Hürden im Vanlife & wie ich damit umgehe

Vanlife in Griechenland

Das Leben im Van bietet viel Freiheit und Abenteuer — aber auch einige Hürden. Anfangs kann das ganz schön anstrengend und nervig sein. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, mit den Limitierungen umzugehen und habe andere Wege gefunden oder Dinge einfach aus meinem Alltag verbannt.

Hier findest du ein paar Beispiele, die beim Vanlife komplizierter oder gar unmöglich sind und welche Alternativen ich dafür gefunden habe bzw. wie sich dadurch meine Gewohnheiten verändert haben.

Alles immer & sofort verfügbar

  • Bock auf Pizza? Lieferservice anrufen.
  • Keine Chips mehr da? Schnell zum Kiosk um die Ecke und Nachschub holen.
  • Ein Produkt entdeckt, das du unbedingt brauchst? Direkt online bestellen.

Das sind nur ein paar Beispiele von vielen, die beim Leben im Van nicht mehr so einfach realisierbar sind. Manchmal hätte ich den Pizzaservice schon gern verfügbar, aber dringend notwendig ist’s nicht. Genauso wenig wie der Kiosk um die Ecke, der Tag und Nacht geöffnet hat (so war ich’s zumindest in Berlin gewohnt).

Hinzu kommt, dass unterwegs die Beschallung mit Werbung nachlässt und man so vielen Reizen nicht mehr direkt ausgesetzt ist. Denn wenn wir ehrlich sind – manche Werbung verleitet uns schon dazu, plötzlich etwas haben zu wollen, von dem wir vor zwei Minuten noch nicht mal wussten, dass es existiert. Das ging dir bestimmt auch schon mal so, oder? Und Amazon ist nun mal der Anbieter, bei dem du fast alles findest und mit nur einem Klick bestellen kannst.

Unterwegs im Van sieht das anders aus: auch hier ist kein TV an Board, und ich bekomme noch weniger mit von neuen Produkten und den neuesten Trends von irgendwas… und selbst wenn ich denke, irgendetwas dringend zu brauchen, tun sich einige Hürden auf:

  • Wo bekomme ich das Produkt her?
  • Kann ich das hier vor Ort irgendwo kaufen?
  • Ist es günstiger, das ganze in Deutschland zu kaufen?
  • Wenn ja, wie kann ich das Produkt zu mir schicken lassen? Geht das überhaupt?

Diese Hürden sorgen dafür, dass ich mir genau überlege, welche Dinge ich wirklich benötige. Und bei jeder Idee schlafe ich generell eine Nacht darüber und oft stelle ich am nächsten Tag fest: ach, so dringend brauch ich das Ding nicht.

Das Gute daran:

  • Du sparst Geld, weil du keine Impulskäufe tätigst.
  • Du häufst nicht mehr unnötigen Nippes an.
  • Das ist gut für die Umwelt, denn weniger Produkte müssen hergestellt und um die Welt geschifft werden.

Nachteile? Manche Produkte, die ich unterwegs nicht kaufen kann aber gerne haben möchte, bestelle ich entweder online oder warte, bis sie mir jemand mitbringen kann. Das ist ein wenig umständlich und dauert einfach länger.

Buchtipp:

Essentialismus: Die konsequente Suche nach Weniger. Ein neuer Minimalismus erobert die Welt
7 Bewertungen
Essentialismus: Die konsequente Suche nach Weniger. Ein neuer Minimalismus erobert die Welt *
  • Greg McKeown
  • Herausgeber: Unimedica ein Imprint der Narayana Verlag

Der Supermarkt um die Ecke

Wochenmarkt in Griechenland
Wochenmarkt in Griechenland

Jeder hat ihn, den Lieblingssupermarkt oder Wochenmarkt, wo wir unseren Wocheneinkauf machen und genau wissen, was wir wo kaufen können. Unterwegs sieht das ganz anders aus. Du musst dich erst mal mit dem lokalen Sortiment vertraut machen, die meisten Produkte kennt man nicht und dann kommt oftmals noch die Sprachhürde dazu. Und bei mir kommt noch eine weitere „Hürde“ hinzu: ich lebe vegan (mit ein paar seltenen Ausnahmen).

In meinem Lieblingssupermarkt in Berlin gab’s einfach alles, was ich brauchte, wie z.B. leckeren Räuchertofu, veganen Käse, Schokolade, eine große Auswahl an Pflanzenmilch… Gerade für Veganer ist es unterwegs nicht so einfach, Produkte auf pflanzlicher Basis zu finden. Wenn ein Supermarkt überhaupt so etwas im Angebot hat, ist es meist sehr teuer und über die Qualität oder den Geschmack weiß man erst mal nichts.

Deshalb hat sich meine Ernährung on the Road verändert. Ich experimentiere mit neuen Rezepten, mache viele Dinge selbst und lerne immer neue Möglichkeiten, leckere Dinge mit wenig Aufwand zuzubereiten.

Das Gute daran:

  • Ich kaufe weniger „Convenience Produkte“, sondern mache viele Dinge einfach selbst (z.B. Brotaufstriche, Soßen…).
  • Das spart Geld und du lernst viele neue Möglichkeiten kennen, aus wenigen Dingen leckere Sachen zuzubereiten!

Nachteile? Neue Produkte bzw. Marken muss man halt erst mal ausprobieren um herauszufinden, ob sie schmecken. Das ist manchmal nicht so lecker. ;-)

Duschen jeden Tag – ein verzichtbarer Luxus

Irgendwie haben wir uns in den letzten Jahren alle daran gewöhnt, dass es ganz normal ist, jeden Tag unter die Dusche zu hüpfen. Warum? Nicht unbedingt, weil es dringend notwendig ist, oder? Tatsächlich ist tägliches Duschen sogar schlecht für die Haut, denn mit jeder Dusche wird der aus Fett und Wasser bestehende Säureschutzmantel der Haut angegriffen.

Im Sommer oder nach einem Tag mit viel Aktivität wünscht sich jeder eine Dusche – ganz klar. Meistens genügt dann das Abduschen mit kaltem oder lauwarmem Wasser. Mehr Tipps findest du im Beitrag von GEO: Wie viel waschen und duschen wirklich gesund ist.

Ich dusche im Van, allerdings nicht jeden Tag – sonst müsste ich ja dauernd für Wassernachschub sorgen, und das nervt ja auch. Mit einem 120 Liter Frischwassertank komme ich gut eine Woche hin. Irre, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland pro Kopf 123 Liter pro Tag beträgt (Quelle: Statista)!

Das Gute daran:

  • Du sparst Wasser.
  • Deine Haut wird es dir danken.

Nachteile? Mir fallen spontan gar keine ein…

Hundeschule? Die Straße.

Marko & Bublik

Als ich Marko bekommen habe, sind wir etwa zwei Wochen später von Berlin aus nach Portugal aufgebrochen. Eine Hundeschule habe ich mit ihm nicht besucht und so haben wir einfach unterwegs ganz viel geübt und trainiert – bzw. machen wir das noch immer.

Zum Glück gibt es sehr gute Informationen zum Hundetraining online. So kann ich überall neue Sachen über das Hundeverhalten lernen und mit Marko trainieren. Ok, ich sollte vielleicht etwas konsequenter und vor allem kontinuierlicher daran arbeiten, aber das ist ein anderes Thema. ;-) Meine Empfehlungen: dogitright.dehey-fiffi.combothshunde.com

Das Gute daran:

  • Online Hundetraining ist jederzeit verfügbar und im Vergleich zur Hundeschuhe echt günstig.
  • Marko lernt unterwegs eine Menge neuer Hunde kennen und kann so an seinem Sozialverhalten arbeiten (welches durchaus noch ausbaufähig ist…).

Nachteil: Ein Hundetrainer vor Ort könnte mir sicherlich besser helfen und mich in Situationen „live“ unterstützen bzw. korrigieren.

Mir fallen noch mehr Beispiele ein, die zuhause in gewohnter Umgebung einfacher sind als unterwegs. Friseur, Arzt, Autowerkstatt… das alles von unterwegs aus zu organisieren, bedarf einer Menge Mut (ich war kürzlich beim Friseur und weiß wovon ich spreche! ;-), oftmals viel Geduld und manchmal bekommt man einfach nicht das gewünschte Produkt oder Ergebnis. Aber hey, das ist Teil des ganzen Abenteuers unterwegs im Campervan, oder? Und irgendwie mag ich es, neue Herausforderungen zu meistern.

Was meinst du, kannst du die ein Leben im Campervan vorstellen, trotz der hier aufgeführten Einschränkungen? Oder fallen dir noch mehr Themen ein, die auf Reisen nicht so einfach möglich sind wie zuhause?

Das Leben im Van bietet viel Freiheit und Abenteuer — aber auch einige Hürden. Hier findest du ein paar Beispiele, die beim #Vanlife komplizierter oder gar unmöglich sind und welche Alternativen ich dafür gefunden habe bzw. wie sich dadurch meine Gewohnheiten verändert haben.
Pin me! :-)

 

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3 Kommentare

    • Hallo Bernd, einen (oder mehrere Beiträge) zu Griechenland folgen ganz sicher. Stellplätze, die ich selbst gesucht habe, veröffentliche ich hier jedoch nicht. Aber meistens bin ich eh mit der App Park4Night unterwegs – die bietet eine Menge Optionen, schau’s dir mal an.

  • Ich kann mir das Vanlife -Leben nicht nur vorstellen, ich bin (zumindest gedanklich) schon auf dem Sprung. Deine im Artikel angesprochenen Probleme wären für mich keine.
    Das Einzige was mich vom Vanlife noch abhält, ist mein Sohn (17 Monate).

    Gruß, bin bei Dir.

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