Die Kompost-Toilette – Review nach 6 Monaten unterwegs mit Trennklo

Die Kompost-Toilette - Review nach 6 Monaten unterwegs mit Trennklo

Die Kompost-Toilette ist nun seit über 6 Monaten im Dauereinsatz. Wie sind meine Erfahrungen damit? Kann ich die Toilette empfehlen? Welche Vor- & Nachteile gibt es?

Seit über 6 Monaten reise ich inzwischen mit der Nature’s Head Kompost-Toilette* durch die Gegend. Von Deutschland aus ging es gemütlich nach Griechenland, wo ich seit September letzten Jahres unterwegs bin. Über den Einbau der Trenntoilette in meinen Kastenwagen hatte ich bereits geschrieben. Inzwischen kann ich ein kleines Fazit ziehen zum Einsatz der Trenntoilette unterwegs im Van.

Unterwegs in Griechenland

Die Kompost-Toilette - Review nach 6 Monaten unterwegs mit Trennklo

Griechenland ist bekannt dafür, dass die Infrastruktur für Camper bei weitem nicht so gut ist wie in Spanien oder Portugal. Stellplätze gibt es fast gar keine, viele der Campingplätze sind außerhalb der Saison geschlossen. Deshalb bin ich total froh darüber, dass ich auf die Kompost-Toilette umgestiegen bin! Den Stress, alle 5-6 Tage das Chemieklo irgendwo leeren zu müssen, bleibt mir jetzt erspart. Der Urintank reicht bei mir für etwa 5-6 Tage, den Feststoffbehälter leere ich etwa alle zwei Monate.

Wie funktioniert die Kompost-Toilette?

Die Funktionsweise der Kompost-Toilette ist recht simpel. Dabei werden die flüssigen & festen Ausscheidungen in separaten Behältnissen gesammelt. Im Feststoffbehälter werden Kokosfasern zur Kompostierung zugegeben. Wasser ist für die Kompost-Toilette nicht notwendig. Details findest du in folgendem Video sowie im ersten Beitrag zum Einbau der Kompost-Toilette.

Der Kompost

Seit ich die neue Trenntoilette habe, habe ich den Kompost-Behälter erst drei Mal entleert, wobei das erste Mal nach recht kurzer Zeit erfolgte, da scheinbar Fliegen ihre Eier darin abgelegt hatten und plötzlich jede Menge Fliegenlarven unterwegs waren. Das war nicht so lecker.

Nach dem Entleeren und Säubern kommt frische Kokosfaser in den Behälter, welches zuvor in warmem Wasser aufgeweicht wird. Bei der zweiten Entleerung hat es dann genügt, den alten Kompost zu entleeren, ohne den Behälter groß zu reinigen, denn so ist es für die Bakterien im Kompost viel einfacher, den Zersetzungsprozess fortzusetzen. Das macht auch die Entleerung einfacher.

Den Kompost habe ich bisher ganz normal im Müll entsorgt. Es wäre aber auch möglich, diesen einfach auf ein Feld oder einen bestehenden Komposthaufen zu entsorgen – denn es ist ja nun mal einfach Kompost.

Für die Entleerung des Feststoffbehälters muss die Toilette vom Boden abgeschraubt werden (die großen Schrauben können einfach per Hand entfernt werden). Der Toilettensitz wird entfernt und auch der Urinbehälter wird vorübergehend aus dem Behälter genommen. Übrig bleibt der große Behälter mit dem Kompost. Diesen kann – wenn der Platz im Bad ausreicht – dort direkt in eine Mülltüte gekippt werden. Ich mache das ganze aber vor dem Van, weil mein Raumbad etwas zu klein ist für diese Aktion.

Hier kannst du sehen, wie die Entleerung des Feststoff-Behälters funktioniert:

Kompost zu feucht

Es kommt bei mir öfter vor, dass der Kompost nach einer Zeit zu feucht wird, dann fängt die Masse an zu „verklumpen“ und kann nicht mehr so einfach vermengt werden. Abhilfe schafft hier einfach Sägespäne oder Stroh, dass die Flüssigkeit aufsaugt.

Alternative zu Kokosfasern

Kokosfaser
Bildquelle: https://www.tomtur.de/

Nicht überall gibt es Kokosfasern zu kaufen, deshalb habe ich mich schon vorab darüber informiert, welche Alternativen noch in Frage kommen. Von TomTour, die die Nature’s Head in Deutschland vertreiben, wurde mir Hummuserde empfohlen. Diesen kann man im Baumarkt oder z.B. auch beim großen schwedischen Möbelhändler in der Gartenabteilung kaufen (heißt dort ODLA Anzuchtmedium). Ausprobiert habe ich das bisher noch nicht, noch habe ich einen guten Vorrat an Kokosfaser dabei.

Tipp: Kieselgur gegen Ungeziefer

Inzwischen habe ich über dem Abluftrohr eine Nylonstrumpf gestülpt, damit dort keine Tierchen eindringen können. Außerdem wurde mir zur Bekämpfung von Fliegenlarven im Kompost Kieselgur* empfohlen. Dies besteht aus pulverisierten fossilen Schalen abgestorbener Kieselalgen (Diatomeen) und sorgt dafür, dass die Ungeziefer regelrecht ausgetrocknet werden, wenn sie über die scharfkantigen Schalen der Kieselalgen laufen.

Wohin mit dem Klopapier?

Das Toilettenpapier entsorge ich inzwischen separat. Anfangs hatte ich das noch in den Feststoffbehälter gegeben, denn auch dort zersetzt es sich nach einiger Zeit. Das kann jedoch dauern und kommt auch auf die Beschaffenheit des Toilettenpapiers an.

Das Problem war bei mir jedoch, dass sich das Papier mit der Zeit um die Kurbel, mit der die Ausscheidungen und die Kokosfasern durchmischt werden, gewickelt hatte. Das führte zum einen dazu, dass sich die Kurbel nicht mehr so leicht bedienen lies und zum anderen wurde das Papier so noch langsamer zersetzt. Deshalb entsorge ich das Toilettenpapier im Mülleimer separat.

Der Urinbehälter

Die Kompost-Toilette - Review nach 6 Monaten unterwegs mit Trennklo

Der Urin landet in einem Behälter vorn am Klo, der sich leicht herausnehmen und entleeren lässt. Er fasst etwa 8 Liter und reicht mir alleine für etwa 5-6 Tage. Zum Entleeren müssen die zwei Scharniere links und rechts am Toilettensitz gelöst und dieser etwas nach oben gehoben werden. Dann wird zur Sicherheit der Deckel auf den Urinbehälter geschraubt, damit nix rausschwappt beim Transport. Den Urin kann man ganz normal in jeder Toilette oder auch in der Natur entsorgen.

Was etwas nervt ist, dass beim Ausgießen des Urinbehälters immer etwas tropft oder am Behälter runter läuft. Da habe ich bisher noch keine ideale Methode gefunden, um das ganze möglichst sauber zu entsorgen. Ich säubere den Behälter von außen dann immer mit ein bisschen Essigreiniger (2 EL Essig auf 500ml Wasser in einer Sprühflasche).

In den Urinbehälter fülle ich nach dem Entleeren etwas Essig (ca. 1/2 Tasse). Das sorgt dafür, dass sich der Urinstein nicht überall fest setzt und verhindert die Geruchsbildung etwas, falls der Behälter mal länger nicht geleert wird.

Vor- und Nachteile der Kompost-Toilette

Vorteile:

  • Es kommt keine Chemie im Einsatz.
  • Die Hinterlassenschaften sind biologisch abbaubar.
  • Es wird kein Wasser benötigt.
  • Im Vergleich zur Chemietoilette sind die Leerungsintervalle etwas länger, besonders beim Feststoffbehälter.
  • Du bist nicht mehr abhängig von Ver- und Entsorgungsstationen auf Stell- oder Campingplätzen.
  • Es riecht nicht. Wirklich nicht!

Nachteile:

  • Wenn man nicht aufpasst, kann es passieren, dass der Urinbehälter überläuft. Zum Glück wird der überlaufende Urin im Behälter aufgefangen, in dem der Urintank steht. Aber eigentlich sieht man den Füllstand ganz gut durch den weißen Plastiktank, wenn man ein bisschen aufpasst.
  • Die Entleerung des Feststoffbehälters ist ein wenig umständlich. Aber da dies nur so selten notwendig ist, finde ich das durchaus verschmerzbar.
  • Ja, der Preis ist in der Tat kein Schnäppchen: knapp 1.000 Euro kostet die Nature’s Head Kompost-Toilette*.

Fazit

Für mich hat sich der Umstieg von Chemietoilette auf Kompost-Toilette definitiv gelohnt. Ich bin nun viel entspannter unterwegs und kann auch mal länger in etwas abgelegeneren Gegenden verweilen. Das ganze ist nicht günstig, aber langfristig gesehen definitiv eine gute Investition!

Die Kompost-Toilette - Review nach 6 Monaten unterwegs mit Trennklo
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