Alleinreisende Frauen im Campervan: Interview #8 mit Bianca

Alleinreisende Frauen im Campervan: Interview #8 mit Bianca

Alleine reisen als Frau im Campervan – das ist leider noch immer für viele ein unvorstellbares Abenteuer und irgendwie riskant… So zumindest ist das Feedback, das ich oft höre, wenn ich unterwegs Menschen treffe und ihnen erzähle, dass ich seit nunmehr über 4 Jahren alleine im Van durch Europa reise.

Umso mehr freut es mich, wenn ich dann mal auf Frauen treffe, die ebenso wie ich alleine unterwegs sind. So geschehen kürzlich am wunderschönen „Dinosauriereier-Strand“ bei Pyrgos Dirou auf dem Peloponnes.

Bianca ist mit ihrem Hund Figo in ihrem selbst ausgebauten Citroën Jumper namens Louie unterwegs. Im Interview erfährst du etwas mehr über Bianca & ihr Leben im Van.

Alleinreisende Frauen im Campervan: Interview #8 mit Bianca

Wie kamst du auf die Idee, im Van leben und reisen zu wollen?

Bianca: Ich war inspiriert, nachdem ich das Camperleben intensiv in den vergangenen Jahren kennenlernen durfte. Ich wollte nie heim nach einem schönen Wochenende oder ein paar Wochen am Wasser, wollte weiterfahren, mehr entdecken.

Ich habe mich im Camper immer frei gefühlt und in der Wohnung wie eingesperrt. Ich konnte mich mit dem Leben nicht identifizieren, mit einem 9-to-5-Job, Wohnungsputz, immer wieder nach Hause müssen, Tasche packen, nervige Nachbarn, immer die gleiche Aussicht auf andere Häuser.

Ich habe vor ein paar Jahren auch damit angefangen, mich mehr und mehr mit Minimalismus auseinanderzusetzen und mein Leben danach zu gestalten. In Louie zu ziehen war für mich ein riesen Befreiungsschlag.

Für welchen Camper hast du dich entschieden und warum?

Bianca: Ich habe einen L2H2 Citroen Jumper. Ich finde das Preis-Leistungsverhältnis angemessen, die Karosserie ist weniger rostanfällig, weil sie verzinkt ist. Die Maße sind sehr gut, um quer statt längs schlafen zu können und ich finde ihn optisch attraktiv.

Alleinreisende Frauen im Campervan: Interview #8 mit Bianca

Du hast deinen Van selbst ausgebaut – bist du zufrieden damit oder würdest du gern etwas ändern?

Bianca: Bisher bin ich noch sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Ein paar Dinge werde ich mit der Zeit noch optimieren, wie zum Beispiel die Aufbewahrung meiner Kleidung im Schrank. Ich habe aktuell noch sehr unpraktische Kisten.

Was gefällt dir bisher am besten am Leben on the Road?

Bianca: Die Freiheit, mir meinen Vorgarten und meine Nachbarn selbst aussuchen zu können und sie jederzeit ändern zu können. Ich treffe nun auch viel mehr Menschen, die auf meiner Wellenlänge sind.

Wo bist du derzeit unterwegs und wohin soll die Reise noch gehen?

Bianca: Nach 3 Monaten auf dem griechischen Festland erkunde ich nun seit wenigen Tagen Kreta. Hier bleibe ich voraussichtlich für ein paar Monate und wohin es dann geht, weiß ich noch nicht. Vielleicht die Adriaküste hoch Richtung Kroatien. Ich plane nie viel, sondern entscheide immer sehr spontan.

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Wie klappt das Unterwegs sein mit deinem Hund Figo?

Bianca: Inzwischen sehr gut! Anfangs mochte er das Autofahren nicht und hat auf das leiseste Geräusch reagiert. Nun hat er sich daran gewöhnt und scheint dieses Leben genau wie ich sehr zu genießen. Er hat gelernt, sich zu entspannen, passt aber auch sehr gut auf mich und unser Zuhause auf.

Alleinreisende Frauen im Campervan: Interview #8 mit Bianca
Das ist Figo

Wie finanzierst du dein Leben im Van?

Bianca: Ich lebe von Erspartem, bis ich eine neue Einnahmequelle für mich entdecke.

Hast du schon mal negative Erfahrungen gemacht unterwegs?

Bianca: Ja, ein paar. Zum Beispiel hat sich die Hilfsbereitschaft eines älteren Griechen einmal als Versuch entpuppt, mich anzufassen.

Hast du einen Tipp an alle Frauen, die auch gerne alleine losziehen wollen und es bisher noch nicht gewagt haben?

Bianca: Entweder gewinnst du, oder du lernst. Verlieren kannst du nicht. Das Einzige, das uns zurückzuhalten versucht ist unsere Angst vor dem unbekannten Neuen. Das ist ein Schutzmechanismus, von dem wir uns jedoch in unserer Komfortzone gefangen halten lassen.

Alles beginnt mit einem ersten Schritt in eine Richtung, gefolgt von vielen weiteren kleinen Schritten. Vertraue dem Prozess, vertraue deiner inneren Stärke und dass alles aus einem bestimmten Grund passiert.

Alleinreisende Frauen im Campervan: Interview #8 mit Bianca

Vielen Dank für das Interview, Bianca & weiterhin eine schöne Zeit in Griechenland! Ich bin mir sicher, dass wir uns noch mal über’n Weg fahren werden. ;-)

Wenn du mehr von Bianca erfahren möchtest, schau mal bei ihr vorbei:
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