Musikalische Zeitreise back to the 90’s – Primal Scream in Berlin

Primal Scream in Berlin 2013

Die Primal Screams in Berlin, unglaublich… und dann auch noch in einem Mini-Club wo gerade mal geschätzte 200 Leute reinpassen. Herrlich! Der Laden war voll, viele Briten und andere Nationen (habe u.a. französisch und holländisch gehört). Ich vermute mal, die Band war in Deutschland nie so richtig erfolgreich im Gegensatz zu Großbritannien.

Primal Scream früher

Ihre große Zeit liegt auch schon ein wenig zurück – Anfang der 90er feierte die Band aus Glasgow ihre größten Hits. Ihren Durchbruch in UK hatten sie mit dem „Psychedelic Dancerock“ Album Screamadelica. Einer ihrer ersten Hits war Movin‘ on up – ich denke der Song hat es auch bis Deutschland geschafft, den habt ihr bestimmt schon mal gehört, oder?

Die Besetzung der Band wechselte auch des öfteren, u.a. waren mal Gary Mounfield (ehemals Stone Roses) oder Kevin Shields (My Bloody Valentine) dabei. Nur Sänger Bobby Gillespie ist von Anfang an dabei. Zwischendrin gastierte er mal als Drummer bei The Jesus and Mary Chain, hat sich dann aber wieder auf Primal Scream konzentriert. Es gab auch diverse Gastauftritte, u.a. von Dave Gahan oder Kate Moss.

Aber Primal Scream hat auch 2013 ein neues Album in petto: More Light; ein sehr schöner Song daraus ist It’s Alright, It’s Ok:

Soviel zum kurzen Intro der Band für die unter euch, die sie noch nicht kannten. Ich kenne Primal Scream übrigens auch noch nicht so lange, in den 90ern habe ich die gar nicht wahrgenommen, was evtl. an meinem damals noch sehr fragwürdigen Musikgeschmack lag… ;)

Primal Scream gestern Abend

Die Show gestern Abend fand ich super, vor allem weil sie in diesem kleinen Club (Bi Nuu – unterm U-Bahnhof Schlesisches Tor) statt fand. Leider bin ich alleine zum Konzert, da meine liebe Begleitung kurzfristig verhindert war. Ich hatte noch versucht das Ticket vor dem Club loszuwerden, kam aber gegen die Schwarzhändler, die stapelweise Tickets im Ärmel hatten, nicht an und hab’s irgendwann aufgegeben.

Im Club habe ich mich dann flink nach vorne gedrängelt, um links von der Bühne einen guten und gemütlichen Platz zu ergattern. Ich bin ja schon groß, aber gestern bestand das Publikum aus sehr vielen sehr großen Herren. Das finde ich ja grundsätzlich sehr angenehm, aber nicht wenn ich was von der Band sehen möchte. Also musste ich die Jungs ein bisschen wegschubsen, um nach vorne zu kommen.

Aber es ging alles ganz friedlich zu, und nach einem ewig andauernden Intro (bestimmt 30 Minuten lang applaudierte das Publikum vorfreudig nach jedem Song in der Hoffnung, jetzt kommt bestimmt Primal Scream auf die Bühne). Die Herren haben sich aber Zeit gelassen und erst kurz vor 21 Uhr die kleine Bühne des Bi Nuu betreten.

Bobby Gillespie kam wie immer in schillerndem Outfit – diesmal in golden schimmerndes Hemd. Anfangs noch recht zurückhaltend und cool mit ernstem Blick, merkte man aber wenig später, dass er Spaß hatte, und ein paar witzige Sprüche aus dem Publikum brachten ihn zum Lachen. Das Publikum brauchte ein wenig, um in Stimmung zu kommen, aber als die ersten alten Hits erklangen, war alles gut.

Aber auch neuere Stücke kamen gut an. Ich kenne die Band nicht so gut und kannte viele der Songs nicht. Dabei sind mir einige Stücke aufgefallen, sehr groovy und tanzbar, und auch langsamere Songs mit schönem Sound. Die Songstruktur ist nicht immer klassisch 3 Minuten mit Strophen und Refrain wie man es „gewohnt“ ist. Es gibt auch Stücke, die schon mal 10 Minuten oder länger dauern und minutenlange Instrumentals beinhalten, Gitarrensoli, verrückte Sounds vom Keyboard uvm. Loaded ist wohl das beste Beispiel dafür.

Fazit: Sehr sehenswert

Ich hatte eigentlich „befürchtet“, dass es eine dieser Shows wird, wo die Band so verdammt cool ihr Set spielen und wieder verschwinden – wie man es von vielen britischen Bands kennt (vllt. bin ich auch einfach nur Oasis-geschädigt ;). Aber Primal Scream waren super drauf, haben das Publikum mitgerissen, eine tolle Show abgeliefert und waren scheinbar auch selbst ganz happy. Irgendwann zwischendrin fing Sänger Bobby an, Autogramme zu schreiben auf der Bühne. Das sieht man nicht allzu oft.

Ich glaube das war’s erst mal mit Konzerten für dieses Jahr… wenn nicht noch was überraschendes dazwischen kommt. Bin auf 2014 gespannt!

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