatz
Marko hat es sich inzwischen ‚bequem‘ gemacht vor dem Van…

Die Perfektionisten

Etwas weiter weg steht ein großes Wohnmobil mit einer Familie an Board. Als die ankamen, dauerte es nicht lange und der „Vorgarten“ war eingerichtet mit allem, was so ein Campingzubehör-Geschäft so zu bieten hat. Teppich, Stühle, Liegen, Grill, Sonnenschirm, Spielzeug, Vorratszelt (ich wusste gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt)… Der Camper wurde perfekt mit den Auffahrkeilen ausgerichtet und die Markise nach dem Ausfahren erst mal abgefegt. Und dann haben doch tatsächlich über Nacht die Streuner die Mülltüte, die vorm Camper stand, aufgerissen und den Inhalt im Vorgarten verteilt. Oooops!

Die Minimalisten

Dann gibt’s noch die neuen Nachbarn – ein älteres Pärchen, das im kleinen Pkw angereist kam und ihr Nachtlager in einem noch kleineren Iglu-Zelt aufgeschlagen hat. Gegessen wird am Picknicktisch, die hier überall herumstehen. Was braucht man mehr?

Griechenland Campingplatz
Das Meer – hier gehe ich jeden Morgen und Abend eine Runde schwimmen. Herrlich!

Das ganze sind nur meine Beobachtungen, ich möchte diese verschiedenen Camper-Typen auch gar nicht bewerten. Schließlich soll jeder so urlauben wie er/sie es mag! Ich finde es nur spannend, das Zusammenleben so vieler verschiedener Menschen auf so engem Raum zu beobachten.

Fotos vom Campingplatz habe ich absichtlich nicht gemacht, ich will ja nicht, dass sich hier irgendwer der aktuell Anwesenden in der Beschreibung bzw. auf den Bildern wiedererkennt.

Das einzige, was mir nicht in den Kopf will bzw. was ich so nicht machen würde: mehrere Tausend Kilometer mit dem Wohnmobil oder -wagen durch Europa fahren, um dann den ganzen Urlaub auf einem Campingplatz zu verbringen. Die Gegend hier ist nicht sonderlich spannend und die meisten Leute verbringen die ganze Zeit auf dem Platz oder am Strand. Das ist sicherlich erholsam, aber wenn ich für ein paar Wochen so einen weiten Weg fahre, würde ich auch etwas vom Land sehen wollen. Aber wie gesagt – jede/r wie er/sie mag! ;-)

In diesem Sinne – happy Camping! 

 

3 Kommentare

  • Ahoi, wenn du das nächste mal in der Region um Kavala bist, dann fahr doch nal ins Landesinnere Richtung Drama. Auf halber Strecke kommst du an einem Dorf vorbei, das Krinides heißt. Dort findest du eine nette kleine Ausgrabungsstätte und zudem nich ein schönes Amphitheater was nach wie vor benutzt wird. Die Ausgrabungsstätte war mal der Sitz von Philipp dem ersten.

    Lieben Gruß aus Berlin, Michael

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