Diebstahl im Paradies

Diebstahl im Paradies

So, jetzt ist es passiert. Nach über 4 Jahren quasi “idyllischem” Leben im Van, wunderschönen Reisen durch Schweden, Finnland, Norwegen, Spanien, Portugal und Griechenland… ist gestern jemand in meinen Van eingestiegen. Zum Glück wurde gar nichts wichtiges gestohlen, nur ein bisschen Kleingeld. Aber der Schock war groß.

Was ist passiert?

Ich stehe an einem wunderschönen einsamen Strand irgendwo am Ambrakischen Golf hier in Griechenland, bereits seit einigen Tagen. Tagsüber kommen ein paar Griechen her zum Schwimmen oder Angeln, nachts bin ich alleine. Genau solche Orte liebe ich! Einsam, aber doch nicht komplett alleine.

Am Mittag gehe ich mit Marko eine Runde im Meer schwimmen, unweit vom Van. Den lasse ich offen, d.h. Schiebetür und die meisten Fenster sind auf, denn es ist einfach zu heiß und ich denke mir nichts dabei – schließlich ist hier niemand weit und breit… Oben auf dem Foto kannst du sehen, wie das ungefähr aussah.

Doch dann kommen ein paar junge Typen den Weg zum Strand heruntergelaufen. Ich sehe sie jedoch nicht am Strand, mache mir darüber aber auch keine weiteren Gedanken. Kurz darauf beschließe ich, zurück zum Van zu gehen – genug der Planscherei. Da sehe ich nur noch, wie die Typen plötzlich ziemlich schnell wieder davonlaufen.

Der “Trick” – ich hatte auch das Seitenfenster auf der Rückseite des Campers offen gelassen, das ich vom Meer aus nicht sehen konnte. Dies haben sie ausgenutzt und sind dort eingestiegen.

Auf Wertsachen waren sie scheinbar nicht aus und haben nur etwas Kleingeld mitgehen lassen, das ich vorn in Ablage unterm Radio liegen hatte. Schon seltsam, aber vielleicht habe ich sie mit meiner Rückkehr zum Van von weiteren Taten abgehalten.

Der Schock saß erst mal tief. Ich räume auf, packe zusammen und will dann flink den Platz verlassen. Da kommt eine griechische Familie zum Picknick vorbei und wir kommen ins Gespräch. Sie laden mich erst mal zum Käffchen ein und wir plaudern ein wenig – das tat gut. Sie sagen mir, dass es hier in der Gegend wohl auch schon Einbrüche in Häuser gegeben haben soll, bei denen ebenfalls nur Geld gestohlen wurde, keine anderen Wertsachen.

Na ja, nach einer Weile bin ich wieder etwas beruhigter, fahre aber dennoch an einen anderen Platz am Strand, wo ich weiß, dass dort einige andere Camper stehen.

Und “Wachhund” Marko?

Marko war damit beschäftigt, Stöckchen aus dem Meer zu retten. Wir hatten eine Menge Spaß im Wasser – da war keine Zeit zum Aufpassen für ihn. Wäre er am Van gewesen, wären die Typen vermutlich nicht eingestiegen. Nicht, dass Marko besonders wachsam ist… aber seine Präsenz wäre vermutlich schon Abschreckung genug. Aber eben… hätte hätte Fahrradkette… oder so. ;-)

Diebstahl im Paradies
Marko beim Sonnenbaden

Was lernen wir daraus?

Immer und überall den Van abschließen – das nehme ich mir vor, habe es aber heute direkt wieder nicht eingehalten. Zumindest die Fenster habe ich beim Spaziergang offen gelassen, um keine Sauna vorzufinden bei der Rückkehr. Nun ja, ich gelobe Besserung.

Bisher habe ich mir nie groß Gedanken über meine Sicherheit gemacht. Wenn ich mich an einem Ort mal nicht wohl gefühlt habe, bin ich einfach weiter gefahren. Im gestrigen Fall war ich allerdings an einem traumhaften Ort und fühlte mich pudelwohl – und dann das.

Ich versuche jetzt, die Situation nicht allzu sehr an mich ranzulassen. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass mir das Gleiche in Kürze noch mal widerfährt. Ein doofes Gefühl bleibt dennoch, aber auch das wird vergehen mit der Zeit, denke ich. Ein bisschen mehr Wachsamkeit werde ich mir künftig angewöhnen.

Den Gedanken “Was hätte alles passieren können” verdränge ich mehr oder weniger erfolgreich. Laptop, Handy, Kamera… das wäre eine mittlere Katastrophe gewesen, denn Laptop und Handy brauche ich zum Arbeiten und das zu ersetzen wäre eine riesen Aufwand gewesen. Ganz zu schweigen von der Versicherung, die das vermutlich eh nicht gezahlt hätte.

Uff, das musste jetzt mal raus. Jetzt geht’s mir besser. :-)

Ist dir so eine Situation unterwegs auch schon mal passiert? Wie hast du darauf reagiert?

Ich wünsche uns allen weiterhin eine schöne diebstahlfreie Reisezeit im Camper – lassen wir uns von solchen Trotteln nicht den Spaß verderben!

Diebstahl im Paradies

 

10 Kommentare

  • Hallo Mandy, sorry, aber das war ja nun auch mehr wie leichtsinnig. Alles offen zu lassen. Ist ja schon fast eine Einladung. Ist eher peinlich und solltest du nicht an die große Glocke hängen. Durch solche Aufhänger werden andere Camper nur verunsichert. Gruß Klaas

    • Dass das leichtsinnig von mir war, habe ich ja auch geschrieben. Das ist mir durchaus bewusst. Aber solche Situationen zu verschweigen finde ich falsch. Es ist halt nicht immer heile Welt da draußen und so etwas kann immer und überall passieren. Das sollte sich jeder bewusst sein – deshalb habe ich darüber geschrieben.

    • Wenn vier Jahre nie was passiert, dann wird man automatisch etwas lockerer. Das kann ich sehr gut verstehen, leichtsinnig hin oder her…

      Allerdings würde ich bei einem sperrangelweit offenen Van nicht von Eindruck sprechen, da Bruch ja ein gewaltsames Eindringen impliziert, was hier ja nicht gegeben ist.

      Hast du dich einmal mit Safes für Camper auseinandergesetzt? Da kannst du den Laptop deponieren, wenn du die Fenster offen lassen willst.

      Und gibt es eigentlich keine Fenster, sie man sicher offen lassen kann? Zum Beispiel Dachluken?

      • Hi Oli, das stimmt… Einbruch ist das falsche Wort dafür, hab’s korrigiert.
        Ein Safe kommt mir demnächst in den Van, ja.

        Ja, die einzigen Fenster, die man sicher offen lassen kann, wären die Dachluken und evtl. das kleine Fenster im Bad, da passt niemand durch. Bei der Hitze hier in Griechenland ist dann jedoch direkt Sauna im Van, deshalb hab ich alles offen gelassen. Na ja, hat alles seine Vor- und Nachteile. ;-)

  • Oje, so ein Schreck! Gut dass nur ein bisschen Geld abhanden gekommen ist und fast möchte ich schreiben – Glück gehabt! Das hätte auch anders aussehen können, Gelegenheit macht Diebe heißt es ja wohl. Danke für den ehrlichen Einblick und trotzdem weiterhin viel Gelassenheit und Offenheit und entspannter Umgang mit offenen Türen, das ist ja schon ein Stück Lebensqualität.

  • Da hattest Du ein riesiges Glück dass nicht mehr weggekommen ist!

    Glück im Unglück sozusagen.

    Mir wurde in Puno, Peru ins Fahrzeug eingebrochen – und haben unter anderem einen aktiven Satelliten-Livetracker gestohlen.

    Das wurde ein Abenteuer, mit verfolgen durch Puno, Polizeiaufgebot und Durchsuchung. Wenn Du willst kannst Du das hier nachlesen:

    http://adventure-overland.blogspot.com/2015/04/arequipa-nach-puno.html

    Suchen mussten wir selber, eine neue Form der Hausdurchsuchung.

    Heinz

  • Da im Herbst ein VanTourer mein Eigen wird, bin ich auf Deine Seite gestoßen. Ich werde ähnlich wie Du unterwegs sein – auch mit Hund – aber gerade durch ihn natürlich öfter den Wagen stehen lassen, als ich es sonst tun würde. An geeigneter Stelle werde ich einen Safe verschrauben. ( https://www.mobil-safe.net/ ) Der wäre zwar auch weg, wenn der Wagen weg wäre, aber meistens sind es ja die anderen Gelegenheiten, die einem begegnen, … Beste Grüße!

  • Hallo Mandy,

    diesen schönen Platz hätte ich mir auch ausgesucht.
    Bei uns wurde auch schon mal der Camper aufgebrochen. Der Platz war weniger einsam. Wenn es jemand drauf anlegt, findet er einen Weg.
    Das unbehagliche Gefühl danach kann ich gut verstehen. Das geht mir heute noch so, auch wenn der Vorfall nun schon einige Jahre her ist.
    Dir weiterhin eine sichere Fahrt und viele Grüße Iris

  • Hallo Mandy,
    wenn Du Dein Laptop und Handy zum arbeiten brauchst, solltest Du auf jeden Fall sicher stellen, dass Deine Daten extern (z.B. Cloud) gesichert sind, dann ist der Verlust zwar unangenehm, aber die Arbeit vielleicht von vielen Tagen, ist dann nicht fort.
    Gruß Jo

    • Hallo Joachim, meine Daten sind alle in der Cloud gespeichert, das wäre nicht so schlimm. Generell ist alles materielle ersetzbar, aber ich hoffe, dass mir so etwas nicht passiert!

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