#NomadCruise – 9 Tage mit Digitalen Nomaden auf dem Atlantik

#NomadCruise 2015

Neun Tage auf dem Meer…
Neun Tage ohne Internet…
Neun Tage Essen, Schlafen, Essen, auf’s Meer schauen, Essen…
Neun Tage Kreuzfahrt-Heile-Welt-Bubble…
Aber auch neun Tage spannende Workshops und lustige Abende gemeinsam mit über 100 digitalen Nomaden!

Wie? Eine Kreuzfahrt?

Ja, aber nicht irgendeine Kreuzfahrt! Diese Reise war speziell! Und überraschenderweise hat sie all meine Erwartungen bei weitem übertroffen! Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal eine Kreuzfahrt machen würde – und dass sie mir dann auch noch gefallen würde! Aber so war’s – verrückt!

Die Zeit auf der Cruise war unglaublich schön, witzig, entspannt… und irgendwie speziell. Jeden Tag hat mich der Blick auf das weite Meer auf’s neue fasziniert. So winzig klein kommt man sich da vor. Kein Land in Sicht, kein anderes Schiff, ja nicht mal Delfine oder Wale habe ich gesehen – buh!

#NomadCruise 2015
Foto Credit: Dinko Verži

In Las Palmas kamen dann alle an Board der Sovereign und die Fahrt konnte losgehen – neun Tage nonstop über den Atlantik bis nach Salvador de Bahia in Brasilien. Für die meisten von uns war das tatsächlich die erste Kreuzfahrt. Entsprechend groß war die Aufregung! Auf der anderen Seite waren die Erwartungen doch recht gering – für einen Preis von 150€ (oder 200€ für eine Außenkabine) für 9 Tage, das kann doch nix gescheites sein, oder?

Manch einer dachte, das sei ein Containerschiff. Ich dachte eher, dass dieses Kreuzfahrtschiff mit minimalem Service verkehrt, da es bisher die Strecke immer leer (nur mit den 800 Crew-Mitgliedern) fuhr und die Zeit für Reinigung und Reparaturen am Schiff genutzt wurden. Mein Bild war: leere Pools, einfaches Buffet mit langweiligem Essen, jeden Tag das gleiche. Keine Unterhaltung. Aber hey, wie haben wir uns getäuscht!

Die Reederei Pullmantur hat das komplette Entertainment-Paket abgeliefert! Jeden Tag wurden die verschiedensten Aktivitäten angeboten – von Stretching und Yoga Stunden am Morgen, Salsa-Tanzstunden am Pool, Kochkursen, Livemusik am Abend, Theaterstücke oder Motto-Party bei Nacht. Auch das Essen war überraschend lecker und sehr vielfältig. Und auch wenn es so manch skurrilen und seltsamen Moment an Board gab (ich gebe zu, wir haben sogar zum Animationsprogramm am Pool getanzt…), es war einfach witzig und irgendwann gewöhnt man sich auch ein wenig an den schlechten Musikgeschmack des DJs. ;-)

#NomadCruise 2015
Das kam auch vor: Abends im Restaurant tanzten uns die Kellner um den Tisch. :)

Was machen Digitale Nomaden an Board – ohne Internet?

Mein Ticket für die Kreuzfahrt hatte ich schon recht früh gebucht, als das unschlagbare Angebot (ab 150€) rauskam. Kurze Zeit später kam die Idee auf, aus dieser Cruise doch eine NomadCruise zu machen und gemeinsam mit anderen Digitalen Nomaden über den Atlantik zu schippern und die Zeit an Board für gemeinsames Networking und Workshops zu nutzen. Johannes von WebWorkTravel hat die Organisation in die Hand genommen und es geschafft über 100 digitale Nomaden (oder die, die es werden wollen) dafür zu begeistern.

#NomadCruise 2015
Workshops in der Panorama-Bar (Foto Credit: Dinko Verži)

Dank der NomadCruise habe ich viele neue (und bekannte) Leute getroffen. In den Workshops gab es eine Menge an Informationen, Inspiration und Motivation! Unter anderem zum Thema Storytelling (mit Natalie), Lean Startup (mit Björn), Social driven Business Strategy (mit Annemarie), Travel Hacks und vieles mehr. Einige Themen beschäftigen mich noch immer und ich habe bereits einige Ideen für das neue Jahr!

#NomadCruise 2015
(Foto Credit: Dinko Verži)

Das Internet habe ich in der Zeit nicht wirklich vermisst. Die Preise für W-Lan an Board waren so teuer, da fiel es mir leicht einfach mal darauf zu verzichten und abzuschalten. Damit hatte ich ja bereits letztes Jahr Erfahrung gemacht – bei meiner Reise durch Nordkorea. :)

Wie sieht so ein Tag an Board des Schiffes aus?

Morgens: Ausschlafen. Um 10:30 Uhr treffen wir uns zum gemütlichen Frühstück. Ein großes Buffet mit vielen Leckereien, frischem Obst uvm. erwartet uns jeden Morgen. Anschließend wurde entweder die Sonne auf Deck 11 genossen, oder ich habe mich mal hingesetzt und ein wenig für den Blog geschrieben (das fand leider viel zu selten statt). Und die Zeit verflog so schnell, so dass – schwups – schon wieder Zeit war für Essen.

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Orientierung an Board… (Foto Credit: Dinko Verži)

Mittags: Beim Mittagessen wurde ebenfalls ein sehr reichhaltiges und leckeres Buffet angeboten. Da war auch für Vegetarier und Veganer genug Auswahl dabei. Nach dem Essen, wenn das Suppenkoma überstanden war, ging es weiter mit Workshops.

Nachmittags fanden Workshops statt zu verschiedensten Themen rund um das Digitale Nomadentum (auch vormittags, aber die habe ich regelmäßig verschlafen…). Dabei habe ich mir u.a. an Workshops zu den Themen Storytelling, Travel Hacking oder Lean Startup angeschaut. Mein Kopf war danach bzw. währenddessen so voller Energie, Ideen und Fragen. So viele neue Impulse, die sich in den Gesprächen auftaten, die beschäftigen mich teilweise noch heute. Mal schauen, was das neue Jahr so bringt…

Abends: Wenn der Nachmittag überstanden war, wurde pünktlich um 19.30 Uhr zum Abendessen im Restaurant gebeten. Dort werden uns jeden Abend ein Drei-Gänge-Menü geboten. Und obwohl wird eigentlich gar keinen Hunger hatten, haben wir uns das nicht entgehen lassen. Denn ganz anders als ich erwartet hatte, war das Essen sehr sehr lecker und abwechslungsreich! Nur vom Kaffee im Restaurant hat uns selbst unser lieber Kellner Martín abgeraten, der sei so schlimm. Wir sollten später lieber in die Kaffeebar gehen. Einen Abend haben wir das Risiko gewagt und diesen „schlimmen“ Kaffee im Restaurant trotz Warnung bestellt – und Martín sollte recht behalten, solch gruseligen Kaffee habe ich selten getrunken!

Für Abendprogramm war auch immer gesorgt. Da wurde u.a. zur White Party geladen – alle Gäste durften sich in weiß kleiden. Manch einer wurde da recht kreativ und hat sich einfach ein Bettlaken geschickt um den Körper gewickelt. An einem anderen Abend war das Thema Tropical Night. Nun ja, auch hierfür hatte ich kein passendes Outfit dabei – aber so genau wurde das auch nicht genommen. Ein Tag war ganz dem Thema Rock gewidmet – das war dann schon eher mein Geschmack.

Die Parties starteten meist am Pool auf Deck 11. Später in der Nacht sind die übrig gebliebenen Gäste noch weiter gezogen in die Disco. So manchen Kater habe ich davon getragen, die Drinks waren ja manchmal ganz lecker oder man hat sie sich einfach schön getrunken. Der Caipirinha war leider nie lecker – entweder zu süß oder zu sauer. Dementsprechend groß war die Vorfreude auf Brasilien!

#NomadCruise 2015
Auch das gehörte dazu: der Kapitän stellt uns seine Crew vor.

Das Schiff

In einem anderen Beitrag habe ich bereits die Details zur Kreuzfahrt und zum Schiff Sovereign von Pullmantur beschrieben: #NomadCruise – Die ersten Tage an Board der Sovereign nach Brasilien.

Auf dem Schiff waren gerade mal etwas mehr als 700 Gäste, dazu über 800 Crew-Mitglieder. Das Schiff kann normalerweise bis zu 3.000 Gäste transportieren. Das wäre mir dann vermutlich zu viel des guten. Vor allem waren auf diesem Schiff nicht nur die üblichen Kreuzfahrt-Gäste, sondern eine bunte Mischung an Leuten. Der günstige Preis für die Überfahrt lockte auch junge Leute an, die sonst vermutlich nie ein Kreuzfahrtschiff betreten würden. Die Mischung fand ich genial, es gab immer was zu sehen und zu erleben, man kam schnell mit Leuten ins Gespräch. Die Atmosphäre war generell sehr entspannt – ein wenig kam ich mir vor in einer Kreuzfahrts-Heile-Welt-Bubble zu sein, zumal wir auch keine Nachrichten / Informationen von außerhalb bekamen.

#NomadCruise 2015
(Foto Credit: Dinko Verži)

Kürzlich erschien bei Spiegel online ein Artikel über unsere Reise über den Atlantik: Digitale Nomaden auf Kreuzfahrt: „All-inclusive ist schon geil“. Die Kommentare sind echt unterirdisch, aber das scheint ja im SPON Forum so üblich zu sein… Ich weiß nicht, warum sich Leute darüber aufregen, wenn Menschen einen anderen als den sog. normalen Lebensweg einschlagen und neue Sachen ausprobieren. Leben und leben lassen ist da meine Devise.

Was sagst du dazu? 

Im Mai gibt es bereits Pläne einiger Digitaler Nomaden, eine ähnliche Tour zurück nach Europa zu machen (für mehr Infos: www.nomadcruise.com). Die Reise geht diesmal von Kolumbien nach Portugal. Ich werde da allerdings nicht dabei sein – denn im April werde ich meinen Van abholen und losfahren

PS:
Danke an Dinko Verži für die tollen Fotos!
Danke Johannes für die Organisation der NomadCruise!
Danke Alex & Mareike für’s Mitkommen! :)
Danke lieber Atlantik, dass du so entspannt warst und keine großen Wellen geschlagen hast!

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